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28.02.2011

10:49 Uhr

Plagiatsvorwürfe

Die Affäre lässt Guttenberg nicht los

Verzweifelt versucht die Union die Plagiatsaffäre um ihren ehemaligen Superstar Karl-Theodor zu Guttenberg zu verdrängen. Doch das kann nicht funktionieren. Jeder seiner Auftritte wird die Debatte neu anheizen.

Karl-Theodor zu Guttenberg: Die Plagiatsvorwürfe kann er nicht abstreifen. Quelle: dapd

Karl-Theodor zu Guttenberg: Die Plagiatsvorwürfe kann er nicht abstreifen.

Berlin/DüsseldorfUnionsfraktionschef Volker Kauder verlangt ein Ende der Debatte über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Minister habe Fehler zugegeben und sich entschuldigt, sagte Kauder am Sonntagabend im ZDF. Zudem habe er die Konsequenzen gezogen, indem er auf seinen Doktortitel verzichtet habe. Damit müsse es gut sein, forderte der CDU-Politiker.

Doch das kann es eben nicht. Nicht nur, weil schon ein Blick auf den Terminkalender in dieser Woche verdeutlicht, dass die "Causa Guttenberg" ein höchstaktuelles Thema bleiben wird. Heute Abend stellen zwei FAZ-Redakteure in Berlin ihre neue Guttenberg-Biografie vor. Der Minister selbst erscheint nicht, CSU-Chef Horst Seehofer sollte stattdessen einige nette Worte zum Besten geben. Allerdings hat auch Seehofer in der vergangenen Woche sein Kommen abgesagt, um nicht erneut vor der versammelten Hauptstadtpresse Rede und Antwort stehen zu müssen.

Guttenberg selbst wird am Freitag erwartet, wenn Nikolaus Blome von der "Bild"-Zeitung sein Buch "Der kleine Wählerhasser. Was Politiker wirklich über die Bürger denken" vorstellt. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die vermeintliche Allianz zwischen Guttenberg und dem Springer-Blatt - das Nachrichtenmagazin "Spiegel" echauffiert sich darüber in seiner aktuellen Titelgeschichte - ein brisanter Termin.

Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag stehen in Guttenbergs Terminkalender Wahlkampfauftritte in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Bislang galt Guttenberg als Lichtgestalt der Union, und jeder Wahlkämpfer hatte ihn gerne an seiner Seite. Das könnte jetzt anders aussehen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte letzte Woche erklärt, er freue sich auf Guttenberg, denn dieser mache jeden Saal voll. Andererseits lenkt die Anwesenheit des Ministers derzeit von jedem anderen Thema ab. Ein deutlich angeschlagener Guttenberg hat viel von seinem Wert für die Partei verloren. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) hat bereits öffentlich Zweifel am politischen Überleben Guttenbergs geäußert.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

28.02.2011, 12:43 Uhr

Ich würde Herrn Ministerpräsidenten Mappus dringend raten, sich nicht zu sehr auf Herrn von Guttenberg zu verlassen.
Auch Herr Mappus hat persönliche Probleme, und der Wähler vergisst sie sicherlich nicht. Also Herr Ministerpräsident, schauen sie sich bei ihnen Persönlich und ihrer Partei um, ob sie nicht auch irgendwelche Plagiate im Keller haben.
Danke

Korrektor

28.02.2011, 12:50 Uhr

Ist Frau Schavan jetzt schon zur FDP "konvertiert" ?

Solonote

28.02.2011, 13:23 Uhr

Märchenstunde mit bitterem Ende für die CDU!

Das Bild von Herrn zu Guttenberg bekommt tiefe Risse. Endlich wachen viele Bürger auf und gehen auf die Barrikaden. Was da seitens der CDU vor sich geht, ist organisierte Volksverdummung!

Wie nahe am Abgrund muss Frau Merkel und die CDU schon stehen, wenn derartige Floskeln als Rechtfertigung für Betrug herhalten müssen. Und warum wird an einer solch betrügerischen und scheinheiligen Gallionsfigur so lange und so politisch destruktiv festgehalten. Hat die CDU keine anderen Lichtfiguren mehr. Und müssen wir uns da wirklich noch über Politikverdrossenheit des Wahlvolkes wundern?

Für wie dumm werden wir eigentlich von einigen Politikern gehalten?

Ich bin überzeugt, daß die mündigen Wähler diese Art von verlogener Verzerrung der Wahrheit mit einer gebührenden Abstrafung der CDU bei den anstehenden Landtagswahlen in den kommenden Monaten honorieren werden. Und das mit Recht. Ich werde jedenfalls schon mal nicht mehr die CDU wählen!

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