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16.11.2015

23:43 Uhr

Pegida in Dresden

Nach dem Terror in Paris schrumpft die Montagsdemo

Pegida bekam Rekord-Teilnehmerzahlen, als im Januar in Paris Islamisten einen Anschlag auf die „Charlie Hebdo“-Redaktion verübt hatten. Vom neuen Terror in Paris können die Islamfeinde dagegen kaum profitieren.

... Frieden? Auch bei der Pegida-Demonstration taucht am Montag das "Pray for Paris"-Logo auf. AFP

Ein Symbol für ...

... Frieden? Auch bei der Pegida-Demonstration taucht am Montag das "Pray for Paris"-Logo auf.

DresdenDas Gedenken an die Terroropfer in Paris hat der islamfeindlichen Pegida-Bewegung bei ihrer Montagsdemonstration in Dresden keine zusätzlichen Anhänger beschert. Im Gegenteil: Nach Schätzungen der Studentengruppe „Durchgezählt“ versammelten sich am Abend zwischen 7000 und 8000 Teilnehmer auf dem Theaterplatz vor der Semperoper.

In einer ersten Schätzung war die Gruppe noch von etwas höheren Zahlen ausgegangen. Vor einer Woche hatte Pegida bis zu 8500 Anhänger mobilisieren können.

Nach den Anschlägen auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar dieses Jahres in Paris hatten die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mehr als 20.000 Menschen auf die Straße gebracht. Es war die bislang höchste Teilnehmerzahl überhaupt.

Die Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling sprach am Montagabend davon, dass mit den Flüchtlingen auch Terroristen nach Europa kämen. Das zeige der syrische Pass, der im Zuge der Terroranschläge in Paris in der Nähe eines toten Attentäters gefunden wurde. Ob der Pass überhaupt echt ist, war am Montag jedoch weiterhin unklar.

Pegida-Frontfrau: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Festerling

Pegida-Frontfrau

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Festerling

Sie ist für provozierende Reden bekannt: Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling nennt Flüchtlinge „angreifende Horden“ und „Invasoren“, die auf Feldbetten „herumgammeln“. Nun ist sie ein Fall für den Staatsanwalt.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte vor der Kundgebung am Montag davor gewarnt, die Anschläge von Paris politisch zu missbrauchen. Es dürfe keine Politik auf dem Rücken der Flüchtlinge gemacht werden.

Gegen Pegida gingen am Montagabend etwa 1000 bis 1500 Menschen auf die Straße. Sie waren dem Aufruf der Gruppe Gepida - „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ - gefolgt.

In Leipzig versammelten sich zur gleichen Zeit nach Schätzungen der Studenteninitiative rund 450 bis 600 Anhänger von Legida. Die Zahl der Gegendemonstranten lag mit 900 deutlich höher.

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