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07.10.2011

13:50 Uhr

Peter Gauweiler

Der ewige Rebell

VonThomas E. Schmidt
Quelle:Zeit Online

Europa, Kapitalismus und Globalisierung – in vielen Fragen war Peter Gauweiler der CSU zehn Jahre voraus. Nun macht er Peter Ramsauer den Vizevorsitz streitig. Seine Chancen sind noch nicht einmal schlecht.

Peter Gauweiler. Der Euro-Rebell will stellvertretender Parteivorsitzender der CSU werden. dpa

Peter Gauweiler. Der Euro-Rebell will stellvertretender Parteivorsitzender der CSU werden.

BerlinDer schwarze Peter stürmt in das Restaurant des Bundestags, entschuldigt sich ausgesprochen höflich für eine kleine Verspätung und erklärt ebenso höflich, warum er wieder mitspielen möchte. Er schickt voraus, weil ja die Ironie zu Peter Gauweiler gehört wie die gute Laune zum Oktoberfest: „Ich denke, neudeutsch, man muss sich einbringen.“ Eingebracht hat er sich ja eigentlich immer, bloß tat er es oft als Außenseiter. Er ist nicht erst seit dem Rettungsschirm Euro-Rebell.

Zum Ärger seines damaligen Parteichefs Theo Waigel hielt er schon 1992 die Maastricht-Verträge für eine „ausgemachte Schnapsidee“. Er gehörte zu den Gegnern des zweiten Irakkrieges 2003 und warnte vor einer Globalisierung unter amerikanischer Vorherrschaft. Scharf kritisiert er die Bundeswehreinsätze in Afghanistan, ebenso wie den angelsächsischen Finanzkapitalismus. All das war mal Gauweilersche Exzentrik, jetzt sind solche Haltungen mehrheitsfähig, zumindest in der CSU.

An diesem Freitag auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg möchte sich Gauweiler zum stellvertretenden Parteivorsitzenden wählen lassen. Es ist eine Kampfkandidatur, sie richtet sich gegen Peter Ramsauer, den Bundesverkehrsminister im Kabinett Merkel. Und Gauweiler hat gute Chancen.

Kommentare (15)

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Profit

07.10.2011, 14:22 Uhr

Gauweiler ist für die demokratische Rechte die letzte Rettung. Gerade in Bayern ist die CSU mit dem Sozi Seehofer drauf und dran ihre Voranstellung zu verlieren. Damit ist auch im Bund für alle Konservativen der Niedergang vorprogrammiert. Gauweiler ist der einzige in der deutschen Politik, der sich gegen dieses Europa und insbesondere gegen den Euro ausgesprochen hat. Er muß ran. Viel Glück!

Account gelöscht!

07.10.2011, 14:31 Uhr

Dieses freche und infame Wort "Euro-Rebell". Herr Gauweiler muss sich für die letzten 10 Jahre absolut bestätigt fühlen. Herr Gauweiler ist kein "Rebell", sondern jemand, der die Dinge versteht.
Die Presse, die Medien, die Herrn Gauweiler gern in die rechte Ecke schieben wollen, sollten mal ein bisschen besser recherchieren. Ist Ihnen entgangen, dass Deutschland durch die Quasi-Übernahme der europäischen Schulden in den Staatsbankrott gedrängt wird? Das ist ein neues Versaille. Die Bürger werden die Situation bald besser erkennen!
Und: Haben Sie mal mit Personen in Deutschland gesprochen, die etwas zu verlieren haben? Die Leute des Mittelstands, die ein kleines Unternehmen aufgebaut haben? Wenn Sie wüssten, was da los ist!! Und das sind keine Dummen, sondern Leute, die aufgrund ihres Jobs nicht verlernt haben, eins und eins zusammenzuzählen!
Von den grün wählenden Lehrern, von den Gutmenschen kann man das nicht erwarten. Aber die werden sich noch alle wundern. Auf deren langgezogene Gesichter freu ich mich schon unbändig.
"Politische Projekte" wie der Euro, die mit BILLIONEN gerettet werden müssen... geht's noch?? Da fragt keiner nach? Dann muss man aber bekloppt sein. Sorry, anders kann man das nicht nennen!

peto

07.10.2011, 14:39 Uhr

ich schreibe vom ausland...viel mut,und viel glueck, herr gauweiler !

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