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29.03.2011

21:51 Uhr

Personalpolitik

Wirtschaft will mehr Frauen in Führungspositionen

ExklusivSchon vor dem Treffen am Mittwoch sind sich Politik und Wirtschaft einig: Künftig sollen mehr Frauen in Führungspositionen sitzen. Ungereimtheiten gibt es jedoch darüber, wie dieses Ziel erreicht werden soll.

Frauenquote: Das Ziel ist klar, nur der Weg dorthin noch nicht. Quelle: dpa

Frauenquote: Das Ziel ist klar, nur der Weg dorthin noch nicht.

DüsseldorfDie neue Personalchefin von SAP, Angelika Dammann, sieht sich als eine der wenigen Frauen gleich doppelt in der Verantwortung. Vom Spitzentreffen der 30 Dax-Vorstände mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, Familienministerin Kristina Schröder und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Mittwoch in Berlin erwartet sie einen "Konsens" und eine "Marschroute", sagte sie dem Handelsblatt.

"Es kann nicht sein, dass wir, die deutsche Politik und Wirtschaft es nicht schaffen, Frauen und Männern, die arbeiten wollen, flexible Tätigkeiten anzubieten und auch Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder und Eltern zu schaffen. Das können wir uns volks- und betriebswirtschaftlich nicht länger leisten", sagte Dammann. "Mein Wunsch ist, dass wir gemeinsam, also die Dax-Vorstände und die Politiker eine Strategie entwickeln." 

Eine Quote lehnt sie strikt ab. "Ich bin gegen eine Quote, weil sie zu kurz greift. Wir brauchen eine gesellschaftliche Bewusstseinsänderung zu der alle beitragen."

Auch Thomas Sattelberger, der Personalvorstand der Telekom, der vergangenes Jahr mit seiner selbst verordneten Quote von 30 Prozent für Schlagzeilen sorgte, mahnt seine Kollegen zum Handeln. "Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen. Die Wirtschaft muss jetzt Farbe bekennen. Ich habe immer gesagt, dass eine gesetzliche Quote nur Ultima Ratio sein kann. Deshalb plädiere ich für eine freiwillige Selbstverpflichtung mit klaren, transparenten und messbaren Zielen. Wenn Dax-30 Konzerne jetzt nicht handeln, dürfen sie sich nicht beschweren, wenn der Gesetzgeber handelt - sei es auf nationaler oder europäischer Ebene", sagte Sattelberger dem Handelsblatt.

Vor dem Treffen mit den Personalchefs der 30 Dax-Unternehmen hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ihre Forderung nach einer festen Frauenquote bekräftigt. „Wir ziehen heute die bittere Bilanz von zehn Jahren Selbstverpflichtung der Wirtschaft“, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Mein Ziel ist es, bis 2018 im Durchschnitt einen Anteil von 30 Prozent Frauen in den Gremien zu haben.“ Ein Drittel der Führungspositionen für Frauen zu erreichen, sei als Ziel „weder vermessen noch starr“. Die Quote sei dabei nur ein Türöffner, der einen Lernprozess in Gang setzen solle.

Die Einführung einer Frauenquote ist in der Bundesregierung umstritten.

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