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19.01.2015

07:17 Uhr

Pegida bei Günther Jauch

„Eine Frau aus dem Volk“

VonStefan Kreitewolf

Sonst spricht sie nicht mit der „Lügenpresse“, bei Jauch bricht sie ihr Schweigen: „Pegida“-Sprecherin Kathrin Oertel stellte sich erstmals der Debatte. Sie machte dabei Punkte, herausgefordert wurde sie kaum.

Pegida-Frontfrau Oertel: „Menschen wie Sie und ich“.

Pegida-Frontfrau Oertel: „Menschen wie Sie und ich“.

DüsseldorfKommt sie oder kommt sie nicht? Kurz vor der Sonntagsabend-Talkshow „Günther Jauch“ war klar: Die „Pegida“-Sprecherin Kathrin Oertel kneift nicht. Sie sitzt im Berliner Gasometer. Dicker Lidschatten, blonde Haare, versteinerte Miene: Bei der Vorstellungsrunde der Sonntag-Show „Günter Jauch“ fällt Oertel sofort ins Auge.

Es ist eine Premiere. Erstmals seit Beginn der Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, kurz Pegida, nimmt eine Vertreterin der Gruppe an einer politischen Talkrunde teil – live im deutschen Fernsehen. Und das, nachdem Pegida den Sonntagnachmittag über die Nachrichten dominiert hatte: Stunden zuvor mussten die Organisatoren die geplante Demo für Montag wegen konkreter Anschlags-Warnungen absagen. Die Polizei verbot aus Sicherheitsgründen sämtliche öffentlichen Kundgebungen in Dresden – ein schwerer Eingriff in die Versammlungsfreiheit.

Oertel bezeichnet sich bei Jauch selbst als „ganz normale Frau aus dem Volk“. Sie gehe auf die Straße um „darauf aufmerksam zu machen, was die Politik versäumt hat“. Sie habe sich aber nie einer Partei nahe gefühlt. Die Pegida-Frontfrau spricht mit Bedacht. Zu Beginn verheddert sie sich dennoch in ein kurzes Wortgefecht mit Jauch.

Die Pegida-Chefin über...

...Pegida

„Menschen wie Sie und ich, Herr Jauch“, antwortete Oertel auf die Frage, wer für „Pegida“ demonstriere. Der Moderator kontert: „Wie Sie vielleicht, nicht wie ich!“

...Migranten

„Man kann nicht sagen, dass Ausländer und Migranten nicht zu Deutschland gehören.“ Deutschland brauche dennoch eine geregelte Einwanderung.

...die Angst vor Islamisierung

Oertel sieht Koranschulen und Parallelgesellschaften als „verantwortlich“ für die Angst vor „der Islamisierung“ an.

...Integration

„Jeder Mensch in Deutschland hat die Pflicht zur Integration.“

...sich selbst

Oertel bezeichnet sich selbst als „ganz normale Frau aus dem Volk“. Sie sei freiberuflich tätig und habe drei Kinder. Sie habe sich aber nie einer Partei nahe gefühlt.

...ihre Motivation

Oertel sagt, sie gehe auf die Straße um darauf aufmerksam zu machen, „was die Politik versäumt hat“.

...ihren Frust

Sie sei „nicht frustriert, aber man darf in Deutschland über bestimmte Themen wie Migranten nicht diskutieren“, sagt Oertel.

...ihre letzte Wahl

„Ich habe über Jahre FDP gewählt, aber bei der letzten Wahl habe ich AfD gewählt.“

Wer demonstriert für Pegida, will der Moderator wissen. „Menschen wie Sie und ich“, antwortet Oertel mit sächsischem Akzent. Jauch widerspricht: „Wie Sie vielleicht, nicht wie ich!“ Oertel stockt. Ein Fehlstart? Im Gegenteil: Sie bleibt hartnäckig und legt gleich wieder los: Die aktuelle Bedrohung durch Anschläge und die Absage der montäglichen Demonstration mache ihr Angst.

Die Studiogäste Wolfgang Thierse (SPD) und Jens Spahn (CDU) sind sich einig: Für die Zukunft müsse eine Demo wieder möglich sein. Demonstrationen seien schließlich ein Grundrecht. Der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, wittert seine Chance und wettert: „Das ist der Beginn der Islamisierung, wenn Demonstrationen in Deutschland verboten werden müssen.“  

Kommentare (119)

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Herr Edmund Stoiber

19.01.2015, 07:29 Uhr

Die Lügenpresse traf die Normalität!

Unverschämtheit, kein Fremdenhass, Hakenkreuzruhnen und sie hatte doch tatsächlich normale Schuhe an!

Grübel, grübel, grübel!!?

...und wir bleiben dabei, das sind alles trotzdem "unanständige Deutsche!" Die wenden sich noch nicht einmal an die "lokalen Bundestagsabgeordneten"!


PEGIDA - Wir bewegen die Massen!

Herr Woifi Fischer

19.01.2015, 07:37 Uhr

Pegida bei Günther Jauch„ Eine Frau aus dem Volk“.

Ich fand den Auftritt von Frau Oertel bei Herrn Jauch sehr gut, trotz der vielen Anfeindungen durch Herrn Jauch, und einiger anwesenden.

Sie hat die anliegen sehr gut herübergebracht.

Herr Neuer Neumann

19.01.2015, 08:09 Uhr

Frau Oertel war die einzige in der Runde, die ein ehrliches Anliegen hatte.

Der Rest gefiel sich vor allen Dingen selbst und warb beim Publikum für sich selbst.
Frau Oertek dagegen hatte wirklich was zu sagen.

Während Thierse in gesalbten Demokratie erklärte, wurde sie ihm vor der Nase vorgemacht.

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