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10.04.2012

07:16 Uhr

Parteichef Seehofer

CSU will beim Betreuungsgeld hart bleiben

Trotz aller Kritik hält die CSU weiter an der Einführung eines Betreuungsgeldes für Eltern, die ihre Kleinkinder zuhause betreuen, fest - und das auch gegen Widerstand aus den Reihen der Koalition.

CSU-Parteichef Horst Seehofer verteidigt das Betreuungsgeld. dpa

CSU-Parteichef Horst Seehofer verteidigt das Betreuungsgeld.

São PauloIm koalitionsinternen Streit über das Betreuungsgeld hat CSU-Chef Horst Seehofer die Kritiker in den Reihen der CDU erneut aufgefordert, sich an Absprachen in der Koalition zu halten. „Wir verlangen von anderen die gleiche Koalitions- und Vertragstreue, wie wir sie einbringen“, sagte Seehofer am Rande seines Besuchs im brasilianischen São Paulo unter Verweis auf mehrere Beschlüsse der schwarz-gelben Koalitionsspitzen.

Die CSU verhalte sich seit mehr als drei Jahren vertragstreu, und es sei höchste Zeit, dass sich auch die CDU an die Verträge halte. „Das ist für die Handlungsfähigkeit der Koalition ganz wichtig“, betonte der CSU-Chef. Den von Betreuungsgeld-Kritikern verwendeten Begriff der „Herdprämie“ wies er scharf zurück.

Auf die Kritik am geplanten Betreuungsgeld will die CSU laut Parteichef Horst Seehofer mit einer „großen Offensive“ reagieren. Die Unterstützung von Eltern, die ihre Kleinkinder zuhause betreuen, sei eine ganz entscheidende gesellschaftspolitische Weichenstellung, betonte Seehofer.

Die CSU sei daher zu einer großen Offensive entschlossen, um vielen Informationsmanipulationen entgegenzutreten - „damit sich die Leute selber eine Meinung bilden können“, sagte Seehofer. So gelte es mit dem Märchen aufzuräumen, dass es um ein veraltetes Familienbild gehe. „Von einer Herdprämie kann keine Rede sein“, sagte Bayerns Ministerpräsident und warf den Kritikern „Informations-Manipulation“ vor.

Betreuungsgeld-Debatte wächst sich aus

Video: Betreuungsgeld-Debatte wächst sich aus

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Kommentare (17)

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kfvk

10.04.2012, 07:58 Uhr

Bayern war in der Bildung schon immer etwas hinterher. Nachdem alle Welt nun festgestellt hat, dass Kinder, die früh Gemeinschaftseinrichtungen besuchen durchaus im Vorteil gegenüber Kindern sind, die den ganzen Tag nur ihre lieben Eltern sehen (hören eher selten, da sie meist -- völlig in sich gekehrt -- an ihrem Handy hängen). Also auch noch Geld zur Förderung der schlechteren Alternative ausgeben.
Der CSU ist eben nichts zu teuer, um neue Stammwähler heranzubilden. Mit dem Sparen bei unserem Staat wird es wohl nie etwas werden, solange jede Partei bereit ist Geld aus dem Fenster zu schmeißen, wenn es nur Stimmen bringt (Der Zweck heiligt die Mittel).
Es sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, dass Eltern(teile), die nicht arbeiten, sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Aber heute geht auch in den Familien nichts mehr ohne Belohnung für jeden Handgriff. Eigentlich schade und wir dürfen uns nicht wundern, wo große Teile der deutschen Gesellschaft inzwischen angekommen sind.

primitiv

10.04.2012, 08:10 Uhr

Eine Familienministerin, die sich stark macht, dass die Elternliebe das beste Mittel ist, um Kinder grosszubringen sind das Hauptargument der CSU. Das stimmt und geht völlig an der Diskussion über die Funktion eines Kindergartens vorbei.
Somit muss man feststellen, dass es da eine Familienministerin gibt, die noch nicht mal im Stande ist zu erkennen, was eigentlich Sinn und Zweck eines Kindergartens sind. Traurig, aber wahr.
Ein Kindergarten hat nicht die Funktion die Erziehung durch die Eltern zu ersetzen, sondern zu ergänzen.
Es ist auch ein Märchen, dass nur sozial Schwache oder Ausländer davon einen Vorteil haben. Nein, Kinder aus anderen Schichten profitieren bei guter Betreuung auch davon und zwar nicht unwesentlich. Und die Eltern werden entlastet anstatt mit einem Hungerlohn abgespeist.
In dieser Diskussion mit der CSU sieht man genau was für ein Niveau dort herscht. Falls man von Niveau sprechen kann, weil so eine Art der Argumentation hat schon etwas sehr Primitives an sich.


Account gelöscht!

10.04.2012, 08:26 Uhr

Der Unfug mit dem Betreuungsgeld hätte bereits in den Koalitionsvereinbarungen verhindert werden müssen. Das haben CDU und FDP leider nicht getan.

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