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13.01.2015

17:51 Uhr

Pegida

Türkischer Ministerpräsident vergleicht Pegida mit Terrormiliz IS

Eine „mittelalterliche Mentalität“ bescheinigt der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu der Pegida-Bewegung – zusammen mit der Terrormiliz Islamischer Staat. Für ihn bedienen beide Gruppen eine ähnliche „Logik“.

Für den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu teilen Pegida und IS das gleiche, reaktionäre Gedankengut. dpa

Für den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu teilen Pegida und IS das gleiche, reaktionäre Gedankengut.

BerlinDer türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Pegida-Bewegung in Deutschland mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verglichen. Pegida und der IS hätten beide „eine mittelalterliche Mentalität“, sagte Davutoglu der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch).

„Als Terrorgruppen in Mossul Kirchen zerstörten, behaupteten sie, Mossul sei eine islamische Stadt und nur für Muslime.“ Dabei hätten in der nordirakischen Metropole seit jeher auch Christen gelebt. „Das ist dieselbe Logik wie die von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre.“

Davutoglu sagte dem Blatt weiter, die Türkei sei „sehr besorgt über Pegida“. Die Bewegung wolle „eine exklusive christliche deutsche Gesellschaft“. Er fügte hinzu: „Das ist nicht nur eine Bedrohung für Türken und Muslime, sondern auch eine Bedrohung für Deutschland selbst.“

Wie nach der Wirtschaftskrise von 1929 werde bei allem, was schieflaufe, die Schuld beim „Anderen“ gesucht. „Das ist genau die Mentalität von Daesch (arabische Abkürzung für den IS). Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida.“

Das Phänomen „Pegida“ und was dahinter steckt

„Pegida“

Als Ende Oktober die ersten paar Hundert Leute demonstrierten, stießen auf wenig Beachtung. „Pegida“-Anhänger protestieren gegen die vermeintliche Islamisierung Deutschlands und angeblichen Asylmissbrauch. Das neue Ausmaß der Demos schreckt Politiker und Experten auf, auch im Bund. Sie warnen vor „Hetze“ und „Pogromstimmung“. (Quelle: dpa)

Was wollen die „Pegida“-Leute?

Die Anhänger der Bewegung fordern eine strengere Asylpolitik und sind gegen die Aufnahme von „Wirtschaftsflüchtlingen“ – also Asylbewerbern, die ihrer Ansicht nach keinen Anspruch auf Schutz haben und angeblich nur auf Sozialleistungen aus sind. Sie wettern gegen muslimische Extremisten und vermeintliche Glaubenskriege auf deutschem Boden.

Wer steht hinter „Pegida“?

Der Initiator ist Lutz Bachmann. Der gelernte Koch ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Drogendelikten. An seiner Seite demonstrieren viele Bürger, die sich ausdrücklich nicht in die Nähe von Rechtsextremen gerückt sehen wollen. Auch Bachmann betont immer wieder, er lehne jede Art von Radikalismus ab. Es haben sich aber längst Hooligans, Neonazis und bekennende Islamfeinde unter die Protestler gemischt. Auch zahlreiche Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) sind dabei.

Ist das Phänomen auf Dresden beschränkt?

Nein. Inzwischen gibt es auch in anderen Regionen Ableger von „Pegida“ – etwa in Düsseldorf („Dügida“), Kassel („Kagida“), Bayern („Bagida“) oder Ostfriesland („Ogida“), aber auch in einigen anderen Städten. Die Bewegung wächst schnell – nicht zuletzt durch das Internet. Die Macher sind sehr aktiv bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken und mobilisieren so stetig neue Anhänger.

Warum halten Politiker und Experten die Bewegung für gefährlich?

„Pegida“ verallgemeinere extrem und vermische wild Themen, meinen Fachleute. Die Gruppe werfe „Kampfvokabeln“ in die Menge, nutze Ängste in der Bevölkerung und lade sie zu Ressentiments auf, sagt der Rechtsextremismus-Forscher Hajo Funke. Das sei klassischer Rechtspopulismus. Funke sieht bereits Ansätze einer rechtsextrem inspirierten Massenbewegung. Sicherheitskreise befürchten, dass Rechtsextreme die Bewegung systematisch unterwandern könnten. Auch viele Politiker sprechen von besorgniserregender ausländerfeindlicher Stimmungsmache. Die AfD zeigt dagegen Verständnis für die Proteste.

Wie konnte „Pegida“ entstehen?

Auslöser der Proteste ist die Asylpolitik. Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt seit langem. Experten meinen, Bund und Länder hätten viel zu spät darauf reagiert. Das Ergebnis: Viele Kommunen sind mit der Lage überfordert, müssen Flüchtlinge in Wohncontainern oder Zelten unterbringen. Mancher Bürger hat daher das Gefühl, Deutschland könne damit kaum fertig werden – auch wenn das für die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sicher nicht zutrifft. Funke klagt, die politischen Verantwortlichen hätten es versäumt, auf solche Ängste in der Bevölkerung einzugehen. Die Linke wirft den Innenministern der Union vor, sie hätten für all das überhaupt erst den Boden bereitet – durch ihre Warnungen vor „Armutszuwanderung“ oder „Asylmissbrauch“.

Wie geht es weiter?

Bisher wurden die Dresdner Demos jede Woche größer. Inzwischen formiert sich aber einiger Widerstand gegen die neue Bewegung. Die Gegendemonstration in Dresden war am Montag fast so groß wie der „Pegida“-Aufmarsch. Experten mahnen, wichtig sei nicht nur breite Gegenwehr dieser Art. Entscheidend sei, vernünftig mit der wachsenden Zahl an Flüchtlingen umzugehen und so den Ängsten in der Bevölkerung zu begegnen. Das Thema „Pegida“ kommt Ende der Woche auch bei der Innenministerkonferenz in Köln auf den Tisch.

Davutoglu sagte am Mittwoch im Parlament in Ankara an die Adresse der Muslime in Europa: „Ihr seid nicht alleine. Die Türkei ist da, um euch zu beschützen.“ Am Dienstag hatte Davutoglu Berlin besucht.

Von

dpa

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

13.01.2015, 18:02 Uhr

Da fehlen die Worte.
Dem ist offenbar die Schüssel gesprungen.

Account gelöscht!

13.01.2015, 18:19 Uhr

Türkischer Ministerpräsident vergleicht Pegida mit Terrormiliz IS

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Wenn Politiker so ohne Feingefühl für Menschen und Politik

einfach nur heraus reden...

dabei den sozialen frieden noch mehr stören...

noch mehr eine Spaltung in unsere Gesellschaft herbei reden

wem wundert es dann dass auch bei Erwachsene...

sich wie bei einem Kleinkind...

erst Recht eine Trotzreaktion entsteht...

wo man sich dann entscheidet

dass man ( ob richtig oder falsch )...

jetzt erst recht dieser Weg vollens einschlägt.

Am Maidan hat ein Boxkämpfer genug die Revolution damals angezettelt und angeheizt...

und jetzt in Europa noch mehr Anheizung der Lage durch ein türkischer Ministerpräsident ?

Wird Zeit dass es auch für die Ausübung einer politischer Arbeit...es vorher extremere Eignungsteste entstehen...

und wer dann nicht besteht...der dann NIE in die politische Arbeit angeht.

Ob man sowas auch in der Türkei versteht ???






Herr Alfred Werner

13.01.2015, 18:26 Uhr

Mir scheint, man will die Deutschen zwingen, NPD zu wählen.

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