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05.03.2013

17:34 Uhr

Pläne für rot-grüne Bundesratsinitiative

Länder machen gegen Abzocker in Chefetagen mobil

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Opposition will Managern überzogene Gehälter verbieten. Nach den Grünen denkt auch die SPD über eine Gesetzesinitiative nach. Schon diese Woche könnte eine Vorentscheidung über einen Vorstoß im Bundesrat fallen.

Aufreger-Thema Banker-Gehälter (hier in Zürich 2008): In der Krise musste der Staat oft retten. dpa

Aufreger-Thema Banker-Gehälter (hier in Zürich 2008): In der Krise musste der Staat oft retten.

BerlinDie Diskussion um angeblich exorbitante Managergehälter ist in vollem Gange. Aus Politik und Wirtschaft kommen nun Vorschläge – die liegen zwischen verschärften Gesetzen und „weiter so“. Die Bundesregierung machte bereits unmissverständlich deutlich, dass sie vor der Bundestagswahl keinen Handlungsbedarf sehe. SPD und Grüne halten das für inakzeptabel und überlegen bereits, ob sie über den Bundesrat die Debatte forcieren.

Die SPD-geführten Länder wollen bereits am Donnerstag über einen möglichen eigenen Gesetzesvorstoß zur Begrenzung der Managergehälter nach dem Vorbild der Schweizer Initiative beraten. „Ich will das Thema beim nächsten Zusammentreffen in der Runde meiner Länderkollegen ansprechen und ausloten, ob man gemeinsam im Bundesrat eine Initiative zu einem Entschließungsantrag starten könnte“, sagte der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) Handelsblatt Online.

Auch die Finanzministerin von Schleswig-Holstein, Monika Heinold (Grüne) denkt schon in diese Richtung. „Eine Bundesratsinitiative will ich nicht für alle Zeit ausschließen“, sagte Heinold Handelsblatt Online. Die Länder könnten allerdings der Bundesregierung auch nicht die ganze Arbeit abnehmen. „Schwarz-Gelb im Bund soll jetzt einen Vorschlag machen. Dann sehen wir weiter.“

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Heinold skizzierte zugleich ihre Vorstellungen für eine Gesetzesänderung. „Um die soziale Marktwirtschaft wieder in die Balance zu bringen, brauchen wir Mindestlöhne ebenso wie Maxilöhne“, sagte die Grünen-Politikerin. Dabei könne sich Deutschland am Schweizer Modell orientieren, indem die Rechte der Aktionäre gestärkt würden. „Das sollten wir aber zusätzlich mit gesetzlichen Regelungen flankieren“, betonte die Ministerin. „Eine Begrenzung des Betriebsausgabenabzugs ist zum Beispiel eine gute Methode, damit Unternehmen überzogene Managergehälter nicht mehr auf die Gesellschaft abwälzen können.“

Die Diskussion hat nach dem Volksbegehren gegen überzogene Managervergütungen in der Schweiz mächtig Fahrt aufgenommen. Die Schweizer hatten am Sonntag mit rund 68 Prozent zugestimmt. Die Initiative zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre jährlich entscheiden können.

Kommentare (15)

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ewu

05.03.2013, 15:58 Uhr

Längst überfällig, daß gegen die Abzockerei hoffentlich auch bei uns Änderungen gesetzlich verankert werden. Dabei sollten auch die obszön hohen Pensionszusagen gekappt werden, vor allem deren Barauszahlungen!

Frank3

05.03.2013, 16:21 Uhr

SEID 2005 GILT me3in VORSCHLAG und HAB NOCHH KEINEN BESSEREN GEHÖRT :

Manager VERDIENT NICHT MEHR ALS DAS 100 FACHE des VERDIENSTDURCHSCHNITTES DER FIRMENMITARBEITER WELTWEIT + 0,001 % PRO MITARBEITER .
Frank Frädrich
WAR MAL 0,01 % !! DAS WOLLTEN NICHT !!! NUN BEKOMMEN WENIGER .
Frank Frädrich


ATHEIST SICH Gott
SOUVERÄN
Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

zappenduster

05.03.2013, 16:46 Uhr

Sie sollten ein anderes Kraut rauchen, dieses zersetzt ihr Gehirn!!

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