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15.12.2012

11:24 Uhr

„Pflege-Bahr“

Werbung für Pflegereform kostet 120 Millionen Euro

Mit einem Werbeetat von 120 Millionen Euro will die Bundesregierung auf die Pflegereform aufmerksam machen. Die Opposition kritisiert die hohen Kosten: Es werde eine Reform betrommelt, die kaum Veränderungen bringe.

Die Pflegereform bekommt einen Werbeetat von 120 Millionen Euro. obs

Die Pflegereform bekommt einen Werbeetat von 120 Millionen Euro.

BerlinDie Bundesregierung bewirbt ihre Anfang 2013 startende Pflegereform nach einem Bericht der „Ärzte Zeitung“ (Montag) mit einem Etat von rund 120 Millionen Euro. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Die SPD-Politikerin Carola Reimann kritisierte in dem Blatt die hohen Kosten: „Mit viel Geld wird hier eine Reform betrommelt, die weder den Pflegebedürftigen noch deren Angehörigen substanzielle Verbesserungen bringt.“ Mit dem Geld werde lediglich ein Markt für ein neues Versicherungsprodukt vorbereitet.

Die Pflegereform

Demenzkranke

Aus der 2010 geplanten großen Reform ist nur ein kleines aber ausgeklügeltes Paket von Leistungsverbesserungen vor allem für Demenzkranke geworden. 

Pflegestufen

Sie erhalten bei Pflegestufe null statt 100 bis 200 Euro im Monat 220 bis 320 Euro. Werden sie von einem Pflegedienst betreut, sind es bis zu 425 Euro. In den Pflegestufen eins und zwei werden die Leistungen um 70 und 85 Euro erhöht.

Flexiblere Leistungen

Auch sonst misst die Reform in kleiner Münze. Betreuungsansprüche und Informationsrechte werden verbessert.

Neue Wohnformen

Pflegebedürftige kriegen mehr Gestaltungsmöglichkeiten bei der Zusammenstellung der Leistungen. Neue Wohnformen werden erprobt.

Ein Kernelement der Pflegereform ist der sogenannte „Pflege-Bahr“, mit dem der Staat private Pflege-Zusatzversicherungen mit fünf Euro monatlich fördert. Der monatliche Mindestbeitrag für die Versicherten beträgt zehn Euro.

In ihrer Antwort schreibt die Regierung außerdem, dass über den Etat sämtliche Kosten der Kampagne „Pflege - darum kümmern wir uns“ gedeckt werden.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Vicario

15.12.2012, 11:58 Uhr

Zitat : Mit einem Werbeetat von 120 Millionen Euro will die Bundesregierung auf die Pflegereform aufmerksam machen

Übersetzt heißt es, nach dem die FDP nächstes Jahr aus dem Bundestag rausfliegt, geht Bahr bei den Werbefirmen, die von diesem Etat profitiert haben, Vorträge halten.
Damit sammelt er seine Provision ein : Steinbrück läßt grüßen.....und braucht sich um seine Existenz keine Sorgen mehr zu machen. Für seine "Pflege" ist gesorgt !

nobum

15.12.2012, 12:38 Uhr

Politiker können nicht sparen. Politikern ist es ein Dorn im Auge, wenn andere sparen, z.B. die Krankenkassen.
Die Praxisgebühr sollte die Menschen letztendlich veranlassen, Gesundheitsvorsorge zu betreiben. Das Motto lautete: "Nichts ist umsonst, auch die Gesundheit nicht."
Um dem Volks zu gefallen und wegen der Wahlen, wurde diese Gebühr fallen gelassen.
Jetzt wird stattdessen die Gesundheitsvorsorge stärker subventioniert. Ja, wenn's hilft, dann ist es ja ok.

Frank3

15.12.2012, 12:47 Uhr

IST doch EGAL !! NICHTS ZUFALL !!! WERDEN WISSEN wer VERDIENT und was ihnen VERSPROCHEN . NUR EIGENE SOZIALLEITER doch alle diese IM KOPF .
Opposition HAT man wohl NICHTS VERSPROCHEN , NUR DESHALB JAMMERN und VERSPRECHEN sich WAS VON .
WÄHLER SPIELT LOTTERIE UND GEWINNT IMMER GEGEN sich . EGAL WELCHER KORB der VOLKSparteien (?) .

Gott
Frank Frädrich
EIN Original .
SOUVERÄN .

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