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22.09.2011

18:55 Uhr

Papst im Bundestag

Gähnende Leere am linken Rand des Plenums

Fast zwei Drittel der Linksfraktion wollten nicht hören, was der Papst zu sagen hatte. Ansonsten waren die Reihen im Bundestag während der Rede von Benedikt XVI. recht gut gefüllt – allerdings nicht nur mit Abgeordneten.

Benedikt XVI. bei seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag. dpa

Benedikt XVI. bei seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag.

BerlinDutzende Abgeordnete haben die Papst-Rede im Bundestag boykottiert. Nur 28 der 76 Plätze der Linksfraktion waren am Donnerstag besetzt. Damit blieben noch deutlich mehr Linke als erwartet der Sondersitzung fern. Bei SPD und Grünen waren die Reihen dagegen relativ dicht besetzt. Wie viele Plätze mit Gästen oder Bundestagsmitarbeitern besetzt wurden, blieb aber unklar.

Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele verließ nach den ersten Sätzen von Papst Benedikt XVI. den Plenarsaal. „Ich bin rausgegangen, weil ich den anhaltenden Applaus zu Beginn zu heftig fand“, sagte er der dpa. „Ich wollte den Papst hier so nicht würdigen.“ Die Koalition war mit Ausnahme einzelner Vertreter, die entschuldigt fehlten, geschlossen anwesend. Die Boykott-Aktion war von Union und FDP scharf kritisiert worden.

Ursprünglich war mit rund 100 Boykotteuren gerechnet worden. Die Kritiker der Papst-Rede monieren unter anderem, dass sein Auftritt unvereinbar mit der religiösen Neutralität des Staates sei. Gleich zu Beginn seiner Rede hatte Benedikt gesagt: „Die Einladung zu dieser Rede gilt mir als Papst, als Bischof von Rom, der die oberste Verantwortung für die katholische Christenheit trägt. Sie anerkennen damit die Rolle, die dem Heiligen Stuhl als Partner innerhalb der Völker- und Staatengemeinschaft zukommt.“ Linksfraktionschef Gregor Gysi hatte damit gerechnet, dass die Mehrheit der Fraktionsmitglieder sich die Rede des Papstes anhören wird. Es fehlten aber fast zwei Drittel der Parlamentarier, nur zehn davon waren wegen Dienstreisen, unverschiebbarer Termine oder Dienstreisen entschuldigt.

Kommentare (9)

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cashca

22.09.2011, 22:12 Uhr

Das ist schlicht und einfach kleinkariert, intollerant und kindisch.
Typisch grüne Prostesler, man sollte dem weiter gar keine Beachtung schenken, einfach übergehen.
Sie vergessen einfach, dass sie ein Mandat haben, das verpflichtet halt auch mal zu Anstand und Akzeptanz. Das würde der Würde aller Beteiligten entsprechen.
Aber , so sind sie halt. Benehmen haben manche eben nicht gelernt.

Account gelöscht!

23.09.2011, 00:24 Uhr

Das ganze linke Gesindel (Egal ob SPD, Grüne oder die Linke) beschmutzt unser Ansehen im Ausland. ... aber die fühlen sich ja von je her nicht mehr als Deutsche .... Patriotismus pfui, Christentum pfui; Wertegesellschaft pfui und am besten alles deutsche abschaffen! Dann schon lieber als "Türkenschmacker" auftreten! Gute Nacht Vaterland!

Account gelöscht!

23.09.2011, 03:24 Uhr

Papst missbraucht Bundestag zur Missionierung.

Der Bundestag ist nur für politische Reden da. Der Papst jedoch hielt eine Rede, welche die Menschen überzeugen sollte, an seine spezielle Vorstellung eines "Gottes" zu glauben - also an ein Wesen außerhalb dieser Welt, welches all das für richtig hält, was die Menschenrechte (aber auch die für einen "Christen" unbedingt notwendige christliche Nächstenliebe!) als massiv falsch verurteilen: wie z.B. Ungleichbehandlung von religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen, Ungleichbehandlung von Frauen und Männern, Zölibat, Verbot von Kondomen und Homosexualität.

Jeder Mensch kann sich einbilden, dass seine Taten (und sind sie noch so verbrecherisch) von "Gott" gutgeheißen werden, wie es z.B. auch islamische Terroristen tun - und sogar Hitler hielt sich für gottgläubig!

Die Rede beweist, dass es ein Riesenfehler war, den Papst zu solch einer Rede einzuladen und dass es eine Schande für Deutschland ist, dass nur ca. 100 Abgeordnete den Mut hatten, solch einer missionarischen Rede fernzubleiben. Sie wissen, dass es sehr wichtig ist, gerade in der heutigen Zeit der Multi-Weltanschauungen strikt weltanschauungsneutral zu sein - gemäß dem Auftrag des Bundesverfassungsgerichts. Denn nur dann kann Deutschland eine gesellschafts- und friedensnotwendige "Heimstatt" für all seine Bürgerinnen und Bürger sein, egal welche Weltanschauung sie haben!

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