Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2012

22:37 Uhr

„Persönlicher Rat“

CDU-Abgeordneter fordert Wulff zum Rücktritt auf

Die CDU verliert die Geduld mit Wulff. Die Endlos-Debatte um seine Informationspolitik zehrt an den Nerven seiner Parteifreunde. Jetzt wagt sich der erste Abgeordnete aus der Deckung – mit einer klaren Ansage.

Christian Wulff. Reuters

Christian Wulff.

BerlinDer Berliner Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann hat Bundespräsident Christian Wulff den Rücktritt nahe gelegt. Das Amt sei schon jetzt beschädigt, allein durch die öffentliche Diskussion auch in großen Leitmedien wie „Spiegel“ und „Zeit“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Info-Sendung „login“. „Mein persönlicher Rat an ihn wäre, dass er sich und seiner Familie das nicht länger antut“. Ein Ende mit Schrecken sei besser als ein Schrecken ohne Ende, sagte Wellmann weiter.

Wulff steht wegen eines Privatkredits und versuchter Einflussnahme auf die Presse unter großem Druck. Die Nichtveröffentlichung von Fragen und Antworten zu den Vorwürfen gegen ihn stößt auch in der Union auf Unverständnis.

Vor allem die Informationspolitik des Bundespräsidenten stößt vielen Christdemokraten bitter auf. Parlamentsgeschäftsführer Peter Altmaier forderte Wulff am Mittwoch auf, seine Anwälte „an die Leine“ zu legen und die Antworten auf mehrere hundert Journalistenfragen zur Kreditaffäre ins Internet zu stellen. Wulffs Anwalt Gernot Lehr lehnte dies unter Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht ab. Altmaier schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, er wünsche sich, „dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt“.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Wulff zu Transparenz auf. Sie sei sich sicher, dass Wulff auch neue Fragen beantworten werde, sagte Merkel. Ihr Sprecher Steffen Seibert erläuterte: „Was zählt für die Bundeskanzlerin ist der Grundsatz, dass Fragen beantwortet werden, dass Auskünfte und Informationen durch den Bundespräsidenten erteilt werden.“

Wulffs Anwalt Lehr weigerte sich am Mittwoch indes erneut, den Forderungen nach Veröffentlichung eines detaillierten Frage-Antwort-Katalogs zu der Affäre nachzukommen. Der im Auftrag des Präsidenten geführte Schriftverkehr mit Journalisten und die Gespräche zwischen Anwälten und Dritten „fallen unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht“, erklärte er in Bonn.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

11.01.2012, 22:51 Uhr

Der Bundespräsident hat qua Amt keine Parteifreunde da es eindeutig überparteilich ist.

R.Rath

11.01.2012, 22:58 Uhr

Interessant ist nur, ist Herr Wellmann vorgeschickt um die Avant Garde zu machen oder ist das ein persönlicher Alleingang ohne Order aus bloßer Wichtigtuerei.Ist letztes der Fall wird der gute Mann damit keinen Blumentopf gewinnen, geschweige einen Orden für persönliche Tapferkeit.

Charbonnier

11.01.2012, 23:01 Uhr

Das ist richtig. Und wer Parteifreude hat, braucht sich Feinde nicht mehr zu suchen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×