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17.06.2016

14:39 Uhr

Petry vs. Meuthen

Streit in der AfD-Bundesspitze eskaliert

VonDietmar Neuerer

In der AfD-Spitze ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Hintergrund ist die Absicht führender Funktionäre, Parteichefin Petry als Spitzenkandidatin zu verhindern. Als Drahtzieher dahinter sieht sie Co-Chef Meuthen.

Frauke Petry und Jörg Meuthen: Auf die beiden Parteivorsitzenden der AfD könnten turbulente Tage zukommen. dpa

AfD Bundesparteispitze

Frauke Petry und Jörg Meuthen: Auf die beiden Parteivorsitzenden der AfD könnten turbulente Tage zukommen.

BerlinEs sind Schicksalstage für die AfD-Spitze: Innerhalb der rechtspopulistischen Partei stehen die beiden Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen unter erheblichem Druck. Und dabei kommen sie sich noch gegenseitig in die Quere.

Einflussreiche AfD-Politiker wollen Petry als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2017 verhindern. Petrys Parteifreunde in ihrem sächsischen Landesverband sehen Meuthen als einen der Drahtzieher hinter den Überlegungen. Entsprechend heftig fällt die Kritik an Meuthen aus.

Zugleich braut sich ein weiterer Sturm über Meuthen zusammen. Am kommenden Dienstag muss er selbst eine Machtprobe bestehen. Auf sein Betreiben hin wird dann die AfD-Landtagsfraktion über den Ausschluss ihres Mitgliedes Wolfgang Gedeon wegen antisemitischer Äußerungen entscheiden. Meuthen hat persönliche Konsequenzen angedroht, sollte Gedeon Fraktionsmitglied bleiben.

In einer eindringlichen Videobotschaft appellierte Meuthen am heutigen Freitag an seine Fraktion, ihn in dieser Frage nicht im Regen stehen zu lassen. Seine Fraktion setze sich dem Risiko aus, wegen antisemitischer Äußerungen unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz gestellt zu werden, wenn sie Gedeon nicht ausschließe, sagte Meuthen. „Es ist praktisch sicher, dass wir, wenn wir hier nicht handeln, künftig unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes gestellt würden“, betonte Meuthen.

Petry galt bislang als wahrscheinliche Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Die AfD-Bundesvorstandsmitglieder Albrecht Glaser und Dirk Driesing haben sich bereits öffentlich für die 41-Jährige ausgesprochen. Parteiintern heißt es jedoch, Petry genieße in großen Teilen der Parteispitze keinen Rückhalt.

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