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17.02.2011

07:04 Uhr

Plagiator Guttenberg?

Union wittert Schmutzkampagne

Verteidigungsminister zu Guttenberg steht nach dem Plagiatsvorwurf gegen ihn unter Dauerfeuer. Die Opposition wettert, Parteifreunde giften zurück. Die Affäre könnte den Minister sein Amt kosten.

Unter Druck: Karl-Theodor zu Guttenberg. Quelle: dapd

Unter Druck: Karl-Theodor zu Guttenberg.

Berlin/DüsseldorfDagegen erhält Guttenberg Unterstützung aus den Reihen der Union, bei der von einer „Schmutzkampagne“ gegen den beliebten CSU-Politiker die Rede ist. Die Passauer Professorin Barbara Zehnpfennig, bei der Guttenberg Teile der Einleitung seiner Dissertation abgeschrieben haben soll, fordert, ihm den Doktortitel abzuerkennen.

„Der Lack ist endgültig ab“, sagte der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ über den Verteidigungsminister. „So geht's halt, wenn man sich zu sehr auf Hochglanz poliert.“ Sollte Guttenberg der Doktortitel aberkannt werden, wäre er aus Sicht des SPD-Politikers auch als Minister nicht mehr zu halten. „Guttenbergs Glaubwürdigkeit wäre dann völlig zerstört“, sagte Arnold. „Und ein Minister, der seine Glaubwürdigkeit verloren hat, kann nicht mehr wirklich arbeiten - im Bereich der Bundeswehr, in dem es in hohem Maße auf Vertrauen ankommt, vielleicht noch schwerer als in anderen Ressorts.“

Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) bezeichnete die Vorwürfe gegen den Verteidigungsminister in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ als „lächerlich“. Seine Doktorarbeit sei von einem der führenden deutschen Verfassungsrechtler wissenschaftlich betreut worden und in einem höchst renommierten Wissenschaftsverlag erschienen. Einzelne fehlende oder falsch gesetzte Fußnoten seien sicher ärgerlich, das könne aber nicht ernsthaft einen Plagiatsvorwurf begründen. Krings warf der Opposition im Bundestag eine „Schmutzkampagne“ vor. „Die maßlos überzogenen Reaktionen der Opposition zeigen, dass es hier in Wahrheit nur um eine neue Episode aus der Reihe „Schlag den Guttenberg“ geht.“

In Guttenbergs Dissertation gibt es mehrere Passagen, die wörtlich mit Formulierungen anderer Autoren übereinstimmen, ohne dass er dies gekennzeichnet hat. Aufgeflogen ist dies durch Recherchen des Bremer Juraprofessors Andreas Fischer-Lescano, über die am Mittwoch die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Es soll sich um mindestens neun kopierte Textstellen handeln.

Kommentare (11)

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17.02.2011, 07:37 Uhr

Interessanterweise verurteilen jetzt die gleichen Personen öffentlich über zu Guttenberg, die ihn vor kurzem seine Abberufung des Kapitäns der Gorch Fock als "Vorverurteilung" kritisierten.
Ich frage mich, ob die Politiker die jetzt lauthals den Rücktritt fordern ohne Hilfe überhaupt in der Lage wären mehr als drei Seiten mit vernünftigen Inhalten zu füllen…
Oder sollte es hier – typisch deutsch – wirklich nur um Neid auf den Erfolgreichen gehen?

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17.02.2011, 08:22 Uhr

Ein typischer Wegwerfartikel dieser Minister, so wie das meiste was die Industrie heute produziert. Früher hat man von der Politik mehr für sein Geld bekommen, heute brauchen sie sich gar keine Mühe mehr zu geben. Mein Gott ein Betrüger! P. S. Vielleicht kann sich ja mal einer die Doktorarbeit von Frau ...

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17.02.2011, 09:04 Uhr

Und was kommt als nächstes? Der "beliebteste Politiker" Deutschlands war ja mal wieder ganz böse... pfui pfui ... Ah jetzt fällt mir was ein.. vielleicht hat er ja mal mit 3 Jahren im Sandkasten einem anderen Kind die Schaufel weg genommen? Oder ja Herr Guttenberg ist mit 14 Jahren einmal bei einer roten Ampel über die Straße gelaufen? Oder oder oder... Was soll das ganze eigentlich? ... Wir haben hier einen Menschen, der sich positiv in die Gesellschaft einbringt und TUT .. Wann lernen wir mal in Deutschland nicht nur immer auf den Leistungsträgern unserer Gesellschaft und auf Menschen die TUN nur immer rum zu hacken und mit dem Finger auf Sie zu zeigen? Herr Guttenberg gehört zu den Personen in unserer Gesellschaft die aus meiner Sichtweise Veränderungen wollen und umsetzen können, damit wir in unserer Gesellschaft positiv in die Zukunft schauen können! Das kann doch nicht falsch sein? Und diese Nebenkriegsschauplätze interessieren da wirklich nicht...

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