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27.04.2015

16:44 Uhr

Partei in Auflösung

Zweites AfD-Vorstandsmitglied scheidet aus

Turbulente Zeiten bei der AfD. Aus dem Spitzengremium der Partei verabschieden sich binnen einer Woche zwei Mitglieder. Und der Europaparlamentarier Pretzell darf künftig nicht mehr an den Treffen seiner Partei in Brüssel teilnehmen.

Marcus Pretzell soll nicht mehr an den Sitzungen der AfD-Europaabgeordneten teilnehmen. dpa

AfD in Auflösung

Marcus Pretzell soll nicht mehr an den Sitzungen der AfD-Europaabgeordneten teilnehmen.

Brüssel/BerlinBei der Alternative für Deutschland (AfD) jagt ein Gewitter das nächste. Nach Hans-Olaf Henkel trat am Montag auch Patricia Casale aus dem Bundesvorstand der rechtskonservativen Partei zurück.

Casale habe mit sofortiger Wirkung ihr Amt als stellvertretende Sprecherin des Bundesvorstands niedergelegt, teilte Sprecher Christian Lüth mit. Zur Begründung erklärte sie, die Entwicklung der Partei und der Umgang innerhalb des Vorstandes ließen ihr keine andere Wahl. Sie hoffe, dass die Partei in ruhigeres Fahrwasser komme und sich dann wieder verstärkt „den wirklich wichtigen Themen“ zuwenden könne. Casale wohnt im rheinischen Kerpen. Sie war in der Öffentlichkeit als Mitglied des Bundesvorstands kaum in Erscheinung getreten.

Der frühere BDI-Präsident Henkel hatte dem Vorstand der rechtskonservativen Partei am vergangenen Donnerstag den Rücken gekehrt. Der Vertreter des liberalen Flügels der Partei hatte sich zuvor eine längere Auseinandersetzung mit Pretzell geliefert, der den Nationalkonservativen zugerechnet wird.

Der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell darf an den Sitzungen der EU-Parlamentsgruppe seiner Partei nicht mehr teilnehmen. Das teilte er am Montag nach einer Sitzung der Gruppe in Straßburg mit. Pretzell, der auch Landesvorsitzender der Partei in Nordrhein-Westfalen ist, erklärte: „Das hat null Auswirkungen auf meine Arbeit.“ Er sei immer noch offiziell Mitglied der Gruppe und dürfe nur an der allwöchentlichen Sitzung der Parlamentariergruppe nicht mehr teilnehmen.

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Pretzell war zuletzt vor allem mit dem Parteivorsitzenden Bernd Lucke und dem Europarlamentarier Hans-Olaf Henkel aneinandergeraten. Pretzell hatte Henkel unter anderem vorgeworfen, er sei mehr im Urlaub als in seinem Abgeordnetenbüro. Henkel hatte sich über Pretzells Finanzgebaren und mutmaßliche „Durchstechereien an die Presse“ geärgert. Henkel gehört dem liberalen Flügel der Partei an. Pretzell wird den Nationalkonservativen zugerechnet.

Die AfD war 2013 von Gegnern der Euro-Rettungspolitik gegründet worden. Sie scheiterte bei der letzten Bundestagswahl knapp an der Fünf-Prozent-Hürde und ist heute in vier Länderparlamenten vertreten.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Jens Großer

27.04.2015, 18:05 Uhr

Partei in Auflösung? Man muss nun wirklich nicht alles überbewerten, Bei allem Respekt vor Frau Casale aber sie war die stellvertretende Sprecherin des Bundesvorstands. Wenn dies bei der SPD und Co. passiert wäre, würde dies kaum jemanden interessieren. Weil man diese Leute eben halt kaum kennt. Aber bei der AfD ist das eine einzige Tragödie!

Das die AfD zurzeit ein öffentliches Trauerspiel abliefert, steht aber außer Frage!

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