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11.05.2011

11:01 Uhr

Plagiatorin

Stoiber-Tochter macht den Guttenberg und verliert Doktortitel

Veronica Saß, Tochter von Edmund Stoiber, soll sich für ihre Dissertation sehr frei aus fremden Texten bedient haben, sagt die Uni Konstanz. Das kostet die Juristin den Doktortitel.

Edmund Stoiber tanzt mit seiner Tochter Veronica. Quelle: dapd

Edmund Stoiber tanzt mit seiner Tochter Veronica.

KonstanzNach Ex-Politstar Karl-Theodor zu Guttenberg ist nun auch Veronica Saß - den meisten als Tochter Edmund Stoibers bekannt - überführt. Die Universität Konstanz hat ihr den Doktortitel entzogen. Nach umfassender Prüfung ihrer Dissertation ist der Promotionsausschuss zum Ergebnis gekommen, dass erhebliche Teile der Arbeit Plagiate sind, teilte die Universität am Mittwoch in Konstanz mit. Das Münchner Büro der Kanzlei Raupach & Wollert-Elmendorff, in dem Saß als Rechtsanwältin seit 2009 arbeitet, wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern und auch Saß war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Doktorgrad sei entzogen worden, weil die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorgelegen hätten, erklärte Rektor Ulrich Rüdiger. Er verwies auf die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit, wonach eine Doktorarbeit ein eigenständiger wissenschaftliche Beitrag zum Fortschritt eines Faches sein muss.

An der Universität Konstanz erkläre jeder Doktorand bei Abgabe der Dissertation, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet sei. „Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen“, betonte Rüdiger.

Saß soll bei ihrer rechtswissenschaftlichen Doktorarbeit mit dem Titel "Regulierung im Mobilfunk" zahlreichen Stellen von anderen Autoren abgeschrieben und damit die Standards wissenschaftlichen Zitierens verletzt haben. Plagiatjäger der Internetseite „VroniPlag Wiki“ fanden in der Arbeit unter anderem ein fast durchgängiges, wortwörtliches Plagiat von knapp 40 Seiten. Die Juristin soll Zeitungsartikel, Pressemitteilungen von Verbänden sowie Artikel der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia verwendet haben, ohne die Quellen zu nennen. Die Hamburger Rechtsanwältin Tanja Eisenblätter wirft Saß vor, bei ihr abgeschrieben zu haben. „25 Seiten wurden wortwörtlich übernommen, ohne Nennung der Quelle“, kritisierte Eisenblätter. Seit Februar hatte wusste die Uni Konstanz von den Vorwürfen und hatte umgehend ein Prüfverfahren eingeleitet.

Kommentare (11)

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Morchel

11.05.2011, 11:10 Uhr

Ja so sind sie die Landesbankenvorstände wie ,weshalb, warum, keine Ahnung. Wie jetzt soll ich wohl auch noch für Schäden aufkommen, das ist nicht euer ernst, das war ich nicht. Gut das der gut gebildete Hartz 4ler zu Hause als Diplom Ingsch seine Zeit verbringen darf wärend hochdekorierte Studosioses ihren Dr. zur Anwendung bringen um die Gesellschaft vorran zu bringen. Wo man hinschaut der Sittenverfall ist nicht mehr zu übersehen.Da musst du heute ne Vita frisieren um dan millionen Schäden anzurichten und der Gutausgebildete verlässt das Land um von der Sklaverei verschont zu bleiben. Die Lumpenelite hats geschaft alles durchzubringen nur zu weiter auf euren weg leer den Krug bis zur Neige.

Account gelöscht!

11.05.2011, 11:17 Uhr

Es ist wohl langsam an der Zeit, an den Hochschulen ein Prüfungsverfahren sämtlicher Doktorarbeiten einzuführen! Gerade im Zeitalter des Internets, welches in Sekundenschnelle eine riesige Bibliothek des Wissens und der Zitate zur Verfügung stellt, ist es unbedingt erforderlich, dass Unis jede Doktorarbeit überprüfen! Mag es erst bei einigen Prominenten aufgefallen sein, aber über die Dunkelziffer kann man nur spekulieren. Und die dürfte bei dem heutigen Wissensstand um die Plagiate wohl relativ groß sein. Jetzt sind die Hochschulen in ihrer neuen Rolle gefragt, ansonsten werden diese akademischen Titel bald alle unglaubwürdig sein.

Account gelöscht!

11.05.2011, 11:20 Uhr

Wer bei seiner Doktorarbeit abschreibt als Jurist, ist als Jurist in dieser Funktion nicht tragbar. Als anständiger Bürger erwarte ich, eine harte Bestrafung dieser Person, und das heißt für mich, sie darf fünf Jahre nicht als Jurist arbeiten, anschließend muß sie sich fünf Jahre bewähren, bevor sie wieder als Juristin tätig sein darf.
Bast.
Danke

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