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22.09.2011

12:38 Uhr

Papst Benedikt XVI. in Berlin

„Willkommen zu Hause, Heiliger Vater“

Zum Auftakt der Deutschlandreise zeigt Benedikt XVI Verständnis für Kritik an seiner Kirche - und für die Vorbehalte gegen seine Rede im Bundestag. Die freundliche offizielle Begrüßung nutzt er sogleich für ein Plädoyer.

Papst in Berlin gelandet

Video: Papst in Berlin gelandet

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BerlinMit der Ankunft von Papst Benedikt XVI.in Berlin wurden zunächst alle Vorbehalte gegen das Kirchenoberhaupt und seinen geplanten Auftritt im Bundestag beiseite geschoben. Mit dem Gruß „Willkommen zu Hause, Heiliger Vater“, begrüßte ihn Bundespräsident Christian Wulff.

Der Papst äußerte im Vorfeld Verständnis für Proteste gegen seinen Besuch in seinem Heimatland. Dies sei Teil der Demokratie und einer freiheitlichen Gesellschaft:„Das ist normal in einer freien Gesellschaft“, sagte er. Dagegen sei nichts zu sagen, wenn man es denn auf zivile Weise tue. „Ich bin in Deutschland geboren, die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden,“ sagte er.

Benedikt XVI. beklagte jedoch eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der Religion. Notwendig sei aber die Religion als Grundlage für ein gelingendes Miteinander in der Gesellschaft. Benedikt zitierte am den Sozialreformer Wilhelm von Ketteler mit den Worten: „Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion“. Freiheit brauche die Rückbindung an eine höhere Instanz, sagte der Papst im Garten von Schloss Bellevue.

Er rief die Katholiken in Deutschland auf, trotz der Missbrauchsskandale der Kirche nicht den Rücken zu kehren. Auf dem Flug zu seinem dritten Staatsbesuch in Deutschland sagte er, er habe Verständnis, dass einige Menschen, insbesondere die Opfer und Angehörigen von sexuellem Missbrauch sagten, „dies ist nicht länger meine Kirche“. Die Kirche solle als eine Institution gesehen werden, die im Netz des Herrn sowohl „gute wie schlechte Fische“ fange, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Die Kirche habe mit inneren Skandalen zu leben und müsse Wege finden, aus eigener Kraft gegen sie anzugehen. Im vergangenen Jahr hatten 181.000 Katholiken in Deutschland die Kirche verlassen - so viele wie noch nie.

Kommentare (27)

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JKG

22.09.2011, 10:53 Uhr

Der Obermufti der Islamisten möchte auch eine Rede im

Parlament halten.

Account gelöscht!

22.09.2011, 11:26 Uhr

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hat sich dazu schon geäußert: "Natürlich kann man auch einen führenden Vertreter der muslimischen Weltgemeinschaft oder der Buddhisten einladen."

MIRO

22.09.2011, 11:40 Uhr

....in einem welchem runtergekommenen Land leben wir hier in Deutschland? Es ist für mich inzwischen beschämend ein
Deutscher zu sein.Im Ausland versuche ich inzwischen meine
Herkunft zu verstecken.Der Papst kommt nach Deutschland
zum einen, die Katholiken hier zu besuchen und zum anderen ist er auch Staatsoberhaupt wenn " auch nur des Vatikanstaates".Aber immerhin ist er ein Staatsgast der BRD.
Alle die Abgeordneten im Bundestag die dies nicht kapieren, sollten so schnell wie möglich ihren Hut nehmen.Denn eines tun diese sicher nicht, nähmlich Deutschland representieren.Politisch kann man ja grundsätzlich eine andere Meinung vertreten, aber bei allen
gegensätzen und kritikpunkten gegenüber der kath.Kirche,
darf eines nicht sein,mangelnde Höflichkeit und Respekt gegenüber einem Staatsoberhaupt und einer Führungsperson, die 1,5 Milliarden Menschen representiert.Dies sollten die kleinen
Pimpfe im Bundestag die so wichtig tun nicht vergessen.
Denn eines ist auch richtigt, Katholiken sind auch Wähler.
Und der Wähler (Bürger) sollte genau hinschauen welche Abgeordneten sich hier daneben benehmen.

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