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27.10.2014

19:41 Uhr

Pläne zur Tarifeinheit

Neue Spielregeln bei Tarifkonflikten

Bahnstreiks sorgten in den vergangenen Wochen für großen Ärger bei den Reisenden - vor diesem Hintergrund werden die Pläne zur Tarifeinheit mit Spannung erwartet. Kann die Politik helfen?

Nahles erklärt Grundlogik ihres Gesetzes

Neues Gesetz zur Tarifeinheit vorgestellt

Nahles erklärt Grundlogik ihres Gesetzes: Neues Gesetz zur Tarifeinheit vorgestellt

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BerlinFür Tarifkonflikte mit Berufsgewerkschaften wie der Lokführergewerkschaft GDL sollen einem Zeitungsbericht zufolge künftig neue Spielregeln gelten. In einem Gesetz zur Tarifeinheit seien stärkere Anreize für eine friedliche Lösung von Streitigkeiten zwischen konkurrierenden Gewerkschaften geplant, schreibt die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“/Dienstag) unter Berufung auf den Entwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Ein Sprecher des Ministeriums wollte sich dazu zunächst nicht äußern. Nahles will am Dienstag in Berlin zu den Plänen Stellung nehmen.

Eine ausdrückliche Begrenzung des Streikrechts sieht der Gesetzentwurf laut dem Bericht nicht vor. „Der Gesetzgeber wird sich auch künftig nicht anmaßen, direkt in Tarifauseinandersetzungen einzugreifen“, sagte Nahles der Zeitung. „Oberstes Ziel des Gesetzentwurfs, den ich in dieser Woche in die Ressortabstimmung geben werde, ist eine Stärkung der Tarifautonomie.“ Im Kern solle die geplante Neuregelung einen Konfliktlösungsmechanismus für Fälle sogenannter Tarifkollisionen schaffen.

Stillgelegte S-Bahn-Züge auf dem Gelände des Betriebshofes Wannsee in Berlin: Die geplante Tarifeinheit könnte Klarheit schaffen. dpa

Stillgelegte S-Bahn-Züge auf dem Gelände des Betriebshofes Wannsee in Berlin: Die geplante Tarifeinheit könnte Klarheit schaffen.

Dies sind Konflikte wie derzeit bei der Deutschen Bahn, wo die Lokführergewerkschaft GDL einen eigenen Tarifvertrag für Zugbegleiter durchsetzen will, der vom Tarifvertrag der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG abweichen würde. Falls zwischen den konkurrierenden Gewerkschaften keine andere Einigung gelingt, wären „nur die Rechtsnormen des Tarifvertrags derjenigen Gewerkschaft anwendbar, die (...) im Betrieb die meisten Mitglieder hat“, heißt es laut der Zeitung in dem Gesetzentwurf.

Die Arbeitsministerin rechne damit, dass diese Regelung Tarifkonflikte befrieden könne, obwohl ihr Gesetzentwurf keine ausdrückliche Regelung zum Streikrecht enthalte. Zwar werde es wie bisher in den Händen der Arbeitsgerichte liegen, im Einzelfall abzuwägen, ob ein Streik zulässig sei. Doch würden die Gerichte künftig in diese Beurteilung mit einbeziehen, ob der strittige Tarifvertrag überhaupt angewendet werden könnte, sagte Nahles.

Die Arbeitsministerin räumte ein, dass das geplante Gesetz auf Tarifkonflikte wie derzeit bei der Lufthansa voraussichtlich keinen direkten Einfluss haben werde. Die Pilotenvereinigung Cockpit und die Gewerkschaft Verdi machen sich ihre jeweiligen Zuständigkeitsbereiche bisher nicht streitig.

Allerdings biete das geplante Gesetz der ganzen Wirtschaft Vorteile. „Das Gesetz begünstigt friedliche Wege der Konfliktlösung und wirkt der Gefahr einer weiteren Zersplitterung, einer weiteren Spaltung von Belegschaften entgegen“, sagte Nahles. Das Bundeskabinett solle den Gesetzentwurf am 3. Dezember verabschieden. „Ich denke, dass das Gesetz spätestens im Sommer kommenden Jahres in Kraft treten kann“, sagte die Ministerin.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

28.10.2014, 13:29 Uhr

Niemand hat die Absicht, das Streikrecht anzutasten
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Die Macht der Zwergengewerkschaften muss endlich gebrochen werden.
Es kann nicht angehen, dass Spartengewerkschaften wie die GDL, GDF, VC oder Marburger Bund Deutschland lahmlegen und die Wirtschaft schädigen.
Hier muss die Politik eingreifen. Aber dazu ist sie zu ängstlich. Deshalb kommt sie mit einem Placebo.
Nahles ist zwar für die Tarifeinheit, setzt es aber nicht um. Sie könnte es sich ja mit ihren Genossen von den Spartengewerkschaften verderben.

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