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03.10.2012

13:50 Uhr

Piraten-Geschäftsführer muss gehen

„Danke für die Messer im Rücken“

VonSönke Iwersen

Die Piratenpartei zerfleischt sich selbst. Nach Skandalen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern melden nun die NRW-Piraten: der politische Geschäftsführer Karl Hammer sei unfähig, ein Parteiamt zu bekleiden.

Beim Datenschutz kennen die Piraten keine Kompromisse. Reuters

Beim Datenschutz kennen die Piraten keine Kompromisse.

DüsseldorfDie Meldung liest sich ebenso überraschend wie unklar. Ausgerechnet am Morgen des Jahrestages der deutschen Einheit erklärt die Führung der basisdemokratischen Vorzeigebewegung: Der Vorstand der Piratenpartei NRW sehe sich gezwungen, wegen eines schweren Datenschutzverstoßes eine Ordnungsmaßnahme gegen den politischen Geschäftsführer Klaus Hammer zu verhängen. Dann der Keulenschlag: „Klaus Hammer wird die Befähigung, ein Parteiamt zu bekleiden, auf zwei Jahre aberkannt. Er hat mit seinem Verhalten insgesamt gegen die Grundsätze der Piratenpartei Deutschland verstoßen. Durch Verhängung der Ordnungsmaßnahme soll zukünftiger Schaden im Ansehen der Piraten abgewendet werden.“

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Hammers Aufgaben werden nun vorübergehend von Piraten-Beisitzer Alexander Reintzsch übernommen, der bereits im vergangenen Jahr der politische Geschäftsführer in NRW war. Trotz der Schärfe des Vorgehens bleibt der konkrete Anlass für den Rauswurf Hammers nebulös. Kein Piratenvertreter wollte auf Anfrage erklären, was dem Geschäftsführer  genau vorgeworfen wird. Im Hintergrund heißt es, Hammer habe die Persönlichkeitsrechte anderer Mitglieder der Partei verletzt. Diese müssten zunächst informiert werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Gleichzeitig verlautete, es gebe auch staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Hammer.  Hierbei handelt es sich offenbar jedoch noch um andere Vergehen.

Hammer selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Aus Meldungen auf seiner Twitter-Seite ist herauszulesen, dass er am Samstag der Parteiführung seinen Rücktritt anbot, dies sei jedoch abgelehnt worden. Auch auf die drängenden Fragen seiner Parteikollegen, was konkret der Grund für seinen Abschied sei, gab Hammer keine Antwort. Gestern Abend schrieb er den Satz: „Das war‘s. Macht‘s gut. Und danke für die Messer im Rücken.“ Heute morgen kündigte Hammer an, ab Freitag kein Pirat mehr zu sein.

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Kommentare (25)

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Account gelöscht!

03.10.2012, 12:33 Uhr

Eine Frage an unsere Spezialisten: gibt es bei den Piraten eigentlich auch Bilderberger oder gehören die zur anderen Gruppe der Weltverschwörer, der Kommunistischen Internationale?

R.Ruf

03.10.2012, 12:42 Uhr

Der Piratensegler wird genau so schnell von der Bildfläche verschwunden sein, wie er aufgetaucht ist, zumindest was die Parlamente angeht. Fazit, unbrauchbar zum Segeln.
Die Trümmer kann man besichtigen, bis auch diese untergegangen sind.
Wir brauchen eine Opposition aus der bürgerlichen Mitte.
www. wahlalternative 2013

Radiputz

03.10.2012, 12:51 Uhr

Ne, die Piraten sind schlicht nur blöd. Für "Verschwörungen" sind zumindest noch Restbestände an Gehirnschmalz notwendig. Das ist den Piraten bei ihren Piratengelagen vollständig abhanden gekommen.
Hier liegt allerdings auch eine "Verschwörung" der besonderen Art vor. Zuviel mentaler Schnaps.
War schon immer eine Schwachstelle bei allen Piraten aller Zeiten. LOL

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