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13.01.2009

10:54 Uhr

Parteien

Wirtschaftskrise drängt Grüne in die Nische

VonBarbara Gillmann

Die Ökopartei hofft auf Rückenwind bei der Wahl in Hessen: Dort dürfte sie zwar nicht in der Regierung landen, doch ein zweistelliges Rekordergebnis scheint möglich. Im Superwahljahr will die Partei Klimaschutz, Bildung und Gerechtigkeit schmackhaft machen.

Cem Özdemir: Mit großer Mehrheit zum Parteichef neben Claudia Roth gewählt - doch seither nicht mehr übermäßig präsent. Foto: dpa dpa

Cem Özdemir: Mit großer Mehrheit zum Parteichef neben Claudia Roth gewählt - doch seither nicht mehr übermäßig präsent. Foto: dpa

BERLIN. Der Weg ins Superwahljahr führt die Grünen über steiniges Gelände: Die Wirtschaftskrise und der Streit um den Ausweg daraus haben die kleinste Oppositionspartei ins Abseits gedrängt. Seit Wochen kommt FDP-Chef Guido Westerwelle in den führenden Printmedien erstmals deutlich häufiger zu Wort als die grünen Parteichefs und Spitzenkandidaten zusammen. Nun hoffen sie auf Auftrieb aus Hessen: Dort dürften sie nach der Wahl am Sonntag zwar nicht in der Regierung landen; sie können aber auf ein zweistelliges Rekordergebnis hoffen - und womöglich sogar die FDP hinter sich lassen.

Das muss Energie spenden für ein langes hartes Wahljahr. Denn lediglich die Europawahl verspricht gute Werte, die Wahlen in Thüringen, Sachsen und Saarland werden schwer, und auch im Bund müssen sich die Ökos warm anziehen - nicht zuletzt deshalb, weil keiner der Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Renate Künast oder der Parteichefs Cem Özdemir und Claudia Roth das politische Gewicht eines Joschka Fischers hat.

Wie alle anderen Parteien auch, haben die Grünen eine Koalition mit der Linkspartei ausgeschlossen. Da Rot-Grün passé ist, setzen sie darauf, dass es für Schwarz-Gelb nicht reicht und Liberalen-Chef Westerwelle sich überwindet und lieber mit SPD und den Grünen eine Ampel eingeht, als weiter in der Opposition zu versauern.

Ob die Grünen selbst um der Macht willen eine Jamaika-Koalition eingehen würden, diskutieren sie nur ungern. Das sei unwahrscheinlich. Jürgen Trittin spricht indes von den grünen Inhalten, die er dann "in der Tüte rauchen könnte". Definitiv ausgeschlossen haben die Grünen eine Koalition mit CDU und FDP nicht.

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