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25.02.2015

21:59 Uhr

Pegida

160.000 Islamgegner im Osten, rund 10.000 im Westen

Rund 170.000 Menschen haben sich an Demonstrationen der anti-islamischen Pegida oder ähnlicher Gruppierungen in Deutschland beteiligt. Die Daten des Bundesinnenministeriums zeichnen ein deutliches Ost-West-Gefälle.

Nun ist statistisch belegt: Es handelt sich um ein vorwiegend ostdeutsches Phänomen. dpa

Pegida-Kundgebung in Dresden

Nun ist statistisch belegt: Es handelt sich um ein vorwiegend ostdeutsches Phänomen.

BerlinSeit Oktober vergangenen Jahres haben sich in Deutschland rund 170.000 Menschen an Demonstrationen der anti-islamischen Pegida-Bewegung oder ähnlicher Gruppierungen beteiligt. Die große Mehrheit von ihnen, knapp 160.000, seien in den neuen Ländern und Berlin auf die Straße gegangen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, aus welcher der Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagsausgabe) zitiert.

Das Bundesinnenministerium listet in der Antwort insgesamt 105 Veranstaltungen auf. Mit Abstand die meisten Teilnehmer, nämlich insgesamt 124.650, kamen demnach zu Pegida in Dresden, gefolgt von Legida in Leipzig mit 21.341. In ganz Sachsen seien 147.566 Menschen zu den Veranstaltungen gegangen. Der Höhepunkt sei am 12. Januar mit 25.000 Pegida-Demonstranten in Dresden erreicht worden.

In Westdeutschland seien hingegen nur 9788 Menschen für die Ziele der Islamgegner durch die Straßen gezogen. Die größte Zahl war demnach in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen: Laut Ministerium gab es bei den Veranstaltungen in Düsseldorf, Bonn, Köln und Duisburg insgesamt 4084 Teilnehmer. Die bundesweit wenigsten waren es in Baden-Württemberg mit lediglich 212.

Pegida von Kopenhagen bis Prag

Viele Pegida-Ableger in Europa

Die islamfeindliche Pegida-Bewegung hat in Dresden und anderen deutschen Städten in den vergangenen Monaten Zulauf erhalten. Aber auch im europäischen Ausland stoßen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf Sympathie: In mehreren Ländern gibt es inzwischen Ableger der Bewegung. Von einer Teilnehmerzahl wie in Dresden am Montag vergangener Woche, als 25.000 Menschen auf die Straße gingen, waren die ersten Pegida-Proteste im Ausland allerdings weit entfernt. Nachfolgend eine Auswahl der europäischen Ableger.

Tschechien

In der tschechischen Hauptstadt Prag demonstrierten am vergangenen Freitag etwa 600 Menschen gegen den Islam. Es war die erste islamfeindliche Demonstration in Tschechien, wo Schätzungen zufolge zwischen 10.000 und 20.000 Muslime leben. Lediglich rund 20 Gegendemonstranten gingen auf die Straße. Die Organisatoren schlossen einen Zusammenschluss mit den Gleichgesinnten im nur 150 Kilometer entfernten Dresden nicht aus.

Dänemark

In Kopenhagen war für Montagabend der erste Protestzug des dänischen Pegida-Ablegers geplant. 300 Menschen hätten im Online-Netzwerk Facebook ihr Kommen zugesagt, sagte der Organisator des Protests, der Schulpsychologe Nicolai Sennels.

Norwegen

Am Montag vergangener Woche folgten in der norwegischen Hauptstadt Oslo rund 200 Menschen dem Aufruf des örtlichen Pegida-Ablegers. Man wolle die Aufmerksamkeit auf die Probleme im Zusammenhang mit der Einwanderung von Muslimen lenken, sagte der Organisator des Marschs, Gymnasiallehrer Max Hermansen. Auch Ausländer waren unter den Demonstranten, die ohne Zwischenfälle um das Osloer Rathaus herummarschierten. Nur eine Handvoll Gegendemonstranten stellten sich dem Protest entgegen.

Schweden

Der schwedische Pegida-Ableger zählt auf Facebook mehr als 8100 Anhänger. Die Gruppe verweist in zahlreichen Einträgen auf ihre Vorbilder in Dresden.

Österreich

Der österreichische Ableger, der auf Facebook mehr als 10.000 Sympathisanten zählt, bedauerte die Absage der Dresdner Pegida-Demonstration am Montag infolge von Anschlagsdrohungen. Ebenso wie die Dresdner Bewegung rief Pegida Österreich ihre Anhänger auf, anstelle des Protests am Montagabend eine Kerze ins Fenster zu stellen und die Landesflagge aus dem Fenster zu hängen.

Schweiz

In der Schweiz tauchte vergangene Woche auf Facebook ein örtlicher Pegida-Ableger auf und erhielt mehr als 3000 Unterstützer. Die Gruppe rief für den 16. Februar zu einem Protestmarsch gegen den Islam auf. Der Ort der Demonstration wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Auch die Mitglieder wurden nicht namentlich genannt, mit Ausnahme von Sprecher Ignaz Bearth. Dieser ist Chef der Direktdemokratischen Partei Schweiz, die enge Verbindungen zur rechtsextremen französischen Front National pflegt. Zuvor gehörte Bearth der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) an.

Belgien

In Belgien tauchte auf Facebook die Gruppe Pegida Vlaanderen auf, die sich mit der deutschen Pegida solidarisch erklärte. „Von Flandern aus unterstützen wir die Pegida-Bewegung in Deutschland“, heißt es in dem Eintrag der Gruppe. Rund 4500 Nutzer klickten auf die Sympathie-Bekundung „Gefällt mir“. Die Gruppe regte eine Demonstration in Antwerpen am kommenden Samstag an, legte aber keinen Termin fest.

Spanien

Auch in Südeuropa hat die Pegida-Bewegung Sympathisanten. In einem Eintrag im Kurzbotschaftendienst Twitter hieß es vergangene Woche, der spanische Ableger sei am 8. Januar gegründet worden – einen Tag nach dem islamistischen Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris.

In der Antwort des Ministeriums auf die Anfrage der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke wurden zwölf Bundesländer genannt, in denen einschlägige Demonstrationen stattfanden. Keine Veranstaltungen wurden demnach aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Rheinland-Pfalz bekannt.

Rechtsextreme "Einflussnahmen beziehungsweise Steuerungen" registrierte das Innenministerium nach eigenen Angaben bei Demonstrationen in Bonn, Köln, Düsseldorf, Suhl sowie in Schwerin und Stralsund. Zur Leipziger Legida hieß es, an fast allen Demonstrationen hätten "Personen des rechtsextremistischen Spektrums" teilgenommen - "meistens in passiver Form".

Bei Veranstaltungen in neun Ländern stellte die Polizei laut Innenministerium Straftaten fest. "Vereinzelte Konfrontationsdelikte mit Gegendemonstranten" habe es in Dresden, Leipzig, München und sechs weiteren Städten gegeben, zitiert der "Tagesspiegel" aus dem Ministeriumsschreiben. Darin sei auch von Volksverhetzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung die Rede.

Von

afp

Kommentare (15)

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Herr Günther Schemutat

26.02.2015, 08:16 Uhr

Wäre ich Ossi hätte ich auch große Angst , dass Ostdeutschland irgendwann in naher Zukunft wie Westdeutschland wird. Überwanderung ,Mißbrauch ,Gewalt gefördert über Jahrzehnte von Roten,Grünen und nun auch von der Union.

Paralellgesellschaften , Sharia Justiz , nichts was man im Osten sehen möchte. Aber
schon kam der Auftrag aus Berlin Ostdeutschland mit genausoviel Migranten aufzufüllen wie in Westdeutschland.

Die MP im Osten legen schon zu. Die Flüchtlinge alle irgendwie kerngesund und
selbst in Marokko können sie über 6,7 m hohe Zäune klettern und überwinden sogar Natodraht. Alles überwiegend jinge Männer die eigentlich in der Heimat etwas aufbauen sollten.

Aber Westdeutschland ist schon verloren . Jede Pegida hier wird von Gegendemonstranten begleitet. Bei den Hassprediger Vogel der öffentlich hetzt, stehen die selben Gegendemonstranten mit feuchten Augen. aber dabei.

Hier im Westen gibt es nur noch einen Christlich/Muslimischen Staat. Die Minderheit der Juden wird verfolgt und bespuckt wenn sie sich als Juden outen. Ihre Synagoden
werden rund um die Uhr bewacht . Muslime sind frei von solchen Angriffen, ihre Welt ist nicht anders als in Saudi Arabien. Mit einem starken Partner an der Seite
der alle Freiheiten zulässt.

Der Osten sollte wieder austreten u solange noch die Chance besteht , bevor Millionen neue Wähler in den Osten kommen.

Herr Peter Dirnberger

26.02.2015, 09:00 Uhr

"rund 10.000 im Westen"
Es fehlen die Nullen, 10.000.000 wäre immer noch untertrieben. Die Leute halten
den Mund, wie es in einer Demokratie üblich ist. 10.000 wieder einmal ein
Traumergebnis der Regierung, nicht einmal die SED kommt da mit.

Herr Teito Klein

26.02.2015, 09:46 Uhr

Es ist ein trauriges Bild
------------
Im Osten gehen 160.000 Menschen für die Freiheit und Recht auf die Straße, im Westen sind es nur 10.000. Der Rest bleibt lieber zuhause.

Das passt den Parteien natürlich nicht. In Dresden wurden schon einmal die Demonstrationen verboten.
In Leipzig eine Legida-Demo. Als Begründung diente "Polizeinotstand".
Aber die Gegendemonstrationen von der Antifa, der extremen Linken, und Anderer durften natürlich stattfinden. Da gab es dann keinen Polizeinotstand.
Die sind ja auch nicht "gewalttätig", sie sind "die Guten"!

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