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22.02.2012

14:09 Uhr

Piratenpartei

„Wir machen das ein bisschen anders“

VonSaskia Littmann

Auch die Piratenpartei feilt beim politischen Aschermittwoch an ihrem Profil. In Ingolstadt gibt es neben Lästereien über verstaubte Berufspolitiker, die nicht einmal twittern können, auch Fachthemen wie Acta.

Der Generalsekretär der Piraten, Wilm Schumacher, beim piratigen Aschermittwoch im Stadttheater Ingolstadt. dpa

Der Generalsekretär der Piraten, Wilm Schumacher, beim piratigen Aschermittwoch im Stadttheater Ingolstadt.

Ingolstadt„Wir sind bei den Piraten, wir machen das ein bisschen anders“. So eröffnete der Generalsekretär der Piratenpartei, Wilm Schumacher, seine Rede zum piratigen Aschermittwoch  2012 im Stadttheater Ingolstadt. Im Vergleich zu den Veranstaltungen der großen Parteien geht es hier in der Tat anders zu. Für seine Eröffnungsrede wird Benedikt Schmidt von den gastgebenden Ortsverein der Piraten mit seinem Twitternamen @Boomel auf die Bühne gerufen. Anzugträger finden sich kaum, dafür T-Shirts mit Wikileaks-Logo. Auch lange Reden sucht man bei den Piraten vergebens.

Alle Redner wurden anhand eines Internet-Castings ausgewählt, jeder hat 15 Minuten Zeit, seine Botschaft unters Volk zu bringen. Insgesamt 13 Piraten werden dabei sein, zusätzlich sind zwei Auftritte des Berliner Kabarettisten Rolf Kuhl geplant. Die Anforderungen an die ausgewählten Piraten-Redner sind allerdings wie bei CSU oder SPD: „Polemik ist absolut erwünscht“, hieß es bei der Ausschreibung der Redezeiten.

So kriegt der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl als Erster sein Fett weg. „So ein Mensch will uns erklären, wie moralisch verkommen ein unzensiertes Internet ist“, sagt Benedikt Schmidt. „Das ist Bullshit Herr Uhl“, ruft der Pirat ins Mikrofon und nimmt schnell einen Schluck Weißbier. Die Spielregel der Piraten: Jeder Redner muss während seiner Redezeit sein Bierglas leeren.

Auch die anderen Parteien werden von Schmidt mit Häme bedacht. Lediglich die FDP bleibt zumindest indirekt verschont. „Ich hoffe nicht, dass jemand über die Liberalen redet, das wäre Nachtreten“, so Schmidt. Ähnlich sieht das auch sein Nachfolger am Mikrofon, der Vorsitzende der bayerischen Piraten, Stefan Körner. Der zitiert ein FDP-Mitglied mit der Aussage, „am härtesten ist es zu erkennen, dass sogar der politische Gegner Mitleid mit einem hat“. Für die bayerische CSU hat Körner derartige Nettigkeiten allerdings nicht über, das verstaubte Image und die neue Onlinestrategie bieten viel Angriffsfläche. „Ich wette, auf die Frage wie viele Freunde er bei Facebook hat, musste Horst Seehofer überlegen, was dieses Facebook eigentlich war“, feuert Körner auf den politischen Gegner.

Auf die Frage, wann er denn das letzte Mal etwas auf seiner Facebook-Seite gepostet hätte, hatte Seehofer laut einem Artikel der "tageszeitung" geantwortet: „Ach fragen Sie doch meinen Assistenten, der macht das für mich“. Öl ins Feuer der Piraten. Noch mehr Applaus erntet Körner allerdings mit der Aussage des CSU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid. Dieser antwortete auf die Frage, wie die Onlinestrategie genau aussehen solle, er müsse erstmal zusehen, dass alle CSU-Abgeordneten überhaupt per E-Mail erreichbar seien.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

22.02.2012, 15:25 Uhr

Und was sind die Piraten denn anderes?
Eine Kinderpartei, die außer Internet keinerlei Programm haben, da keine Ahnung.
Sie regen sich über Berrufspolitiker auf? Was sind sie denn? Halbe Kinder, die vom Schulbesuch in die Piraten gegangen sind nach dem Motto "nun spielen wir mal ein bißchen Politik"
Höre ich von denen was über die totale Deutchlandverschuldung udn Verarmung die unsere Parteien mit ihrem Rettungsschierm-Unsinn gerade machen? Höre ich was zum Euro diesen Kunstgeld usw. usw.?
Und wenn ich mir diesen schlampigen Bubi da ansehe, dann wird mir schlecht. Da habe ich immer so das Gefühl, den müßte man erst einmal nehmen und unter die Dusche stellen.
Und warum heben die ausgerechnet facebook so in den Himmel? Die größte Datensammelanstalt die es gibt, darin sieht man schon wie dämlich die sind.
Auf facebook würde ich nichts schreiben

Nosferatu

22.02.2012, 15:47 Uhr

Verehrte Margit 123, verehrte Frau Steer,

gründen Sie doch endlich die Partei der vernunftorientierten Senioren, die alles wissen und alles besser wissen. Sie sind doch "wortgewaltig" und haben das Zeug dazu. Machen Sie es doch, machen Sie es endlich. Deutschland wartet auf sie. Sie können alles ändern, Die Geschichte, nein die Weltgeschichte erwartet sie. Entschließen Sie sich endlich Politiker/in zu werden. Sie können es richten!
Danke.

Christian

22.02.2012, 16:42 Uhr

Da spricht jemand der selbst zu faul ist, auch nur einmal das Parteiprogramm zu lesen. Ein Armutszeugnis,dass eher auf eine "Ja-und-Amen" Mentalität schließen lässt(?).
Erst (selbst!) Informieren und dann kommentieren. Schon mal was von "Kernkompetenzen" gehört? Eine "All-in-One"-Lösung gibt es nicht und die politische Vergangenheit zeigt, dass diese je her angestrebten Versuche von Parteien wie der CDU, nicht funktioniert haben. Und seit wann machen wir die Kompetenz eines Menschen an seinem Erscheinungsbild fest? Bei allem gebührenden Respekt: trauriges Statement.

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