Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2012

09:49 Uhr

Pläne von der Leyens

Kritik an Zuschussrente reißt nicht ab

Während Ursula von der Leyen weiter Kritik für ihre Plane zur Zuschussrente einstecken muss, entwirft die SPD ein eigenes Modell gegen Altersarmut. Dafür gibt es sogar Lob von der Union - zumindest in Maßen.

Inzwischen hat die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Kompromissbereitschaft signalisiert. dapd

Inzwischen hat die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Kompromissbereitschaft signalisiert.

BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stößt mit ihrer Forderung nach einer Zuschussrente auf immer mehr Kritik aus dem eigenen Lager. Finanzminister Wolfgang Schäuble lehnte den Vorschlag am Wochenende ebenso ab wie Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Unterstützung kommt dagegen vom Arbeitnehmerflügel der Union, der rasch Maßnahmen gegen Altersarmut forderte.

„Frau von der Leyen hat unüberhörbar auf das Problem der Altersversorgung hingewiesen“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“. „Die Aussage, es drohe Altersarmut, ist aber verkürzt“, Kein Mensch wisse, wie hoch die Löhne in 20 Jahren sein würden, kritisierte Schäuble mit Blick auf Berechnungen, die die stellvertretende CDU-Vorsitzende vorgelegt hatte. „Der Lebensstandard in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen“, sagte Schäuble.

Das Modell der Zuschussrente kommt auch bei der CSU nicht gut an. Es treffe nicht den Kern des Problems, sagte Bayerns Sozialministerin Haderthauer der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Durchschnittsrente von Frauen sei heute nur halb so hoch wie die der Männer, da die Arbeitsleistung in der Familie rentenrechtlich nicht angepasst werden. „Das muss beseitigt werden“, forderte Haderthauer. Ohne Kinder gebe es später keine Beitragszahler. „Bevor über irgendetwas anderes nachgedacht wird, muss daher in einem ersten Schritt das Aufziehen von Kindern rentenrechtlich aufgewertet werden.“

Neue Berechnungen: Armutsrisiko für Rentner größer als gedacht

Neue Berechnungen

Armutsrisiko für Rentner größer als gedacht

Neue Zahlen zeigen, Millionen Rentnern droht ab 2030 der Absturz in die Sozialhilfe.

Inzwischen hat die Bundesarbeitsministerin Kompromissbereitschaft signalisiert. Es gebe keinen Königsweg, der Sozialverbände, Arbeitgeber, Alt und Jung zu 100 Prozent befriedige, sagte die CDU-Politikerin der „Welt am Sonntag“. „Die Interessen sind immer unterschiedlich, deswegen wird man einen Kompromiss schmieden müssen.“ Sie pochte jedoch auf einer schnellen Lösung.

Zuvor hatten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Spitze der Unionsfraktion Zweifel an von der Leyens Berechnungen geäußert. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder hatte die Annahme als unrealistisch bezeichnet, dass Arbeitnehmer nur 35 Beitragsjahre arbeiteten. Die Arbeitsministerin hatte gewarnt, ohne eine zusätzliche Vorsorge drohe allen Arbeitnehmern mit weniger als 2500 Euro brutto im Monat im Jahr 2030 eine Rente auf dem Niveau der Grundsicherung von 688 Euro. Mit der Zuschussrente will sie Minirenten auf bis zu 850 Euro aufstocken.

Der Unions-Sozialflügel verlangt noch in dieser Wahlperiode ein Konzept zur Bekämpfung der Altersarmut. Ziel müsse es sein, dass langjährige Beitragszahler auch bei Unterdurchschnittlichem Einkommen eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus erhalten. „Wir müssen jetzt handeln“, sagte der Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann. „Sonst werden viele fleißige Menschen ihren Ruhestand auf dem Amt beginnen. Es ist die Pflicht der Politik, das zu verhindern.“

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

fortissimobellini

08.09.2012, 16:53 Uhr

Jetzt noch schnell in den letzten 12 Wahlperiodenmonaten aus dem Schattenkabinett hervortreten mit auch noch so abstrusen weil auf die Bevölkerung umgelegt minimalsten Wirkungsvorschlägen. Ein Riestermüll mehr oder weniger macht nichts.

Account gelöscht!

08.09.2012, 17:08 Uhr

Ich habe bis jetzt 35 Jahre gearbeitet, aber ich habe nicht einen Cent Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Selber vorsorgen ist als jetzt Zeitarbeiterin auch nicht drin. Jetzt soll ich noch 16 Jahre bis zur Rente arbeiten. Wozu?

Schafft echte Lösungsansätze: z.B. Alle zahlen in eine Rentenversicherung, auch Beamte und Politiker. Zahlt wieder vernünftige Löhne und schafft die Beitragsbemessungsgrenze ab.

Oder gebt jedem Arbeitnehmer am letzten Arbeitstag einen Gutschein für ein Bett im Schlafsaal mit Gemeinschaftsverpflegung und 50 Euro Taschengeld im Monat.

Account gelöscht!

08.09.2012, 18:49 Uhr

50€ sind wohl heutige Gedankengänge.
De facto dürften das in der Zukunft (die ihr euch erwählt habt)
5€ Sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×