Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.11.2015

17:32 Uhr

Pflegeausbildung

Altenpfleger an die Unis

VonPeter Thelen

Kranken- und Altenpfleger sollen künftig gemeinsam ausgebildet werden. Ein Gesetzentwurf von Gesundheits- und Familienministerium wird noch heute an die Verbände zur Stellungnahme verschickt, erfuhr das Handelsblatt.

In den Pflegeheimen fehlt Personal. dpa

Chinesische Pflegekräfte in der Altenpflege

In den Pflegeheimen fehlt Personal.

Berlin Union und SPD haben sich nun doch nach mehrmonatigem Streit darauf verständigt, in Zukunft Alten- und Krankenpflege zu einem Berufsbild mit einer generalisierten Ausbildung zur Pflegefachkraft zusammenzulegen. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Koalitionskreisen. Ein Gesetzentwurf soll noch heute an die Fachverbände zur Stellungnahme verschickt werden. Bereits am 13. Januar soll das Bundeskabinett über den Gesetzentwurf entscheiden. Von einem ersten Entwurf aus dem Mai dieses Jahres unterscheidet sich der nun erreichte Kompromiss vor allem dadurch, dass Pflegekräften mit Hauptschulabschluss in Zukunft ein Fachstudium an der Universität erleichtert werden soll.

Damit sollen Pflegerinnen und Pflegern ganz neue Karrierechancen eröffnet werden. Dafür hatte sich vor allem Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) eingesetzt, die gemeinsam mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Federführung bei dem Projekt hat. Auch der Pflegebeauftragte Karl Josef Laumann trägt dem Vernehmen nach den neuen Entwurf mit.

Frank Bsirske: „Wir brauchen gutes Personal“

Frank Bsirske

Premium „Wir brauchen gutes Personal“

In der Pflege fehlen bis zu 120.000 Fachkräfte, viele Beschäftige werden schlecht bezahlt: Verdi-Chef Bsirske verlangt von Politik und Pflegeanbietern einen Tarifvertrag. Zudem rechtfertigt er die Streiks bei Lehrern.

Der Fachkräftemangel bei der Altenpflege ist schon lange nicht mehr nur ein Drohszenario, mit dessen Hilfe Bevölkerungswissenschaftler deutsche Bürger erschrecken, wenn sie alle Jahre wieder den zu erwartenden Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen im alternden Deutschland nach oben justieren. Nach dem aktuellen Pflegereport der Barmer-GEK soll deren Zahl bis 2060 auf 4,51 Millionen steigen von heute 2,6 Millionen. Nein, der Fachkräftemangel ist bereits heute Realität: Auf 100 offene Stellen in der Altenpflege kommen derzeit nur noch 40 bis 45 Bewerbungen.

Bei der Krankenpflege sieht es noch etwas besser aus: Hier bewerben sich nach Daten der Bundesagentur für Arbeit auf 100 freie Stellen immerhin 60 bis 65 examinierte Krankenpfleger und –pflegerinnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×