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21.01.2015

20:02 Uhr

Pegida-Gründer Lutz Bachmann

Er ist wieder weg

Der Gründer der islamkritischen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, ist von seinen Funktionen bei der Organisation zurückgetreten. Zuvor hatte er heftige Kritik wegen eines Facebook-Fotos im Hitler-Look einstecken müssen.

Dieses Bild hat Lutz Bachmann gepostet – mittlerweile ist es bei Facebook nicht mehr zu sehen. Twitter

Dieses Bild hat Lutz Bachmann gepostet – mittlerweile ist es bei Facebook nicht mehr zu sehen.

BerlinNach heftiger Kritik an Fotos in Hitler-Pose und Äußerungen im Internet ist der Gründer der islamkritischen Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, von seinen Funktionen bei der Organisation zurückgetreten. „Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe, und ziehe daraus die Konsequenzen“, erklärte Bachmann am Mittwoch. Begleitet von heftigen Protesten gingen in Leipzig tausende Legida-Anhänger auf die Straße.

Bachmann war wegen der Fotos in Hitler-Pose massiv in die Kritik geraten – und zwar auch aus den eigenen Reihen. Das müsse „Konsequenzen haben“, forderte Pegida-Vize Rene Jahn in der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe). Im Internet veröffentlichte Fotos zeigen Bachmann mit einem „Hitler-Bärtchen“.

Der Druck auf den Islamkritiker stieg im Tagesverlauf zudem, weil die Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung gegen ihn einleitete. Auslöser waren Presseberichte über mutmaßliche Facebook-Einträge und Kommentare von Bachmann, in denen dieser Flüchtlinge und Asylbewerber beschimpft und beleidigt haben soll, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Die Köpfe der Pegida-Bewegung

Köpfe und Wortführer

Wer sind die Köpfe und Wortführer der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden und anderswo? Einige Beispiele:

Kathrin Oertel

Sie ist die einzige Frau im zwölfköpfigen Organisationsteam von Pegida Dresden, die öffentlich in Erscheinung tritt. Laut Medienberichten ist sie 36 Jahre alt und arbeitet als Wirtschaftsberaterin. Neuerdings fungiert sie als Pegida-Sprecherin und Schatzmeisterin – und trat als Gesicht von Pegida bei Günther Jauch auf. In ihren Ansprachen schlägt Oertel vergleichsweise moderate Töne an, persönliche Angriffe überlässt sie anderen.

Sebastian Nobile

Veranstalter der Kögida-Demo in Köln und Pressesprecher der Pegida NRW, nennt sich „freiheitlich-christlicher Patriot“. Medienberichten zufolge war er Aktivist der „German Defence League“, die islamfeindlich und rechtsextrem ist. Laut Polizei hat er mehrfach Demos mit rechtsradikalen Anliegen angemeldet.

Melanie Dittmer

Sie organisierte zuletzt die Bonner „Bogida“-Demos. Medienberichten zufolge war die 36-Jährige im Landesvorstand der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“. Dem „Spiegel“ sagte sie jüngst, es sei für sie unerheblich, ob es den Holocaust gegeben habe. Dittmer sitzt im Vorstand von Pro NRW. Pegida NRW teilte am Dienstag mit, wegen „inhaltlicher Differenzen“ sei die Zusammenarbeit mit Dittmer beendet.

Udo Ulfkotte

Ex-Journalist und Autor des Bestsellers „Gekaufte Journalisten“, gibt den „Lügenpresse“-Rufern Futter und sieht auch schon seit langem Europa von fanatischen Muslimen bedroht. Schon 2003 erschien dazu sein Buch „Der Krieg in unseren Städten“. In diese Richtung argumentierte auch das Buch „Heiliger Krieg in Europa“.

Karl Schmitt

Er organisiert in Berlin die Bärgida-Bewegung. Der promovierte Ingenieur (60) war 14 Jahre bei der CDU kommunal aktiv, trat 2008 aus und gründete die rechtspopulistische Partei „Die Freiheit“ mit. Die CDU habe zu wenig Distanz zur Linken gezeigt und die Gefahr der muslimischen Parallelgesellschaft in Deutschland nicht erkannt. Die „Freiheit“ verließ Schmitt auch nach einem Jahr.

Lutz Bachmann

Er war das Gesicht von „Pegida“ in Dresden: Bachmann rief die Facebook-Gruppe ins Leben, die das islamkritische Bündnis begründete. Er sei kein Rassist, betonte der wegen Diebstahls und Drogendelikten vorbestrafte 41-Jährige stets – doch er musste zurücktreten, da gegen ihn wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Zuvor waren ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge öffentlich geworden.

„Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Bürgern, die sich von meinen Postings angegriffen fühlen“, erklärte Bachmann. „Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde.“ Die Pegida-Bewegung verliert somit ihren in der Öffentlichkeit bekanntesten – und umstrittensten – Vertreter. Die für diesen Montag geplante Pegida-Demonstration in Dresden war unter anderem abgesagt worden, weil es Morddrohungen gegen Bachmann gegeben hatte.

Kommentare (5)

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Herr C. Falk

21.01.2015, 18:46 Uhr

Hitlerbärtchen ist absolutes No-go. Der große Atze, das dämonische Würstchen, darf auf keinen Fall veräppelt werden, mindestens noch dreißig Jahre lang. lol

Herr Edmund Stoiber

21.01.2015, 18:53 Uhr

Unser Anliegen ist zu ernst, als dass diese durch solche Unnötigkeiten in ein falsches Bild gerückt werden.

Aber auch das halten wir aus!

PEGIDA - Wir bewegen die Massen!

Herr Roman Tersano

21.01.2015, 19:20 Uhr

WOLLEN WIR WIRKLICH ZU EINER MINDERHEIT VERDRÄNGT WERDEN?



Alle hier lebenden Europäer – egal ob nun Deutscher ohne Migrationshintergrund, "Spätaussiedler", Italiener, Spanier, Pole oder sonstige europäische Migrant - müssen sich dringend folgende Frage stellen:

Wollen wir wirklich zu einer Minderheit in Deutschland und irgendwann vielleicht in ganz Europa werden?!

Denn auf nichts anderes läuft die gegenwärtige Bevölkerungsentwicklung in diesem Land, weiter befeuert durch die neuen Asylbewerber-Ansturm, hinaus. Nicht nur die Deutschen sondern die gesamte europäische Bevölkerung dieses Landes wird immer mehr verdrängt, und wird schließlich in naher Zukunft zur Minderheit verdrängt sein.


* Sollen wir wirklich zulassen, dass wir vollends zur Minderheit im eigenen Land werden, was wir in vielen Großstädten in der jungen Generation bereits sind?


* Sollen wir wirklich zulassen, dass uns dann so geht, wie jene Restdeutschen, die in den maximal bereicherten Brennpunktviertel leben müssen. Von der Politik verraten, als Fremde im eigenen Land – in ständiger Angst vor Gewalt, vor Rassismus, und Gewalt? Tatenlos mit ansehen müssen, wie die eigenen Kinder brutalste gemobbt, ausgegrenzt und tyrannisiert werden, einfach nur, weil sie Deutsche oder Europäer sind?

https://www.youtube.com/watch?v=5vjJSC970V0


* Sollen wir wirklich zulassen, dass unser Wohl und das unserer Kinder und Enkel von der Gnade einer neuen dominanten Mehrheitsbevölkerung aus Nicht-Europäern abhängig sein werden, von denen viele tief-sitzende, teilweise religiös motivierte Ressentiments gegen uns hegen?

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