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17.02.2011

11:21 Uhr

Plagiatsaffäre

Das Ende der Guttenberg-Inszenierung

VonDietmar Neuerer

Karl-Theodor zu Guttenberg liebt mediale Inszenierungen. Doch die Plagiatsaffäre hat das Image des Verteidigungsministers erschüttert. In Afghanistan sucht er die Nähe zu seinen Soldaten - aber ohne Journalisten.

Zuflucht bei Soldaten: Guttenberg (Archivbild). Quelle: dpa

Zuflucht bei Soldaten: Guttenberg (Archivbild).

Düsseldorf/BerlinDer Stützpunkt gehört zu den gefährlichsten der Bundeswehr in ihrem Einsatzgebiet in Nordafghanistan. In Baghlan waren im vergangenen Jahr bei Gefechten und einem Anschlag insgesamt fünf deutsche Soldaten getötet worden. Nun dient das Lager als Zufluchtsort für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Denn in Deutschland steht der Minister unter Dauerbeschuss, weil er Passagen seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, ohne dies kenntlich zu machen.

Guttenberg hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Und dabei soll es auch bleiben. Der Minister meidet die Medien. Die Journalisten-Meute will er am Hindukusch nicht dabei haben. Er wird nur von einer ganz kleinen Delegation begleitet, wie ein Ministeriumssprecher sagt. Berichterstattung von vor Ort wird es kaum geben.

Es ist die erste Afghanistan-Reise des CSU-Politikers ohne Begleitung von Journalisten. Der Minister wird allerdings vom Verleger einer großen Zeitung begleitet, sagte der Sprecher. Ob Guttenberg wohl mit dessen Hilfe schon seine Vorwärtsverteidigung plant? Seine neunte Reise zu den deutschen Soldaten bleibt geheimnisumwittert. Sein genaues Reiseprogramm und auch der Termin seiner Rückkehr werden unter Verschluss gehalten - aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Guttenberg war am Mittwoch aufgebrochen.

Eigentlich sollte der Minister heute wieder in Deutschland sein. In Sachsen-Anhalt steht ein Termin an. Bei einem CDU-Kreisverband soll er am Abend über seine Reformpläne zur Bundeswehr referieren. Dies wäre sein erster öffentlicher Auftritt in Deutschland nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen ihn. Business as usual wird aber wohl kaum möglich sein an einem Tag wie heute. Solange die Affäre schwelt, ist für Guttenberg an normale Ressortarbeit nicht zu denken.

Kommentare (2)

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17.02.2011, 13:17 Uhr

Jetzt ist es also raus, was es mit dem Freiherr auf sich hat: Gesunder Durchschnitt in dieser Altersklasse. Alles gleichzeitig machen, aber nichts richtig. Sich auf Kosten der ehrlichen Arbeit anderer eine Schaufassade schaffen. Wenn die Lügen auffliegen die Schuld auf andere schieben. Ist doch heutzutage alltäglich und wird sogar erwartet von einem so genannten Leistungsträger.

Account gelöscht!

18.02.2011, 06:25 Uhr

Wenn allen eine anständige Dr.-Arbeit der Nation so wichtig ist, dann sollten alle Dr.-Titel von Politikern
überprüft werden. Hier wird man sicher einige Überraschungen erleben. Schliesslich kann man dank Internet,Kreativität eine Dr.-Arbeit zu jedem Thema innerhalb von 2 Wochen schreiben.

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