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06.03.2013

13:08 Uhr

Plagiatsaffäre

Koch-Mehrin unterliegt im Doktortitel-Streit

Silvana Koch-Mehrin muss auf Ihren Doktortitel auch weiterhin verzichten. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat ihre Klage gegen die Aberkennung abgewiesen. Die Abgeordnete wird aber wohl weiterkämpfen.

FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. Bis auf weiteres darf hat sie auch weiterhin keinen Doktortitel. dpa

FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin. Bis auf weiteres darf hat sie auch weiterhin keinen Doktortitel.

KarlsruheDie FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat im Kampf um ihren Doktortitel eine weitere Niederlage eingesteckt. Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe wies am Mittwoch ihre Klage gegen den Entzug des Titels ab. Eine ausführliche Begründung wird das Gericht erst in den kommenden Wochen vorlegen. Koch-Mehrin kann nun beim Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim Berufung einlegen. Ihr Anwalt hatte diesen Schritt bereits am vergangenen Montag nach der Verhandlung erwogen.

Die Universität Heidelberg hatte der EU-Parlamentarierin im Juni 2011 den Titel aberkannt. Bei der Überprüfung ihrer Doktorarbeit über die „Lateinische Münzunion 1865-1927“ hatte der Kommissionsausschuss auf 80 Seiten 125 Plagiate gefunden. Die 42 Jahre alte Politikerin gestand „Mängel an Quellennachweisen“ ein, verwies aber darauf, dass diese bereits bei der Abgabe ihrer Arbeit vor 13 Jahren bekannt gewesen seien.

Für Koch-Mehrins Anwalt Christian Birnbaum hätte es die Universität bei einer Rüge belassen können. Dies sei vertretbar, denn seine Mandantin habe „ein paar Sachen herausgefunden, die vor ihr keiner rausgefunden hat“. Als weitere Lösung schlug er vor, Koch-Mehrin könne die Arbeit nachbessern. Mit diesem Vorschlag hatte er in der zweiten Verhandlung am vergangenen Montag den Zorn des Geschichtsprofessors Manfred Berg auf sich gezogen, der vor zwei Jahren als Dekan für das Verfahren zuständig war. Bei der Menge an Plagiaten müsse die Arbeit praktisch neu geschrieben werden, sagte er. Es sei der Fakultät aber „nicht zuzumuten, Frau Koch-Mehrin nochmals als Doktorandin anzunehmen“.

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Mehr Erfolg versprach sich Birnbaum davon, Verfahrensfehler geltend zu machen. Er bemängelte unter anderem, dass die Mitglieder des Kommissionsausschusses nicht einzeln, sondern im Block gewählt worden seien. Die Vorsitzende Richterin machte jedoch mehrfach deutlich, dass sie wenig Chancen sehe, mit der Kritik an dem Gremium den Plagiatsvorwurf zu entkräften.

Das beurteilte Birnbaum anders. Nach seiner Einschätzung hätte eine anders zusammengesetzte Kommission durchaus zu einer anderen Entscheidung kommen können. Deshalb hatte er bereits nach der zweiten Verhandlung erklärt: „Wir brauchen in dieser Frage eine Grundsatzentscheidung, welchen Einfluss die Wahl eines Gremiums auf dessen Entscheidungen hat.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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visitor

06.03.2013, 13:46 Uhr

Das ist ja wirklich ein Fall für den europäischen Menschengerichtshof! Da hat eine redlich arbeitende Wissenschaftlerin „ein paar Sachen herausgefunden, die vor ihr keiner rausgefunden hat“ und niemand interessiert sich dafür! Statt dessen erhitzt sich die öffentliche Meinung an ein paar Mängeln! Schön, dass sie in einer Partei gut aufgehoben ist, die sich noch nie an solchen Kleinigkeiten gestört hat, für die das mediengerechte Frisieren von Dokumenten eher zum guten Ton gehört!

dragbert

06.03.2013, 14:46 Uhr

Liebe/r Visitor, das sehe ich auch so! Unverschämtheit, schon vor 13 Jahren war klar dass die Arbeit nix taugt. Warum kann man da jetzt nicht einfach da und dort ein bisschen rumputzen und gut is?! Armutsberichte werden doch auch nicht anhand von Wahrheiten geschrieben sonder daran gemessen was der Partei und Regierung nützlich sein könnte.... gemein!!!

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