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14.10.2014

08:15 Uhr

Pläne von CDU und SPD

Bezahlte Auszeit für die Pflege Angehöriger

Bei einem Pflegenotfall sollen Angehörige künftig ein Unterstützungsgeld erhalten. Die Kosten belaufen sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag und sollen von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden.

Wer Angehörige pflegen muss, soll ab Januar 2015 eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen nehmen können. dpa

Wer Angehörige pflegen muss, soll ab Januar 2015 eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen nehmen können.

Passau/KölnArbeitnehmer, die kurzfristig eine Pflege für Angehörige organisieren müssen, sollen ab Januar 2015 eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen nehmen können. Nach Informationen der „Passauer Neuen Presse“ und des „Kölner Stadt-Anzeigers“ (Dienstag) soll der Gesetzentwurf zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden.

Beschäftigte dürfen schon heute für zehn Tage mit der Arbeit aussetzen, wenn ein Pflegenotfall eintritt. Künftig sollten sie in dieser Zeit aber ein „Pflegeunterstützungsgeld“ in Höhe von 67 Prozent des wegfallenden Einkommens erhalten, berichtet die „Passauer Neue Presse“.

Die schwarz-roten Pflege-Pläne

Die Pflege in zwei Schritten

Zwanzig Jahre nach dem Beschluss zur Pflegeversicherung will die schwarz-rote Bundesregierung die Pflege in Deutschland nun in zwei Schritten reformieren. Kernpunkte der Pläne von Union und SPD:

Anpassung an Preisentwicklung

Die gut 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland sollen ab 2015 um bis zu vier Prozent erhöhte Leistungen bekommen.

Betreuung

Mehr Menschen sollen sich mit Demenzkranken, Behinderten oder psychisch Kranken beschäftigen. In Heimen sind neben Fachkräften dafür etwa 24 000 nachqualifizierte Kräfte im Einsatz – künftig sollen es 45 000 sein.

KURZZEIT- UND VERHINDERUNGSPFLEGE

Flexibler und großzügiger sollen Hilfen gewährt werden für bis zu vier Wochen Heimaufenthalt eines zu Hause gepflegten Menschen pro Jahr, ferner für vier Wochen ambulante Pflege etwa durch einen Dienst, wenn Angehörige Urlaub machen.

LOHNERSATZ BEI PFLEGEORGANISATION

Wer Pflege daheim organisieren muss, hat Recht auf zehn Tage Auszeit – künftig soll es dafür Lohnersatz ähnlich wie Kinderkrankengeld geben.

RECHTSANSPRUCH AUF FAMILIENPFLEGEZEIT

Angehörige können sich für eine Pflegezeit bereits bis zu sechs Monate unbezahlt von der Arbeit freistellen lassen. Die Familienpflegezeit aber, in der man auf bis zu 15 Stunden reduzieren kann, ist für die Unternehmen freiwillig. Auch hier soll ein Rechtsanspruch her.

Vorsorgefonds

Von 2015 bis 2033 sollen steigende Milliardensummen in einen Fonds fließen. Wenn die sogenannten Babyboomer-Jahrgänge 1959 bis 1967 verstärkt pflegebedürftig werden, sollen mit diesem Geld Beitragssprünge vermieden werden.

Ausbildung

Die Ausbildung zu Alten- und Krankenpflegern soll einheitlich werden, so dass Altenpfleger später besser wechseln können und der Beruf attraktiver wird.

Demenz

In Reformstufe 2 soll mit einer Großreform die Versicherung besser auf die zahlreicher werdenden Demenzkranken eingestellt werden. Die heute drei Pflegestufen sollen durch fünf weiter gefasste Pflegegrade ersetzt werden. Auch Einschränkungen im Wahrnehmen und Bewusstsein, die heute bei der Einstufung nach körperlicher Beeinträchtigung im Hintergrund sind, sollen stärker zählen.

Finanzen

Der Pflegebeitragssatz soll von 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent) 2015 um 0,3 Punkte steigen. 0,2 sollen später für die geplante Großreform dazukommen. Unter Strich soll das sechs Milliarden Euro pro Jahr mehr bringen.

Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ soll sich die Leistung an der Höhe des Kinderkrankengeldes orientieren, das zurzeit 70 Prozent des Bruttogehalts beträgt.

„Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst der Nation. Wir wollen sie in Zukunft besser unterstützen“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Carola Reimann der „Passauer Neuen Presse“. „Das ist eine wirklich lebensnahe Hilfe.“

Die Mehrkosten werden in der Koalition auf rund 100 Millionen Euro jährlich beziffert und sollen von der gesetzlichen Pflegeversicherung getragen werden.

Darüber hinaus soll es laut Reimann einen Rechtsanspruch auf eine Freistellung von sechs Monaten geben. Wer Angehörige pflegt, könne aber auch für 24 Monate die Arbeitszeit reduzieren, auf mindestens 15 Stunden. Diese Familienpflegezeit solle auch für die Pflege schwerkranker Kinder oder Schwerstkranker in Hospizen in Anspruch genommen werden können. Eine Lohnersatzleistung sei nicht vorgesehen.

Die Familienpflegezeit soll nach Informationen beider Blätter ausschließlich Beschäftigten in Betrieben mit mindestens 15 Mitarbeitern offenstehen. Um einen Teil des Lohnausfalls abzufangen, seien für Betroffene zinsgünstige Darlehen über das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben vorgesehen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Woifi Fischer

14.10.2014, 09:01 Uhr

Pläne von CDU und SPD Bezahlte Auszeit für die Pflege Angehöriger?

Ales auf die Schultern aller zu laden ist eine Unverfrorenheit der Regierungsparteien.
Es kann nicht sein, dass alles aus der Pflegekasse finanziert wird, wer 10 Tage eine angehörigen Pflegt, kann doch nicht auch noch von allen Geld dafür erhalten?
Ist die Pflege eines Angehörigen nicht eine Christenpflicht?
Dies alles wurde in früheren Zeiten von der Familie gleistet, ohne einen Pfennig Geld dafür zu erhalten?
Warum jetzt dieses Vorgehen der Parteien?

Ich sehe dieses Vorgehen sehr kritisch!!!

Frau Wil Fried

14.10.2014, 09:30 Uhr

Wer soll denn das schon wieder bezahlen? Das ist eine Einmischung in die inneren Familienangelenheiten, als ob es keine wichtigeren Probleme zu lösen gälte! Wenn der Politik in Berlin nichts mehr einfällt, dann macht sie halt eine neue Baustelle auf, die Geld kostet. Das ist seit Jahrzehnten das Problem der Politik, warum sie mit dem vorhandenen Geld nie auskommt - einfach unfassbar!

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