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27.05.2017

16:54 Uhr

Peer Steinbrück kritisiert SPD

„Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?“

SPD-Kanzlerkandidat Schulz will trotz der jüngsten Pleiten mutig in den Wahlkampf ziehen. Störfeuer kommt vom gescheiterten Merkel-Herausforderer Steinbrück. Er warnt Schulz, allein auf das Thema Gerechtigkeit zu setzen.

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat kritisiert den Wahlkampf seiner Partei. dpa

Peer Steinbrück

Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat kritisiert den Wahlkampf seiner Partei.

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will bei einem Wahlsieg unmittelbar etwas gegen die schlechtere Bezahlung von Frauen tun. „Eine SPD-geführte Bundesregierung wird in den ersten 100 Tagen alle notwendigen Initiativen ergreifen (...), um sicherzustellen, dass diese Schande, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, aufgelöst wird“, sagte Schulz am Samstag bei einer Wahlkampf-Konferenz vor rund 500 SPD-Funktionären in Berlin.

In kaum einem EU-Land ist die Lohnlücke so groß wie in Deutschland. Frauen verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer – auch weil sie wegen der Kinderbetreuung länger in Teilzeit sind.

Schulz ging bei der Veranstaltung direkt auf die Kritik ein, er sei vor den verlorenen Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen öffentlich auf Tauchstation gewesen - während Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei diversen Gipfeltreffen Weltpolitik gemacht habe.

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Erst will die SPD Eckpunkte ihres Programms vorstellen, dann nicht, dann doch, dann wird die Parteizentrale wegen eines auffälligen Gegenstands geräumt. Nach dem Schulz-Hype versinkt die Partei in Orientierungslosigkeit.

Er tingele über die Dörfer, um aufzunehmen, was in diesem Land los sei. „Die Bundestagswahl wird weder in Washington noch in Moskau entschieden, aber auf diesen Dörfern, wo ich tingele“, sagte Schulz. Ebenso wies er Vorwürfe aus sozialen Medien zurück, wo er wahlweise als „Schulden-Schulz“, „Schizo-Schulz“ oder „Lügen-Schulz“ bezeichnet werde: „Macht, was Ihr wollt, mich werdet Ihr nicht ändern, ich bin so wie ich bin.“

In seiner 70-minütigen Rede machte Schulz deutlich, dass die soziale Gerechtigkeit sein zentrales Wahlkampfmotiv bleibt. Die Lohnungleichheit sei für ihn ein Beispiel, dass es trotz Wohlstands und Wachstums nicht gerecht zugehe. Für Frauen sei es eine der schlimmsten Demütigungen, dass sie für gleiche Arbeit oft viel weniger Geld bekämen als männliche Kollegen. Die Bundestagswahl am 24. September werde deshalb eine Richtungsentscheidung: „Ich möchte, dass es in diesem superreichen Land gerechter zugeht.“

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