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14.01.2015

14:51 Uhr

Pegida-Studie

48, männlich, sächsisch – und unzufrieden

Die Pegida-Demonstranten in Dresden treibt mehrheitlich nicht die Furcht vor dem Islam auf die Straße. Der typische Teilnehmer kommt aus Sachsen, ist männlich, gut ausgebildet – und unzufrieden mit der Politik.

Pegida-Demonstranten, hier am Montag in Dresden, sind laut einer Studie in der Mehrheit gar nicht gegen den Islam. AFP

Pegida-Demonstranten, hier am Montag in Dresden, sind laut einer Studie in der Mehrheit gar nicht gegen den Islam.

DresdenDie Pegida-Demonstranten in Dresden gehen mehrheitlich gar nicht gegen den Islam, sondern aus Unzufriedenheit mit der Politik auf die Straße. Das geht aus der ersten empirischen Untersuchung der Anhänger der Anti-Islam-Bewegung hervor. Obwohl sie an einer Kundgebung der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) teilnehmen, nenne noch nicht einmal ein Viertel den Islam, Islamismus oder die Islamisierung als Grund dafür, sagte der Politikwissenschaftler Hans Vorländer von der TU Dresden am Mittwoch bei der Vorlage der Studie.

Vorländers Team hatte bei drei Demonstrationen in Dresden zwischen dem 22. Dezember und vergangenem Montag rund 400 Teilnehmer befragt. Der typische Pegida-Demonstrant ist demnach 48 Jahre alt, männlich, aus Sachsen, gut ausgebildet und verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Einkommen. Nur 2 Prozent seien ohne Beschäftigung oder arbeitssuchend. Der Anteil der Rentner liegt bei 18 Prozent. Fast die Hälfte sind Arbeiter oder Angestellte. Beamte sind kaum darunter (3 Prozent). An der Umfrage wollten sich allerdings rund 65 Prozent der Demonstranten nicht beteiligen.

Wer sind die Pegida-Demonstranten?

Geschlecht

75 Prozent der Pegida-Teilnehmer sind Männer.

Alter

Die größte Altersgruppe machen mit 37 Prozent die 40- bis 59-Jährigen aus.

Bildung

28 Prozent sind Hochschulabsolventen, 18 Prozent haben das Abitur als letzten Abschluss, 9 Prozent haben eine Meisterprüfung abgelegt.

Beruf

Fast die Hälfte (47 Prozent) sind Angestellte oder Arbeiter, 18 Prozent Rentner und nur 2 Prozent geben an, keine Tätigkeit auszuüben oder Arbeit zu suchen.

Einkommen

Fast 40 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein monatliches Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro netto.

Politische Einstellung

62 Prozent geben an, keiner Partei verbunden zu sein. 17 Prozent stehen der AfD nahe, 9 Prozent der CDU, 4 Prozent der rechtsextremen NPD, 3 Prozent der Linken. Jeweils 1 Prozent sympathisiert mit SPD, Grünen und der FDP.

Glaube

73 Prozent sind konfessionslos, 21 Prozent protestantisch und 4 Prozent katholisch. 2 Prozent gehören anderen Glaubensgemeinschaften an.

Die Quelle

Wissenschaftler der TU Dresden haben bei drei Pegida-Demonstrationen zwischen dem 22. Dezember und dem 12. Januar rund 400 Teilnehmer befragt.

Für die Mehrheit der Teilnehmer seien die Kundgebungen „in erster Linie eine Möglichkeit, tief empfundene, bisher nicht öffentlich artikulierte Ressentiments gegenüber politischer und meinungsbildender Elite zum Ausdruck zu bringen“, sagte Vorländer. Diese Gegenüberstellung von „Die da oben“ und „Wir hier unten“ in Kombination mit fremdenfeindlichen Einstellungen werde traditionell zum rhetorischen Arsenal rechtspopulistischer Strömungen gerechnet.

Für den Politikwissenschaftler sind die Demonstrationen Symptome einer schon länger beobachteten Krise der repräsentativen Demokratie. „Die Bürger haben ein sehr unmittelbares Partizipationsbegehren. Sie sind manchmal auch der Auffassung, dass das, was sie für richtig halten, auch eins zu eins umgesetzt werden muss.“ Dabei werde häufig verkannt, dass solche Prozesse „erstens einen langen Atem brauchen und zweitens zu Kompromissen führen müssen“.

Kommentare (14)

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Herr Fred Meisenkaiser

14.01.2015, 15:24 Uhr

Sehe ich genauso. Es geht den Sachsen weniger um den Islam, sondern mehrheitlich um die Unzufriedenheit mit der Politik der Machthaber. Diese nutzt immer weniger den Bürgern. Vielmehr werden nur noch die Interessen der Reichen bedient.
Und alle 4 jahre jemand wählen, der nicht an seine Wahlversprechen gebunden ist - ist zu wneig.

Frau Frauke Müller

14.01.2015, 16:02 Uhr

Ich bin weiblich, hessisch, und übers Alter schweige ich lieber.

Aber ich bin auch unzufrieden. Es kotzt mich an als wertkonservativer Mensch immer als Nazi bezeichnet zu werden.

Wenn es hier im Westen nicht so gefährlich wäre (Antifa + Wuttürken), würde ich aber auch auf eine Pegida-Demo gehen...

Frau Margrit Steer

14.01.2015, 16:11 Uhr

Na da wurde mal wieder so ein typisch linker "Wissenschaftler" gefunden der nun im Namen der Politik agt, wer die Pegida-Leute sind

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