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19.02.2014

16:23 Uhr

Pläne der Landesregierung

Niedersachsen will zurück zum Abi nach 13 Jahren

Nach der Verkürzung der Schulzeit in den meisten Bundesländern geht der Trend nun in die andere Richtung. Niedersachsen zeigt sich offen für die Rückkehr zu G9. Die Landesregierung will weg vom „Dauerstress“ für Schüler.

Unterricht an einem Gymnasium: Bis 2017 sollen deutschlandweit sechs Milliarden Euro in Bildung und Kinderbetreuung investiert werden. dpa

Unterricht an einem Gymnasium: Bis 2017 sollen deutschlandweit sechs Milliarden Euro in Bildung und Kinderbetreuung investiert werden.

HannoverIn Niedersachsen zeichnet sich eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren ab. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) deutete am Mittwoch an, dass die Gymnasien bald wieder den Abschluss nach neun Schuljahren (G9) statt nach acht Jahren (G8) anbieten können. „Die Tür zum G9 ist geöffnet worden“, erklärte die Ministerin. Der Vorstoß der rot-grünen Regierung dürfte die Diskussion in anderen Bundesländern beleben.

„Es gibt eine große Bereitschaft zum Systemwechsel: weg von G8 mit Dauerstress, hin zu G9“, erklärte Heiligenstadt in Hannover. Entscheidend sei aber die Ausgestaltung, eine Entscheidung darüber sei bislang nicht gefallen. Der Bericht einer Expertenkommission, die verschiedene Szenarien für eine Reform prüft, soll bis Ende März vorliegen. Danach will die Ministerin eine Entscheidung treffen.

Laut einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ haben die niedersächsischen Gymnasien vermutlich vom Sommer 2015 an die Möglichkeit, zum Abitur nach 13 Schuljahren zurückzukehren. Besonders leistungsstarke Schüler sollen demnach aber weiterhin die Möglichkeit haben, nach acht Jahren Gymnasium das Abitur abzulegen.

Heiligenstadt machte zugleich deutlich, dass die Reform nicht das Gymnasium alten Zuschnitts wiederbeleben solle. Ein „Zurück zum alten G9 der 1990er Jahre wird es nicht geben“, sagte die Ministerin der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Mittlerweile seien 70 Prozent der Gymnasien Ganztagsschulen.

In den meisten Bundesländern war in den vergangenen Jahren nach und nach die Schulzeit auf zwölf Jahre verkürzt worden. Dieser Schritt ist bis heute umstritten und stößt zum Teil auf heftigen Widerstand bei Eltern und Schülern. Inzwischen gibt es in einzelnen Bundesländern Überlegungen und zum Teil auch konkrete Beschlüsse, die Reform zumindest teilweise wieder rückgängig zu machen. In Hessen etwa können Gymnasien bereits zwischen G8 und G9 entscheiden. In Bayern wirbt ein Volksbegehren für eine Wahlfreiheit.

Der Präsident des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, zeigte sich in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) überzeugt, dass eine Rückkehr Niedersachsens zu G9 bundesweit „als Katalysator wirkt“ und andere Bundesländer nachzögen. Die Länder müssten zur Kenntnis nehmen, dass das Turbo-Abi nach acht Jahren nie in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.

Meidinger plädierte zugleich für einen „weichen Übergang“ bei der Rückkehr zu neun Jahren Schulzeit an Gymnasien. „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“, mahnte der Verbandspräsident. Die Kultusbehörden dürften jetzt nicht wie bei der Einführung von G8 den Fehler machen, durch überstürzte Aktionen für Verunsicherung bei Schülern und Eltern zu sorgen. Der Philologenverband vertritt vor allem die Lehrer an Gymnasien.

Von

afp

Kommentare (1)

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20.02.2014, 13:30 Uhr

Niedersachsen will zurück zum Abi nach 13 Jahren, warum wohl?
Ist die Rot-Grüne Landesregierung eines besseren belehrt worden?
Hören nun endlich die versuche mit unseren Kindern in den Schulen auf?
Seit Jahrzenten wird an unserem Schulsystem herumgedoktert, aber wirkliche Verbessrungen für unsere Kinder sind Mangelware.
Schule hat die Aufgabe, unseren Kindern Bildung zu vermitteln, da ist kein Platz für Politische Doktrinen.
Bildung das ist der Auftrag der Schulen.
Alternativlos.

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