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08.06.2011

16:29 Uhr

Personalwechsel

Amnesty trennt sich von Generalsekretärin

Monika Lüke wurde „mit sofortiger Wirkung“ von ihren Aufgaben freigestellt. Der Grund: Ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Die 42-jährige deutsche Geschäftsführerin war erst seit Juli 2009 im Amt.

Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Quelle: dpa

Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland.

BerlinDie Menschenrechtsorganisation Amnesty International will sich nach nur zwei Jahren von ihrer deutschen Geschäftsführerin Monika Lüke trennen. Die 42-Jährige wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa
„mit sofortiger Wirkung“ von ihren Aufgaben freigestellt. Die Geschäfte der deutschen Amnesty-Sektion werden nun vom bisherigen Stellvertreter Wolfgang Grenz geführt.

Begründet wurde die Trennung durch den ehrenamtlichen Amnesty-Vorstand mit einem „über die vergangenen Monate zunehmend gestörten Vertrauensverhältnis“. „Eine weitere Zusammenarbeit mit ihr erscheint uns nicht mehr möglich“, erklärte Vorstandssprecher Stefan Keßler. Derzeit wird nun darüber verhandelt, wie das Arbeitsverhältnis einvernehmlich gelöst werden kann.

Die Menschenrechtsorganisation, die auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, hatte erst vor wenigen Tagen ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. In Deutschland hat Amnesty mehr als 110.000 Mitglieder und Unterstützer. Weltweit sind es mehr als drei Millionen.

Lüke war seit Juli 2009 im Amt. Die studierte Völkerrechtlerin trat damals die Nachfolge von Barbara Lochbihler an, die nun für die Grünen im Europaparlament sitzt. In der 50-jährigen Amnesty-Geschichte war Lüke erst die fünfte Generalsekretärin der deutschen Sektion. Nach der Geburt einer Tochter befindet sie sich derzeit im Mutterschutz.

Die Ablösung wurde nach Keßlers Angaben von den sieben Vorstandsmitgliedern einstimmig beschlossen. Der Streit drehe sich nicht um politische, sondern um organisatorische Fragen, sagte der Vorstandssprecher am Mittwoch der dpa. Einzelheiten nannte er nicht. Keßler betonte jedoch: „Lüke hat sich strafrechtlich nichts zu Schulden kommen lassen. Sie hat keine goldenen Löffel geklaut oder Ähnliches.“

Der bisherige Amnesty-Vize Grenz, der nun die Geschäfte führt, arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten für die Organisation. Über die endgültige Nachfolge wurde noch nicht entschieden. Am Wochenende findet in Köln die Jahresversammlung von Amnesty Deutschland statt. Dann wird auch der Vorstand neu gewählt.

Von

dpa

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