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27.09.2014

15:51 Uhr

Pannenserie bei Bundeswehr

Druck auf von der Leyen wächst

Die Pannenserie bei der Bundeswehr bringt die Verteidigungsministerin in Bedrängnis. Ursula von der Leyen will die Wogen mit personellen Konsequenzen glätten. Doch es droht schon die nächste Schadensmeldung.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Sie will jetzt offenbar den Chef des Bundeswehr-Beschaffungsamtes, Harald Stein, von seinen Aufgaben entbinden. ap

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Sie will jetzt offenbar den Chef des Bundeswehr-Beschaffungsamtes, Harald Stein, von seinen Aufgaben entbinden.

Berlin/ BielefeldAngesichts der Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr fordern die Grünen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen , mehr Verantwortung für die Soldaten zu übernehmen. Die CDU -Politikerin, die die aktuellen Rüstungsprojekte von einer Unternehmensberatung überprüfen lässt, plant nach einem Medienbericht personelle Konsequenzen: Der Chef des Bundeswehr-Beschaffungsamtes soll seinen Posten räumen.

„Wer von Verantwortung in der Welt redet, muss auch der Verantwortung gegenüber den Soldatinnen und Soldaten gerecht werden, die im Einsatz viel riskieren und dafür angemessen ausgerüstet sein müssen“, sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag , Katrin Göring-Eckardt der Bielefelder Zeitung „Neue Westfälische“.

Es sei peinlich, wenn für eine vermutlich nie fliegende Drohne 500 Millionen Euro ausgegeben werden sollten, aber die Marine für die Pirateriebekämpfung keine Hubschrauber habe. „Generell müssen wir uns endlich von der Idee verabschieden, dass die Bundeswehr auf allen Gebieten Kapazitäten und Fähigkeiten haben muss, sondern viel stärker im europäischen Verbund denken“, sagte Göring-Eckardt.

Laut einer Liste, die dem Verteidigungsausschuss des Bundestages am Mittwoch vorgelegt worden war, schränken Mängel an Fahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ein. Zuletzt wurde dies bei der Unterstützung für die kurdische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) offenbar: Material und Ausbilder landeten mit zum Teil tagelanger Verspätung im Einsatzgebiet.

Die Bundeswehr wartet nach Aussage der Verteidigungsministerin dringend auf die Lieferung des neuen Transportflugzeugs A400M, das die betagten Maschinen vom Typ Transall ablösen soll. Der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold hält dabei weitere Verzögerungen für möglich: „Uns wurde mitgeteilt, dass sich die Auslieferung wohl von November auf Dezember verzögert. Bevor der A400M nicht auf dem Hof steht, glaube ich nichts mehr“, sagte er Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Für die Bundeswehr bedeute das Fehlen des A400M eine „massive Einschränkung, weil sie mit alten, teilweise mit technischen Mängeln behafteten Transall auskommen muss“, sagte Arnold weiter. „Der A400M wäre ein Quantensprung für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr.“

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

30.09.2014, 15:26 Uhr

Warum weigern sich die heutigen Offiziere Ihre Sorgfalts-/Fürsorgepflicht nach zu kommen? Nur weil es Begriffe aus dem 3. Reich sind und der Bürger in Uniform diese Begriffe nicht mehr akzeptieren darf? Wurde gespart damit man mehr Schmiergelder erhalten kann,meine Vermutung?

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