Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.12.2012

15:43 Uhr

Philipp Rösler

Der stoische Parteichef

Vor der Niedersachsen-Wahl nehmen seine Parteifreunde Philipp Rösler einmal mehr in die Mangel. Der FDP-Chef gibt sich gelassen. Doch auf Fragen nach seiner Zukunft reagiert er dann doch ausweichend.

In den aktuellen Umfragen liegt die FDP unter der Fünf-Prozent-Hürde. Erneut werden Rufe nach Röslers Rücktritt laut. Doch der FDP-Chef lässt sich nicht irritieren. dapd

In den aktuellen Umfragen liegt die FDP unter der Fünf-Prozent-Hürde. Erneut werden Rufe nach Röslers Rücktritt laut. Doch der FDP-Chef lässt sich nicht irritieren.

BerlinAm 24. Februar 2013 gibt es für Philipp Rösler etwas zu feiern. An diesem Tag hat der FDP-Chef Geburtstag. Es ist ein runder. Rösler wird 40 Jahre alt. In der Rösler'schen Zeitrechnung beginnen dann die letzten fünf Jahre seiner politischen Karriere. Denn mit 45 Jahren, das hat er oft genug betont, will sich Rösler aus der Politik zurückziehen. Möglicherweise wird er sich aber schon früher mit neuen beruflichen Perspektiven auseinandersetzen. Am Freitag ließ er es jedenfalls selbst offen, ob er auch im Falle einer Niederlage bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar, also einen guten Monat vor seinem Geburtstag, Vorsitzender der FDP bleibt.

Seit Monaten wird darüber spekuliert, ob und wie lange sich der jungenhaft wirkende Bundeswirtschaftsminister im Amt des Parteichefs halten kann. Rösler kennt das schon. Seit seinem Amtsantritt als Minister, Vizekanzler und FDP-Chef im Mai 2011 gibt es die Diskussion, ob er genug Gewicht für seine politischen Ämter mitbringt.

Die Basis dafür bieten die schlechten Umfragewerte der Partei. Die Demoskopen verorten die FDP seit Wochen unter fünf Prozent. Im nächsten Bundestag wären die Liberalen mit einem solchen Ergebnis nicht vertreten.

Angefacht werden Zweifel an Röslers Führungsstärke und inhaltlicher Kraft in schöner Regelmäßigkeit von führenden Parteifreunden. Einmal bringt der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki seinen Amtskollegen aus NRW, Christian Lindner, als idealen liberalen Parteichef ins Spiel. Ein anderes Mal diktiert FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle, der im Gegensatz zu Kubicki allerdings stets seine Loyalität zu Rösler bekundet, die Marschroute der Partei am Vorsitzenden vorbei - so geschehen vor dem jüngsten Koalitionsgipfel, als er Röslers Bedingungen für eine Zustimmung zum Betreuungsgeld mit dem Satz abbügelte: „Wir sind vertragstreu."

Fast könnte man meinen, die negative Steigerung „Freund, Feind, Parteifreund" sei in der FDP erfunden worden. Diesen Eindruck befeuerte an den Weihnachtsfeiertagen Entwicklungsminister Dirk Niebel. Der räsonierte im „Focus", den Parteivorsitz und die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl gegebenenfalls zu trennen. Niebel, vor wenigen Wochen zum baden-württembergischen Spitzenkandidaten gekürt, überlagerte mit seinen Einlassungen auch das „wirtschaftspolitische Positionspapier", das Rösler an die „Welt" gespielt hatte.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Berufspolitiker

28.12.2012, 16:16 Uhr

„Ich lebe für diese Partei“
Wenn man auch sonst nichts hat im Leben, woran man sich halten kann!
Du armer FDP-Wicht, geh' spielen!
Am 13. Januar ist eh Ende Gelände.

Eweber

28.12.2012, 16:44 Uhr

Das Rezept für die FDP betreffend die kommende Legislaturperiode ist ganz einfach: Mit Rösler 3 %, ohne Rösler knapp unter 5 %.
Herr Rösler hat es wahrlich geschafft aus der Partei ein Trümmerfeld zu machen. Leider wird die Nominierung eines anderen Spitzenkandidaten der FDP nicht mehr helfen, in der kommenden Bundestagswahl (, von den anstehenden Lantagswahlen einmal ganz zu schweigen!) die 5 %-Hürde zu überwinden.
Die Bürger haben einfach genug von dem Röslerschen Geschwätz und seiner vielen kontraproduktiven Statements aus der Vergangenheit.
Wie heißt es doch so schön: "Ist der Ruf erst ruiniert, ..." Das Ergebnis wird Herrn Rösler und der FDP in 2013 um die Ohren gehauen!

Super-Angie

28.12.2012, 17:00 Uhr

der reitet ein totes Pferd --merkt das aber nicht

wenn vertritt den diese "Partei " ?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×