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25.05.2011

10:05 Uhr

Partei

SPD-Chef wirbt um Mitglieder der Linken

"Kommt zu uns, Genossen!" Damit wirbt Sigmar Gabriel um reformorientierte Mitglieder der Linken. Auch frühere SED-Mitgliedschaft sei kein Hindernis mehr. Gregor Gysi von den Linken kontert: Die SPD sei "nicht attraktiv".

Sigmar Gabriel. Quelle: Reuters

Sigmar Gabriel.

BerlinSPD-Chef Sigmar Gabriel wirbt um reformorientierte Mitglieder der Linkspartei. „Kommt zu uns, Genossen! Herzlich willkommen in der SPD!“, sagte Gabriel nach einer Meldung des „Stern“ vom Mittwoch. Eine frühere SED-Mitgliedschaft soll laut Gabriel kein Hindernis mehr sein. „Ich wünsche mir, dass wir nicht jedem Straftäter mehr Resozialisierungschancen geben als jemandem, der mal in der SED war“, sagte er.

Die Entwicklung der Linkspartei sähen viele von deren Mitgliedern mit Entsetzen, meinte Gabriel. Wer eine Mitte-Links-Politik wolle, „findet in der Sozialdemokratie eine Heimat“. Es gebe Teile der Linkspartei, „bei denen die Unterschiede zu uns inzwischen überschaubar sind - vielleicht schon immer waren.“ Ein Angebot von Ämtern und Mandaten für übertrittswillige Politiker lehnte Gabriel jedoch ab: „Ich möchte niemanden kaufen.“ Es gebe keine Ablöseverhandlungen wie im Fußball. Jeder könne aber in der SPD etwas werden.

In einem Gespräch mit dem Linken-Vizefraktionschef Dietmar Bartsch bot Gabriel diesem an, „schon morgen“ in die SPD zu wechseln. „Er ist ein Ausnahmetalent in der deutschen Politik und wird in den inneren Kämpfen seiner Partei einfach verschwendet“, sagte der SPD-Vorsitzende. Auch für eine Rückkehr des Linken-Vorsitzenden Klaus Ernst in die SPD zeigte sich Gabriel offen. Dieser habe sich nur „in die Linkspartei verirrt“.

Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine hingegen werde vermutlich gar nicht erst auf die Idee kommen zurückzukehren. „Und das ist auch gut“, fügte Gabriel hinzu.

Bartsch reagierte auf das Aufnahmeangebot Gabriels in die SPD verhalten: „Um mich dorthin zu kriegen, müsste die Linke sich so entwickeln, dass sie nicht mehr meine Partei wäre.“ Auf den kommenden beiden Parteitagen werde sich die Linke „fangen und finden“.

Doch fügte Bartsch hinzu: „Meine Gegner sind die CDU/CSU und die FDP, nicht die SPD. Das ist bei uns in der Tat umstritten. Die Linke darf keine Partei sein, die vor allem aus der Abgrenzung zur SPD ihre Existenzberechtigung ableitet.“ Seine Partei solle vielmehr mit der SPD strategisch auf ein Mitte-Links-Bündnis hinarbeiten.

Kommentare (2)

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Martina

25.05.2011, 10:48 Uhr

"Die Entwicklung der Linkspartei sähen viele von deren Mitgliedern mit Entsetzen, meinte Gabriel. "

Ich sehe die Entwicklung der SPD seit Schröder mit Entsetzen. Warum sollte, wer links ist, da eintreten ? Diese Partei steht für den Ausverkauf Deutschlands seit Schröder/Clement/Eichel/Steinbrück, für Kriegseinsätze seit Steinmeier/Struck/Schröder und Fischer (Grüne). Diese Partei steht ausserdem für Hartz IV und die damit begonnene Erpreßbarkeit Millionen Arbeitnehmer, Lohndumping und Leiharbeit seit Schröder/Clement/Müntefehring. An all diesen Sachen war Gabriel nicht unbeteiligt.
Fazit: Man meide die verlogene SPD !!

Account gelöscht!

25.05.2011, 12:02 Uhr

Meine Güte, der SPD muß aber der Arsch auf Grundeis gehen.
Es ist ja einerseits richtig, dass eine SED-Mitgliedschaft kein Hinderungsgrund sein sollte, aber überprüft werden sollte so jemand schon, was er wirklich getan hat oder nicht. Mitglied waren ja viele.
Aber genau diese Überprüfung hat ja schon vor 20 Jahren nicht stattgefunden und der DDR-Ungeist wurde in die Bundesrepublik, in die Parteien getragen.
Und was meint denn Gabriel mit Mitte-Links-Partei?
linke Parteien haben wir ja nun genug
Die SPD muß zu ihren Wurzeln zurück und wieder eine wirkliche sozial-demokratische Partei werden, dann klappt es auch wieder.
Und die SPD muß mal ihre rosarote Multi-Kulti-Brille abnehmen und wieder Politik für Deutsche machen und nicht platt hauen, der die Migranten-Probleme benennt.
Mit Gabriel, Nahles, Heil usw. dürfte dies aber wohl nicht möglich sein. Die denkbar schlechteste Führungsspitze die die SPD da hat.
Das Problem ist Gabriel.
Er eiert rum, rennt den Grünen hinterher und hat selber kein Konzept und keinen Plan
Eine Partei zu führen ist eben was anderes als medienwirksam eine Patenschaft für einen Eisbären zu übernehmen

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