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25.01.2017

12:44 Uhr

Personalrochaden bei der SPD

Gabriel bleibt Vizekanzler

VonDana Heide

Der scheidende Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel soll auch in seiner neuen Rolle als Außenminister Vizekanzler bleiben. Auch von manchen seiner Mitarbeiter will sich der SPD-Politiker nicht trennen.

Der scheidende Wirtschaftsminister bleibt auch als Außenminister Vizekanzler. AFP; Files; Francois Guillot

Sigmar Gabriel und Angela Merkel

Der scheidende Wirtschaftsminister bleibt auch als Außenminister Vizekanzler.

BerlinDer scheidende Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel soll nach Informationen des Handelsblatts auch in seiner neuen Rolle als Außenminister Vizekanzler bleiben. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur dpa darüber aus der Fraktionssitzung berichtet. Guido Westerwelle hatte seinerzeit das Amt des Vizekanzlers und seine Position als FDP-Vorsitzender gemeinsam aufgegeben, während er noch Außenminister war.

Als Unterstützung nimmt Gabriel seinen bisherigen beamteten Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Rainer Sontowski mit ins Auswärtige Amt, sowie weitere Mitarbeiter aus der Leitungsabteilung. Sontowski war als Staatsekretär verantwortlich für die Zentralabteilung, die Leitungs- und Planungsabteilung und die Abteilung Wirtschaftspolitik.

Sigmar Gabriel – Drehbuch eines Rücktritts

Dezember 2015

Gabriel und die SPD haben es schwer miteinander. Die Sozialdemokraten bestätigen ihren Vorsitzenden mit gerade mal 74,3 Prozent im Amt. Auf die Frage, ob er nach der Klatsche ans Hinschmeißen gedacht habe, sagt er dem ARD-Reporter Reinhold Beckmann: „Ja, klar!“ – aber das Pflichtbewusstsein habe gesiegt.

Sommer 2016

Bei Gabriel regen sich erste Zweifel, ob er Kanzlerkandidat werden soll – so schildert er es dem „Stern“. Die Umfragewerte sind schlecht. Und dann ist da noch ein privater Grund: Ehefrau Anke erwartet das zweite gemeinsame Kind. Ab März habe er „drei Töchter und eine berufstätige Frau“, sagt Gabriel dem Magazin. „Und es ist einfach traurig, wenn man nie da ist, wenn irgendwas passiert.“ Eigentlich habe er „permanent ein schlechtes Gewissen“.

September 2016

Gabriel macht die Abstimmung über Ceta zu seiner Schicksalsfrage. Wäre die Partei ihm nicht gefolgt, hätte sie gegen das EU-Freihandelsabkommen mit Kanada nicht zugestimmt, dann wäre der Goslarer wohl zurückgetreten.

November 2016

Angela Merkel legt sich fest, sie tritt wieder an - und was macht der SPD-Chef? Gabriel hält dem Druck in Sachen K-Frage stand und fordert die Partei auf, „cool“ zu bleiben. Erst Ende Januar soll entschieden werden. Damit verschafft er sich Bedenkzeit.

Jahreswechsel

Wann genau Gabriel den Entschluss fällt, seinem langjährigen Freund und nun Konkurrenten Martin Schulz die Parteiführung und die Kanzlerkandidatur anzutragen, weiß nur er selbst. Dem „Stern“ sagt er jedenfalls, die Entscheidung für Schulz habe schon „lange“ festgestanden, als die „Bild“ am 9. Januar meldete, der SPD-Chef selbst trete an.

21. Januar 2017

Schulz und Gabriel kommen im rheinland-pfälzischen Montabaur zusammen. Er habe Schulz gesagt, was er „seit einiger Zeit denke und auch mit anderen in der SPD besprochen habe“, sagt Gabriel später. Er trägt Schulz Kanzlerkandidatur und Vorsitz an, der greift sofort zu.

22. Januar 2017

Gabriel gibt dem „Stern“ ein ausführliches Interview (das zunächst unter Verschluss bleiben soll) und erklärt, warum er aus seiner Sicht nicht der Richtige ist für die SPD im Wahlkampf. Er spricht von seiner Familie und von der Partei, in der viele seinen Ton und seinen Politikstil nicht mögen. Es fehle ihm der unbedingte Wille, im Herbst ins Kanzleramt einzuziehen. Vor allem aber: „Wenn ich jetzt anträte, würde ich scheitern, und mit mir die SPD.“

23. Januar 2017

Spätestens jetzt informiert Gabriel die engere Parteiführung. Wer wusste wann Bescheid? Sowohl Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin in Nordrhein-Westfalen, als auch Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz hat der scheidende SPD-Chef nach eigenen Angaben eng eingebunden in seine Entscheidung.

24. Januar 2017

Der große Knall. Am Abend soll der SPD-Führungszirkel tagen, doch bereits kurz vor einer Fraktionssitzung wird das „Stern“-Titelbild öffentlich: „Der Rücktritt“. Auch die „Zeit“ berichtet. Die Partei ist überrumpelt. Am Abend stellen sich Gabriel und Schulz im Willy-Brandt-Haus gemeinsam der Presse – erstmals in ihren Rollen als scheidender Parteichef und neuer Hoffnungsträger.

Die anderen beiden beamteten Staatssekretäre, der für Energie zuständige Rainer Baake und der für Digitales zuständige Gabriel-Vertraute Matthias Machnig verbleiben voraussichtlich im Wirtschaftsministerium.

Nach Informationen des Handelsblatts findet am Freitag sowohl im Auswärtigen Amt, als auch im Bundeswirtschaftsministerium die Amtsübergabe statt. Die bisherige Parlamentarische Staatssekretärin des Ministeriums, Brigitte Zypries, soll am Freitagmittag das Amt übergeben bekommen.

Kommentare (15)

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Novi Prinz

25.01.2017, 13:02 Uhr

Außenminister , wo es an allen Ecken brennt . Das als familienfreundlichen Job zu sehen , können nicht viele .

Account gelöscht!

25.01.2017, 13:18 Uhr

Wie hat die Nahles von der SPD so treffend im Bundestag gesungen...widewidewitt ich mache mir die Welt, wie Sie mir gefällt....das ist kein Bundestag (Parlament-Volksvertretung) mehr in Berlin sondern nur noch ein Selbstbedienungsladen auf Kosten und Schaden der Bürger/Deutschlands.

Herr Hans Mayer

25.01.2017, 13:26 Uhr

Der Gabriel und die Merkel, Garanten eines guten Ergebnisses für die AFD.
Der Quartalssäufer Schulz, der bereits während seiner Buchhändlerlehre wegen Alkoholkonsums rausgeflogen ist passt da gut in die Mannschaft

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