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13.12.2013

08:39 Uhr

Pannen-Flughafen BER

Wowereit will Wowereit beerben

Der Anfang des Jahres vielgeschmähte Berliner Bürgermeister Wowereit soll wieder den Aufsichtsrat des Pannenflughafens Berlin Brandenburg führen. Das Gremium könnte ihn heute Vormittag erneut ins Spitzenamt wählen.

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit steht am 12.05.2012 beim Publikumstag auf dem Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt. Er übernimmt wieder die Aufsichtsratsspitze. dpa

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit steht am 12.05.2012 beim Publikumstag auf dem Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg Willy Brandt. Er übernimmt wieder die Aufsichtsratsspitze.

BerlinDer Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg trifft sich am Freitag erneut, um über den Stand des Projekts Hauptstadtflughafen zu beraten. In der Sitzung in einem Hotel in Motzen südlich von Berlin wird möglicherweise Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wieder zum Chef des Kontrollgremiums gewählt. Darauf hätten sich die Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg am Donnerstag verständigt, berichtete der „Tagesspiegel“. Einen anderen Kandidaten gab es ohnehin nicht.

Wowereit war bereits von 2008 bis Anfang 2013 Aufsichtsratschef. Unter dem Eindruck scharfer Kritik nach der Absage der Flughafen-Eröffnung im Januar gab er den Posten an den damaligen Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck (SPD), ab. Der wiederum trat im August aus Gesundheitsgründen zurück, worauf Wowereit kommissarisch wieder an die Spitze des Aufsichtsrats rückte.

Die Starttermine für den Flughafen BER

30. Oktober 2011

Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

3. Juni 2012

Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

17. März 2013

Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

27. Oktober 2013

Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin am 7. September als neuen Eröffnungstag fest.

Frühestens 2014

Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass auch der Termin im Herbst des Jahres nicht zu halten sein wird. Frühestens 2014 wird das Großprojekt nun seiner Bestimmung übergeben werden können.

Flughafenchef Hartmut Mehdorn kündigte vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag an, die Vorbereitungsphase für die Inbetriebnahme des Airports wieder in Gang zu setzen. Spekuliert wird weiterhin über höhere Kosten. Zugleich ist offen, ob der Aufsichtsrat seinen amtierenden Vorsitzenden, den Berliner Regierungschef Klaus Wowereit (SPD), am Freitag wieder offiziell ins Amt wählt.

Mehdorn sagte dem Touristik-Fachmagazin FVW: „Es gibt ein vorgeschriebenes Verfahren von der ICAO, das ist in einem Inbetriebnahmeprozess zusammengefasst. Und den setzen wir ab Januar 2014 wieder auf.“ Die ICAO ist die internationale Organisation der zivilen Luftfahrt.

Kommentare (12)

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Beobachter

13.12.2013, 09:53 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

13.12.2013, 10:13 Uhr

Gibt es eigentlich in Deutschland niemanden, der diesen Wahnsinn stoppen kann?

Herr Wowereit, es warten schon wieder neue Steuergelder, die verbrannt werden wollen. Sie sind genau der richtige Verheizer dafür.

InteressierterBuerger

13.12.2013, 10:21 Uhr

Es wäre, nach meiner Meinung, ein "Armutszeugnis" für Berlin, Brandenburg und den Bund, wenn Klaus Wowereit erneut den Aufsichtsratsvorsitz übernähme. Nach all dem Schaden, den er in der Vergangenheit dem BER und somit Berlin selbst und letztlich auch dem Ansehen der Bundesrepubublik Deutschland im Ausland, beigebracht hat, soll er nun wieder "belohnt" werden? Das Wort "Skandal" trifft es hier nicht im Mindesten! Wenn Herr Wowereit auch nur einen Funken Anstand und Respekt gegenüber uns Bürgern hätte, würde er sich gar nicht erst zur Wahl stellen. Aber offenbar geht es hier, wieder einmal, nur um Macht, Kontrolle und persönlichem Geltungsbedürfnis.
Ich bin mir sicher, daß jeder halbwegs fähige Manager den Job des Aufsichtsratsvorsitzenden besser leisten könnte. Ein Versuch wäre es wert; schlimmer kann es kaum kommen!

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