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25.01.2017

14:02 Uhr

Pkw-Maut

Österreich organisiert Widerstand gegen Maut in ganz Europa

VonHans-Peter Siebenhaar

Die Pkw-Maut geht in die nächste Runde: Die Bundesregierung hat das veränderte Maut-Gesetz beschlossen. Allerdings machen einige EU-Länder gegen das Vorhaben mobil, mit Österreich an der Spitze.

Kabinettsbeschluss

Regierung beschließt Pkw-Maut - Widerstand in Brüssel

Kabinettsbeschluss: Regierung beschließt Pkw-Maut - Widerstand in Brüssel

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WienIm zweiten Anlauf hat die Bundesregierung die umstrittenen Pkw-Maut auf den Weg gebracht. Der Widerstand wächst. Angeführt von Österreich machen einige EU-Länder jetzt gegen die deutschen Mautpläne mobil. „Die deutsche Ausländermaut ist diskriminierend und darum EU-rechtswidrig. Sie schont die Deutschen, während alle anderen EU-Bürger zur Kasse gebeten werden. Darum arbeiten wir an einer Allianz“, sagt der österreichische Verkehrsminister Jörg Leichtfried am Mittwoch in Brüssel. „Dabei klären wir, wie weit die Länder bereit sind zu gehen“, sagte Leichtfried. Österreich hat bereits ein Treffen europäischer Politiker organisiert.

Bei der am Mittwoch beschlossenen Maut sollen deutsche Autofahrer nicht belastet werden. Sie erhalten die Maut in gleicher Höhe durch eine niedrigere Kfz-Steuer zurück. Daher werden ausschließlich Ausländer belastet. Nach den Plänen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) soll die Maut auf Autobahnen und Bundesstraßen nach der Bundestagswahl im Herbst eingeführt werden.

Weil die Autobahnstrecke von Salzburg nach Innsbruck durch Oberbayern führt, ist Österreich von der Maut besonders betroffen. Am Mittwoch versammelte die Alpenrepublik deswegen Politiker aus insgesamt elf Ländern, von den Konservativen bis zu den Grünen. Wien wehrt sich vehement gegen Dobrindts Vorhaben mehr als eine halbe Milliarde Euro jährlich von ausländischen Autofahrern zu kassieren.

Pkw-Maut in anderen Ländern

Schweiz

Vignette für eine pauschale Straßennutzung: Autofahrer brauchen für die Benutzung der sogenannten Nationalstraßen, zu denen auch die Autobahnen gehören, eine Vignette. Sie gilt ein Jahr und kostet 40 Schweizer Franken.

Österreich

Vignette für eine pauschale Straßennutzung: ür Autobahnen und Schnellstraßen ist eine Vignette nötig. Sie kostet für 10 Tage 8,90 Euro, für ein Jahr 86,40 Euro.

Slowenien

Vignette für eine pauschale Straßennutzung: Kroatienurlauber fahren meist durch Slowenien. Für Autobahnen und Schnellstraßen brauchen sie eine Vignette, die 15 Euro pro Woche kostet.

Polen

Streckenabhängige Maut: Die Autobahnen A1, A2 und A4 sind streckenweise gebührenpflichtig.

Kroatien

Streckenabhängige Maut: Auf fast allen Autobahnabschnitten wird eine streckenabhängige Maut fällig.

Frankreich

Streckenabhängige Maut: Urlauber müssen auf fast allen Autobahnen zahlen. Die Gebühr hängt auch von der gefahrenen Distanz ab. Man kann die Gebühr mittlerweile auch elektronisch bezahlen.

Italien

Streckenabhängige Maut: Bei der Auffahrt auf die Autobahn bekommen Fahrer in der Regel ein Ticket, das sie beim Verlassen je nach Distanz bezahlen. Man kann die Gebühr mittlerweile auch elektronisch bezahlen.

Spanien

Streckenabhängige Maut: Bei der Auffahrt auf die Autobahn bekommen Fahrer in der Regel ein Ticket, das sie beim Verlassen je nach Distanz bezahlen.

Portugal

Streckenabhängige Maut: Die meisten Autobahnen kosten. Die Bezahlung erfolgt je nach Strecke an Mautstationen oder elektronisch.

Die schärfste Waffe gegen die Mautpläne ist ein Gang zum Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Unterstützung für eine Klage der Wiener Regierung kommt vom österreichischen Verkehrsklub ÖAMTC. „Sollte Österreich wider Erwarten Deutschland nicht klagen, wird der ÖAMTC nötigenfalls seine Mitglieder bei diesem Vorhaben unterstützen“, hieß es am Mittwoch bei der Autofahrerlobby in Wien.

Das Europäische Parlament will auf österreichische Initiative noch im Februar eine Resolution gegen die deutschen Maut-Pläne verabschieden. Auch deutsche Europa-Abgeordnete halten die Abgabe für ausländische Autofahrer für einen schweren Fehler. „Dobrindt will EU-Ausländer abkassieren, während er seine potenziellen Wähler daheim schont“, kritisierte auch der deutsche Europa-Abgeordnete Ismail Ertug (SPD). „Würde Frankreich das Gleiche machen, wäre Dobrindt vermutlich der Erste auf der Barrikade. Die Anti-Maut-Allianz hat sich Dobrindt selbst eingebrockt.“

Der österreichische Verkehrsminister Leichtfried war früher selbst Europa-Abgeordneter. Der Sozialdemokrat aus der Steiermark, erst seit vergangenem Mai im Amt, versucht immer mal wieder, mit populären Themen bei den Wählern zwischen Bregenz und Neusiedler See zu punkten. Mit seinem Kampf gegen die Pläne zur Einführung der Maut in Deutschland hat er sich in der Alpenrepublik ein besonders beliebtes Thema ausgesucht.

Verkehrspolitik: Linke fordert „umgehende Aufhebung“ der Gesetze zur Pkw-Maut

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Linke fordert „umgehende Aufhebung“ der Gesetze zur Pkw-Maut

Die Linke bringt einen Entwurf zur Aufhebung der umstrittenen Pkw-Maut in den Bundestag ein. Die Gebühr belaste die Beziehungen zu Nachbarstatten. Dobrindt hatte die Maut nach einem Rechtsstreit mit der EU durchgebracht.

Ob die Pkw-Maut überhaupt durch die Abstimmung im deutschen Bundestag kommt bleibt derweil ungewiss. SPD-Vize-Fraktionschef Sören Bartol sagte, die SPD sei der Garant dafür, dass kein deutscher Autofahrer zusätzlich belastet werde. „Außerdem darf es zu keiner Diskriminierung von ausländischen Autofahrern kommen.“ Äußerungen der CDU aus Rheinland-Pfalz oder dem Saarland ließen Zweifel daran aufkommen, ob die CDU das Lieblingsprojekt der CSU bei der Entscheidung im Bundestag mittragen werde. „Wir erwarten eindeutige Aussagen aus der CDU, ob sie den zweiten Anlauf von Dobrindt für die Einführung der Pkw-Maut vollumfänglich unterstützt oder nicht.“

Dobrindt hatte das ursprüngliche Konzept so geändert, dass es nun sechs statt drei Optionen für Autofahrer aus dem Ausland beim Erwerb von Kurzzeitvignetten mit einer Dauer von zehn Tagen oder zwei Monaten gibt. Dabei wird der Schadstoffausstoß stärker berücksichtigt. Die Abgabe soll durch die Zahlungen der Ausländer jährlich gut 520 Millionen Euro bringen, etwas mehr als im ersten Anlauf vorhergesagt. Das Ministerium begründet dies unter anderem damit, dass mehr Ausländer als zunächst vorhergesagt auf deutschen Straßen unterwegs sein werden. Kritiker bezweifeln, dass die von Dobrindt genannten Mehreinnahmen erreicht werden können.

Kommentare (3)

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Herr Chris Adam

25.01.2017, 15:04 Uhr

Also ich lebe selbst in Salzburg aktuell und bin eigentlich ein Freund der Ösis. Allerdings ist der Verweis auf Österreicher die stärker zur Kasse gebeten werden ein schlechter Witz. Wenn ich nach (korrigiert mich wenns die Falsche strecke ist) nach Berchtesgaden fahren will muss ich auch ein paar Kilometer durch Österreich(über die Autobahn). Ratet mal wer da gerne abkassiert und in regelmäßigen Abständen kontrolliert und 200€ Strafen verteilt. Also sehr sehr heuchlerich schon seit jeher die Deutschen an dieser Stelle sowas von über den Tisch zu ziehen(wenn auch legal), sich jetzt aber über ein solches Vorgehen, welches vom Bundestag lt. Bericht noch nichtmal verabschiedet ist, aufzuregen.

Mal abgesehen von dem Fakt das es hier in Österreich an jeder Ecke Jahresvignetten verlost werden, ich gehe davon aus vornehmlich an Österreicher. Also alles ziemlich hypokratisch(gibt's das wort im deutschen?)

Herr Heinz Keizer

25.01.2017, 15:30 Uhr

Ich bin grundsätzlich gegen diese Wegelagerergebühr. Wir sind doch nicht mehr im Mittelalter und der Autofahrer zahlt jetzt schon deutlich mehr Steuern, als für die Straßen verwendet wird. Aber wenn ausgerechnet Österreich gegen die deutsche Maut mobil macht, dann ist das doch wohl heuchlerisch. Jeder Deutsche, der in Österreich die Autobahn benutzt (und sei es noch so kurz), muß Maut zahlen. Die österreichische Kfz-Steuer kenne ich nicht. Aber glaubt ernsthaft jemand, dass der deutsche Autofahrer bei der Kfz-Steuer wirklich dauerhaft entlastet wird?

Herr Wolfgang Trantow

26.01.2017, 09:43 Uhr

Wir sollten sofort gegen die Maut in Österreich kämpfen. Was macht Frau Merkel? Sie will die Armut für alle Deutschen und den Islam (Tötet Andesgläubige) als Staatsreligion.

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