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11.03.2012

21:46 Uhr

Partymanager Schmidt

Wowereits Finca-Urlaub beschäftigt Parlament

Der Eventmanager Schmidt war schon in der Wulff-Affäre eine zentrale Figur. Jetzt gerät auch Berlins Regierender Bürgermeister in Bedrängnis, weil er auf Schmidts Finca einen Urlaub verbracht hat.

Freunde: Eventmanager Manfred Schmidt und Klaus Wowereit. dpa

Freunde: Eventmanager Manfred Schmidt und Klaus Wowereit.

BerlinEin Urlaub des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) bei einem aus der Wulff-Affäre bekannten Eventmanager wird Thema im Landesparlament. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus will den Kurzurlaub in einer spanischen Finca des umstrittenen Party-Veranstalters Manfred Schmidt am Mittwoch im Rechtsausschuss erörtern.

Wowereit solle damit Gelegenheit bekommen, seine Kontakte zu Schmidt im Zusammenhang darzustellen. Der SPD-Politiker hatte in der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage mitgeteilt: „Der Regierende Bürgermeister war vor acht Jahren im Rahmen eines privaten Spanien-Urlaubs einmal für 2-3 Tage Gast bei Herrn Schmidt auf dessen Finca bei Barcelona.“

Wowereit versicherte am Sonntagabend in der RBB-„Abendschau“: „Das war ein privater Besuch.“ „Es gibt keinerlei geschäftliche Beziehungen von der Senatskanzlei zu Herrn Schmidt.“ Auf Nachfrage fügte er hinzu: „Ich habe nicht für den Aufenthalt bezahlt. Aber das ist bei privaten Besuchen auch nicht üblich.“

Schmidt gilt als eine zentrale Figur in der Affäre um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Er hatte die private Lobby-Veranstaltung „Nord-Süd-Dialog“ organisiert, bei der der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff als Schirmherr fungierte und für die das Land Leistungen beigesteuert hatte. Schmidt steht im Verdacht, Wulffs damaligen Sprecher Olaf Glaeseker mit kostenlosen Urlauben bestochen zu haben.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sven Kohlmeier, findet einen kurzen Urlaub Wowereits auf Schmidts Finca nicht anrüchig: „Es fehlen die Gegengeschäfte zugunsten von Schmidt wie in Niedersachsen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Vier goldene Regeln im Umgang mit Affären

Rasch reagieren

„Man muss schnell reagieren, um handlungsfähig zu bleiben. Eine Salamitaktik, das scheibchenweise Einräumen von Fehlern, hat noch nie funktioniert", sagt Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er forscht zu Medienskandalen und Medienethik.

Medienwandel begreifen

Der Professor sagt auch: „Die Salamitaktik funktioniert ganz besonders schlecht unter den gegenwärtigen Bedingungen digitaler Kommunikation, denn bei einem möglichen, eventuell dann wieder fehlerhaften Teilgeständnis ist der Gegenbeweis blitzschnell sichtbar.“

Maximale Transparenz

Ein weiterer Tipp des Experten: „Man muss die Vorfälle schonungslos aufklären und dann mit einer möglichst ernsten, überzeugenden Geste um Verzeihung bitten.“

Image und Inhalt

Ebenfalls sei die Übereinstimmung von Institution und Inhalt laut dem Medienexperten Pörksen sehr wichtig: „Die Art und Weise des Skandalmanagements darf dem eigenen Image und vor allem dem Repräsentationskorsett des Amts, das man ausübt, nicht widersprechen."

Auch Wowereits Koalitionspartner CDU gab Rückendeckung: Mit dieser Art der Auseinandersetzung müsse Schluss sein, verlangte der Generalsekretär der Landes-CDU, Kai Wegner, im „Tagesspiegel“ (Samstag). Wie die Grünen sehen aber auch die Piratenpartei und die Linken weiteren Aufklärungsbedarf. Der Linken-Landesvorsitzende Klaus Lederer verlangte, Wowereit müsse „die Karten auf den Tisch legen“.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

12.03.2012, 00:53 Uhr

Wäre ja auch gelacht wenn keiner aus der Partei der Arbeiterverräter Dreck am Stecken hätte.
Wer hat uns verraten: SOZIALDEMOKRATEN!!!

Account gelöscht!

12.03.2012, 07:18 Uhr

...Vorschlag zur Güte: verlegen wir doch einfach den Plenarsaal nach Mallorca, dann haben sie es alle nicht mehr so weit zur Arbeit...

Stinkfisch

12.03.2012, 07:40 Uhr

Politiker heute sind an Karrakterlosigkeit nicht mehr zu überbieten.

EINE GIERIGE SELBSTVERSORGER MAFIA, welche das Volk täuscht und unter dem Deckmantel der völlig verkommenden Justiz ausräubert

Jedenfalls war Wulf ein Bauernopfer, stand Lobbysten im Weg, - SONNST HÄTTE MAN DIESEN IN DER PARASITENGEMEINDE NICHT FALLEN LASSEN!!

WENN DIE GEKAUFTE PRESSE IHRE RECHERCHEN AUF ALLE POLITIKER AUSDEHNEN WÜRDE, - FAST ALLE MÜSSTEN ABTRETEN!


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