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17.06.2013

17:03 Uhr

Pannenwahlkampf der SPD

Schmidts Steilvorlage für die Steinbrück-Gegner

VonDietmar Neuerer

Stänkern gegen Steinbrück ist Wahlkampfalltag. Den SPD-Kanzlerkandidaten schert das wenig. Doch nun geht mit Helmut Schmidt ein prominenter SPD-Mann vorsichtig auf Distanz zu ihm – zur Freude des politischen Gegners.

Peer Steinbrück (l) und Helmut Schmidt (beide SPD). dpa/picture alliance

Peer Steinbrück (l) und Helmut Schmidt (beide SPD).

BerlinFür Peer Steinbrück (SPD) war es der Ritterschlag schlechthin, als Altbundeskanzler Helmut Schmidt sich schon für eine Kanzlerkandidatur des ehemaligen Finanzministers stark machte, noch bevor die SPD offiziell ihre Entscheidung getroffen hatte. Interessant war die Begründung, die Schmidt lieferte, nachzulesen in dem Ende 2011 vorgestellten Buch „Zug um Zug”, das ein Gespräch zwischen ihm, dem Altkanzler, und Steinbrück dokumentiert. Steinbrück habe „in besonderem Maße die Fähigkeit, Vertrauen und Stimmen der Menschen zu binden“. Heute, eineinhalb Jahre später, ist von dieser Einschätzung nicht mehr viel übrig geblieben.

Steinbrück ist zwar Kandidat der SPD geworden. Doch seine Wahlkampfmaschine läuft nicht rund. Er hangelt sich von einem Fettnapf zum nächsten. Und nie hatte es den Anschein, als würden die ständigen Patzer ein Ende nehmen. Im Gegenteil, dass Steinbrück-Chaos der letzten Wochen gipfelte darin, dass er seinen Sprecher Michael Donnermeyer feuerte und stattdessen den Ex-„Bild“-Mann Rolf Kleine verpflichtete, der jedoch auch gleich einen Mini-Skandal produzierte: mit einem missglückten Facebook-Posting, das ihm einen Rassismus-Vorwurf bescherte.

Das alles dürfte Helmut Schmidt nicht entgangen sein. Auch, dass die SPD in Umfragen nicht vorwärts kommt, sondern eher noch weiter zurückfällt.

Im Interview mit dem Handelsblatt ging Schmidt jedenfalls vorsichtig auf Distanz zu Steinbrück. Schmallippig zwar, aber durch die Blume wird deutlich, dass der Altkanzler zumindest von den Wahlkampfqualitäten Steinbrücks nicht wirklich überzeugt ist. Eigentlich fatal. Denn wie soll die SPD einen Wahlkampf am Ende für sich entscheiden, wenn ihr wichtigster Mann, bei den Bürgern nicht zündet?

„Die jetzige SPD tut sich schwer“, stellt Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart in dem Gespräch mit Schmidt fest. Der stellt das dann auch gar nicht in Abrede, sondern sagt: „Sie tut sich schwer. Offenbar.“

Steingart geht dann noch einen Schritt weiter, konfrontiert Schmidt damit, dass er selbst von Steinbrück überzeugt war: „‘Er kann es‘, haben Sie über Peer Steinbrück zu Beginn dieses Wahlkampfes gesagt. Erinnern Sie sich noch?“

Schmidt: „Es kann sein, dass ich das gesagt habe. Peer Steinbrück ist jedenfalls von all den Leuten, die im Augenblick auf den öffentlichen Bühnen stehen, derjenige, der am ehesten einen Überblick über die Finanzprobleme der Europäischen Union hatte und weiterhin hat. Da gibt es nicht so viele Leute.“

Und dann kommt der Punkt, der für Steinbrück und die gesamte SPD von großer Bedeutung ist. Steingart sagt: „Vielleicht kann er ja Kanzler, vielleicht kann er nur schlecht Wahlkampf.“ Und Schmidt antwortet: „Könnte sein.“

Kommentare (75)

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Vicario

17.06.2013, 15:23 Uhr

Zitat : Die Ära Merkel hingegen sei ein „Erfolgsmodell, mit anhaltend niedriger Arbeitslosigkeit und geringer Inflation“, betonte Meister. Diese Stabilität nütze den Bürgern und Arbeitnehmern.

- Jawohl, die "NIEDRIGE ARBEITSLOSIGKEIT" durch AUFTEILUNG der Vollzeitjobs in MINIJOIBS,

GERINGE INFLATION durch GETÜRKTE STATISTIKEN ( die reale Inflation beträgt 7 % )

ENTEIGNUNG der Sparer, RENTNER, und KLEINVERDIENER

Und das alles NÜTZT vor allem den Bürgern und Arbeitnehmern....?!!!!

Meister ist ein Lehrling und Dampfplauderer !

PEBE

17.06.2013, 15:26 Uhr

Schröder redete von Fordern und Fördern, setzte aber die Lebensentwürfe hilfsbedürftiger, gescheiterter Menschen mit denen gleich, die der Markt ausgeschieden hatte, obendrein verkaufte er die Lebensrisiken der kleinen Leute an private Versicherungen, dann ging er zu Gazprom, Kohle machen. Clement verkaufte seine Seele an die RWE und Steinbrück rechnet es, von den Seinen unkritisiert, seinem Konto gut, dass sein Marktwert als Redner von seinem öffentlichen Amt als Minister hergeleitet ist. Das Umfragetief hat nachvollziehbare politische Gründe!

LUECK

17.06.2013, 15:34 Uhr

Steinbrück ist eine Heulsuse. Er hat keinen Humor und lacht am lautesten über seine eigenen dummen Witze. Er hat nie Sozialdemokratie gelebt. Abzocken und ohne Risiko vom Geld anderer Leute zu leben war und ist seine Devise. Vom Format eines Kanzlers ist er Mondjahre entfernt. Wenn der Kanzler kann, kann jeder Kanzler.

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