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04.01.2008

12:14 Uhr

Parteiführung

FDP-Spitze stimmt in Kritik an Westerwelle ein

Wolfgang Gerhardt mischt mit seiner Kritik am Erscheinungsbild der FPD seine Partei ganz schön auf. Guido Westerwelle will sich davon zwar nicht beirren lassen. Doch die Kritik findet bei den Liberalen mehr Zustimmung, als zunächst gedacht.

Guido Westerwelle steht in der Kritik. Foto: dpa dpa

Guido Westerwelle steht in der Kritik. Foto: dpa

HB BERLIN. Die stellvertretende Parteivorsitzende Cornelia Pieper bemängelte die personelle Konzentration auf Parteichef Guido Westerwelle. Auch der Vorsitzende der Jungen Liberalen, Johannes Vogel, unterstützte am Freitag Gerhardts Forderung nach einer personellen und inhaltlichen Verbreiterung der Parteiführung.

Vor dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP am Wochenende sagte Pieper der „Leipziger Volkszeitung“: „Wir sollten Sympathiefaktoren mehr nach außen vermitteln durch zusätzliche Personen und durch eine breitere Themenpalette.“ Außerdem sagte sie: „Uns fehlt es aber manchmal an einer emotionalen und verständlichen Vermittlung unserer Botschaften.“ In der Kommunikation müsse die Partei besser werden.

Vogel sagte in mehreren Interviews ebenfalls, die Partei müsse ihre inhaltliche Aufstellung verbessern. In der Außen- und Klimapolitik sowie in den Debatten um Mindestlohn und Gerechtigkeit sei die FDP zu wenig präsent. „Unsere personelle Aufstellung ist nicht so optimal, wie sie sein könnte,“ erklärte er. Dafür sei aber nicht nur Westerwelle, sondern das gesamte Parteipräsidium verantwortlich. Gerade bei den jungen FDP-Mitgliedern renne Gerhardt mit seiner Kritik offene Türen ein.

Im Südwestrundfunk weitete Vogel die Kritik auf FDP-Generalsekretär Dirk Niebel aus. Er sagte, beim Thema Gerechtigkeit dürfe die FDP nicht nur auf die Höhe des beruflichen Nettoeinkommens achten. In diesem Jahrhundert würden mehr Menschen vorübergehend auf die Solidargemeinschaft angewiesen sein, weil sie sich durch ihren Beruf nicht immer vollständig finanzieren könnten. Auch für diese Menschen müsse die FDP ein Angebot machen. Niebel sei da „eindeutig in der Pflicht“.

Der FDP-Vorsitzende selbst, Guido Westerwelle, hat die Kritik seines Vorgängers entschieden zurückgewiesen. „Die Arbeit der FDP kann so schlecht nicht sein, wenn wir bei den Wahlen regelmäßig hinzugewinnen. Ich gehe meinen Weg unbeirrt weiter“, sagt er.

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