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30.06.2011

10:51 Uhr

Parteienforscher Langguth

"Wulff hat noch kein scharfes Profil"

VonGero Brandenburg

Am 30. Juni 2010 wurde Christian Wulff von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Der Parteienforscher Gerd Langguth attestiert ihm einen guten Job, spricht aber auch von Anfangspatzern.

Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina. Seit dem 30. Juni 2010 ist Christian Wulff der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik. Quelle: dapd

Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina. Seit dem 30. Juni 2010 ist Christian Wulff der zehnte Bundespräsident der Bundesrepublik.

Professor Langguth: Das erste Jahr seiner Amtszeit ist vorüber - wie zufrieden sind Sie mit dem Bundespräsidenten Christian Wulff?  

Jeder Bundespräsident braucht einige Zeit, um sich in dieses Amt einzugewöhnen. Ich denke er macht einen guten Job, insbesondere im Ausland, seine Rede im türkischen Parlament in Ankara war gelungen. Er hat sich aber auch einige Anfangspatzer geleistet. Sein Auftritt in der Debatte um Thilo Sarrazin (Wulff: "Ich glaube, dass jetzt der Vorstand der Bundesbank schon einiges tun kann, damit die Diskussion Deutschland nicht schadet", Anm. der Redaktion) war unglücklich.

Wulff wurde damals erst im dritten Wahlgang gegen Joachim Gauck gewählt. Vielen Beobachtern galt er danach als beschädigt.

Ein Bundespräsident muss sich genauso der Wahl stellen wie ein Bundeskanzler. Dass er erst im dritten Wahlgang gewählt wurde, hatte mit ihm als Persönlichkeit wenig zu tun, sondern eher damit, dass Angela Merkel ihn durchsetzen wollte.

Was unterscheidet den Wulff von seinem Vorgänger Köhler? 

Wulff ist durch und durch Politiker – und das ist gut so. Wulff weiß sein Wort zu setzen. Köhler konnte sehr aufbrausend sein.

Am 3. Oktober sagte Wulff, der Islam gehört zu Deutschland. Wulff kassierte viel Kritik dafür.

Auch ein Bundespräsident muss sich der Kritik an seinen Reden stellen. Mit seinem im Prinzip berechtigten Islam-Hinweis hat er innerhalb weniger Tage nach Amtsantritt gleich Profil erhalten – so viel, wie Köhler in sechs Jahren nicht. Mit seiner Aussage provozierte Wulff – vielleicht mehr als ihm an Anfang bewusst war.

Seitdem ist er bei den großen öffentlichen Debatten nicht in Erscheinung getreten. Er schwieg zu Stuttgart 21, dem arabischen Frühling und Fukushima. Erst heute, am Jahrestag, meldet er sich in der Euro-Krise zu Wort. Ist das nicht zu wenig für das Staatsoberhaupt?

Das stimmt. Wulff  hat noch kein genügend geschärftes Profil. Der Bundespräsident ist ein Orientierungsgeber, da nutzt er seine Chance nicht genügend. So hat er die letzte „Berliner Rede“ vertan. Statt seiner hat der polnische Staatspräsident gesprochen. Das war von Wulff als eine nette Geste an den östlichen Nachbar gedacht, aber er hat die Chance nicht wahrgenommen, den Bürgern seine ganz persönlichen Gedanken zu benennen.

Was erwarten Sie von Wulff in den kommenden vier Jahren?

Wulff wird wohl selber zu der Erkenntnis kommen, dass er profilierter mit seinen Aussagen sein muss. Überparteilich sollte er sein und aktuelle Themen, die die Menschen bewegen, ansprechen. Und er sollte seinen Beitrag zum Abbau der Politikverdrossenheit leisten. 

Gerd Langguth ist Staatssekretär a.D. und Professor am Institut für politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn.

Kommentare (2)

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MIRO

30.06.2011, 12:02 Uhr

...noch kein scharfes Profil? Er hat überhaupt keines.
Eine Schlaftablette ist geradezu ein Energiebündel dagegen!
Sprechen sie mal Leute auf der Straße an und fragen nach
Wulff, ist die Antwort in der Regel, wer ist das ?
Das ist eben unser heutiges Problem in Deutschland, daß wir Bürger von absoluten unterem Mittelmaß regiert werden.Die Ergebnisse dieser Politik sehen wir gerade in perfider Art täglich neu.

Account gelöscht!

13.12.2011, 12:44 Uhr

Langguth attestiert ihm einen guten Job
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So der Gefälligkeits-Schwätzer Langguth.

Wulff hat weder Profil noch macht er einen guten Job.
Er ist Merkels Gefälligkeitspräsident.
Außerdem gibt es für Wulff ja kein Deutsches Volk mehr.
Seine letzte Weihnachtsansprache war eine Ohrfeige für jeden Deutschen und für jeden Christen.
Ich frage mich immer, warum Herr Langguth das macht, gerade solche Leute wie Merkel und Wulff immer schön zu reden. Bekommt er dafür Geld?
Oder wrude er dafür veauftragt die Manipulation der Detuschen mit zu machen?
Nach den z. T. wirklich tollen Bundespräsidenten die wir bisher hatten ist Wulff wirklich blamabal

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