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03.01.2011

13:17 Uhr

Parteichef in der Krise

Wie Westerwelle sein Überleben sichern kann

VonDietmar Neuerer

ExklusivFür Guido Westerwelle geht es diese Woche um alles oder nichts: Beim traditionellen Dreikönigstreffen der Liberalen am Donnerstag in Stuttgart muss der FDP-Chef erklären, wie er seine Partei aus der Krise führen will. Und er muss sagen, wie er seine Rolle dabei sieht. Davon hängt sein politisches Überleben ab, sagt der Bonner Parteienforscher Gerd Langguth.

Unter Druck: Guido Westerwelle. DAPD

Unter Druck: Guido Westerwelle.

Handelsblatt Online: Herr Langguth, welche Bedeutung hat das Dreikönigtreffen der Liberalen für den angeschlagenen Westerwelle?

Gerd Langguth: Bei dem Dreikönigstreffen handelt es sich um den traditionellen Jahresauftakt der FDP, ursprünglich von der Bedeutung her ein rein baden-württembergisches Ereignis, das jedoch die Stimmung der Bundes-FDP wiedergibt. Wenn Westerwelle als Vorsitzender überleben will, dann muss er seine Wiederkandidatur im Mai auf dem FDP-Bundesparteitag ankündigen.

Hat Westerwelle angesichts der dauerhaft schlechten Umfragen für die FDP und der immer lauter werdenden parteiinternen Kritik überhaupt den Hauch einer Chance, einen Stimmungsumschwung zu seinen Gunsten herbeizuführen?

Wenn Westerwelle seine Wiederkandidatur ankündigt, sind die Versuche, ihn zum Rücktritt zu bewegen, vorerst gescheitert. Es gibt ja bisher niemanden, der offen gegen ihn einen Putsch anführt und selber kandidiert. Das ist Westerwelles eigentliche Überlebenschance. Für eine Partei und nicht nur für ihren Vorsitzenden ist es gefährlich, wenn destruktive Rücktrittsforderungen kommen, ohne einen potentiellen Nachfolger in der Hinterhand zu haben.

Wäre es eine Art Befreiungsschlag für die FDP, wenn Westerwelle der Partei beim Dreikönigstreffen anbieten würde, im Mai nicht wieder als Vorsitzender zu kandidieren?

Dafür ist es vielleicht zu spät. Die Bevölkerung stört möglicherweise mehr, dass Westerwelle zugleich Bundesaußenminister ist. Genscher war zeitweilig nach dem Koalitionsschwenk zu Kohl 1982/83 inner- wie außerparteilich ähnlich unbeliebt wie jetzt Westerwelle, aber schon mehrere Jahre erfolgreicher Außenminister. Deshalb konnte er seinerzeit durch den Rücktritt vom Parteivorsitz seinen Kopf retten.

Kommentare (5)

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Peggy Eiserne

03.01.2011, 17:01 Uhr

Ein Stück Anarchie Deutschlands.

Margrit Steer

03.01.2011, 17:40 Uhr

Aber, aber Herr Prof. Langguth,
einen Philipp Rösler vorzuschlagen, ist enau so, als wenn sie der FDP gleich einen Sarg hinstellen.
Diese arrogante von Dummheit geprägte, aber vor arroganz strotzende Nichtskönner wäre tatsächlich der Untergang der FDP

werner

04.01.2011, 02:49 Uhr

[2] Margrit Steer

inhaltlich stimme ich ihnen absolut zu! Aber sie könne doch nicht immer gegen alle sein. Nur rum jammern bringt doch nichts. Statt den ganzen Tag nur negative Energie zu verteilen, sollten Sie auch mal ein Vorschlag bringen. Oder müssen wir davon ausgehen, dass ausser Sie all die Aufgaben und Posten niemand machen kann.

bitte auch mal etwas positives! Wenn ich all das was Sie so schreiben glauben sollte, dann müsste man langsam den Keller wieder füllen :-(

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