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09.12.2011

15:52 Uhr

Peer Steinbrück

„Europäischer Rat bleibt Antworten schuldig“

Peer Steinbrück (SPD) ist jetzt Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Am Freitag hat er seine Ernennungsurkunde erhalten und warnte in seiner Antrittsvorlesung er vor einem Zerfall der Währungsunion.

Peer Steinbrück (SPD) spricht in Düsseldorf. dapd

Peer Steinbrück (SPD) spricht in Düsseldorf.

Der Beschluss des jüngsten EU-Gipfels, einen Sondervertrag mit schärferen Haushaltsregeln für die 17 Euroländer und zunächst 6 weitere Staaten aufzulegen, sei nur ein kurzfristiges Krisenmanagement. Angesichts eines ganzen Cocktails von Problemen, der bis spätestens Anfang kommenden Jahres entgiftet werden müsse, bleibe der Europäische Rat tiefgreifende Antworten weiter schuldig, sagte Steinbrück.

In seiner Rede zur wirtschaftlichen und politischen Bedeutung der Europäischen Währungsunion warnte er zudem vor dem Ausschluss einzelner Schuldenländer. „Die Integration aller europäischen Länder ist die Antwort auf 1945 und den 300-jährigen Zerfleischungsprozess in Europa“, sagte Steinbrück. Die Einheit gelte es zu erhalten, auch wenn dies mit hohen Kosten etwa für Deutschland verbunden sei.

Eine Rückkehr zu nationalen Währungen und eine damit verbundene Euro-Aufwertung würde laut Steinbrück nicht nur deutsche Großunternehmen hart treffen, sondern auch den immer stärker exportorientierten Mittelstand. Unmittelbar vor seiner Vorlesung hatte der mögliche SPD-Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2013 von Uni-Rektorin Beate Schücking seine Ernennungsurkunde erhalten. Laut Universität hatte Steinbrück schon in seiner Zeit als Bundesfinanzminister einen Vortrag an der Hochschule gehalten. Künftig werde er regelmäßig in Leipzig zu Gast sein.

Von

dpa

Kommentare (8)

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ille1975

09.12.2011, 16:46 Uhr

Naja, die Jungs mal frühzeitig auf Linie bringen und Ängste schüren. Hat damals auch gut funktioniert. Auf GAR keinen Fall die nun kommende Generation das System hinterfragen lassen!

MarcheOuCreve

09.12.2011, 18:11 Uhr

Es geht den Merkozy (wobei MERK der dominante Teil ist) gar nicht um die Euro-Rettung sondern um die Befestigung der Vorteile die sich Deutschland und Frankreich im Laufe der Jahren, über für sie günstige Regeln, gesichert haben (Regeln die sie den anderen Euro-Länder diktiert haben).
Wir haben in Europa eine Freihandelszone die als Exportreservat für die französische aber vor allem für die Deutsche Wirtschaft entartet ist. Durch die exorbitante und chronische Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands (14 Milliarden Im Monat) und die daraus zwangsweise resultierende Leistungsbilanzdefizite der anderen EU-Länder, werden die Haushaltsdefizite in diesen Länder gewissermaßen erzwungen. (Steuer Ausfälle)
Auch deren Wirtschaft wird langsam aber sicher, durch die Wirtschaftsübermacht Deutschlands, erstickt und ausgeschaltet.
Die so in Abhängigkeit geratene Länder sind nicht mehr in der Lage sich zu befreien, ein Ausstieg aus dem Euro wäre laut Verträge nur möglich bei einem gleichzeitigen Austritt aus der EU.
Keine europäische Wirtschaft kann aber außerhalb der EU lange bestehen und überleben. Bis Jetzt auf jedem Fall. Das ist den Merkozy auch bekannt, daher die Erpressung. Marche ou crève!

Nachwuchs

09.12.2011, 18:51 Uhr

Der Schuldenkaiser ist jetzt Professor. Kann eine Universität noch tiefer sinken?? Haben die Unis kein Gewissen mehr bzw. lehren nicht mehr Anstand, Ehre Menschenwürde usw.?

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