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03.12.2013

13:20 Uhr

Pisa-Studie

Note: 3+

Erst Pisa-Schock, nun gutes Mittelmaß: Die Note für deutsche Schüler ist befriedigend. Doch dass ihr Wissen in Mathematik & Co. besser geworden ist, wundert Wissenschaftler nur wenig. Sie kritisieren die Studie.

Kein Primus: Ein Musterschüler ist Deutschland nicht - aber immerhin hat sich das Wissen deutscher Schüler verbessert. Getty Images

Kein Primus: Ein Musterschüler ist Deutschland nicht - aber immerhin hat sich das Wissen deutscher Schüler verbessert.

DüsseldorfDie gute Nachricht: Deutschlands Schüler können sich beim Pisa-Test im Mittelfeld nicht nur halten, sondern sogar leicht verbessern: Beim Mathematik-Können, das dieses Mal hauptsächlich geprüft wurde, erzielten die Schüler 20 Punkte mehr als der OECD-Durchschnitt, das entspricht einem Vorsprung von etwa einem halben Schuljahr gegenüber Schülern anderer Industriestaaten. Insgesamt gilt für Deutschland: In Mathe, Naturwissenschaften, im Lesen und Textverständnis waren die Schüler ein wenig besser als der weltweite Durchschnitt. Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Auch die Zahl der leistungsschwachen Schüler ging in Deutschland leicht zurück. Das Fazit. Deutsche Schüler bekommen die Note befriedigend plus.

Doch obwohl der Schnitt ganz gut aussieht, gibt es eine deutliche Schere beim Wissen – und zwar zwischen den Geschlechtern. Jungen sind in Deutschland mit ihren Mathe-Fähigkeiten gleichaltrigen Mädchen im Schnitt ein knappes halbes Schuljahr voraus. Der Vorsprung der Jungen hat sich im Vergleich zu früheren Pisa-Tests sogar noch vergrößert. Mädchen sind generell der Mathematik gegenüber negativer eingestellt. Ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten ist geringer, ebenso ihre Motivation und Lernausdauer. Doch das ist nicht das einzige Problem, das die Untersuchung aufwirft. Denn nicht nur die Leistungen sind bei Mädchen schlechter, auch deren Einstellung zum Fach ist negativer.

Die Studie zeigt auch: Noch immer können rund 18 Prozent der Schüler nur einfache Matheaufgaben lösen. Zwar lag der Anteil der schwachen Matheschüler 2003 noch bei 22 Prozent. Doch der Anteil ist immer noch hoch. Gleich geblieben ist dagegen der Anteil der Mathe-Asse: 17 Prozent der Schüler in Deutschland sind in der Lage, strategisch zu denken und Modelle für die Lösung komplexer Aufgaben zu finden – im OECD-Durchschnitt sind es nur 13 Prozent.

Pisa ist der weltweit größte Schulleistungstest. Die Abkürzung steht für „Programme for International Student Assessment“. Ausgerichtet wird Pisa von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Getestet werden 15- bis 16-jährige Schüler. An der jüngsten Untersuchung im Frühjahr 2012 nahmen etwa 510.000 Heranwachsende aus 65 Nationen teil. Dazu zählen die 34 in der OECD zusammengeschlossenen wichtigsten Industrienationen sowie ihre Partnerländer und weitere aufstrebende Wirtschaftsregionen, vor allem in Asien. So repräsentieren die Teilnehmerstaaten über 80 Prozent der Weltwirtschaft. In Deutschland machten diesmal rund 5000 Schüler aus 228 Schulen mit.

Kommentare (8)

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03.12.2013, 12:44 Uhr

Wer braucht denn kluge und hinterfragende Schüler?

Die rebellieren später nur.

Dumme Menschen lassen sich doch wesentlich leicher manipulieren und regieren.

Account gelöscht!

03.12.2013, 12:55 Uhr

Allen (noch) PISA-Gläubigen hier ein Filmtipp:

alphabet
Angst oder Liebe

Internetseite zum Film:
http://www.alphabet-film.com/

Der Film läuft zurzeit noch in deutschen Kinos.

Account gelöscht!

03.12.2013, 12:57 Uhr

Allen (noch) PISA-Gläubigen hier ein Filmtipp:
alphabet
Angst oder Liebe
Internetseite zum Film:
http://www.alphabet-film.com/

Der Film läuft zurzeit noch in deutschen Kinos.

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