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13.07.2011

12:15 Uhr

Plagiatsvorwürfe

FDP-Politiker will bei Doktor-Entzug nächste Arbeit schreiben

Die Angst vor dem Verlust des Doktortitels scheint vorhanden. Aber auch wenn die Uni Bonn Jorgo Chatzimarkakis heute den Titel entzieht, zeigt sich der Politiker wenig beeindruckt. Dann schreibt er eine zweite Dissertation. Das kündigte er in einem Interview an.

FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis. Quelle: dpa

FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis.

Saarbrücken/BonnDer FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis will um seinen Doktortitel kämpfen. Bei einem Entzug des Titels werde er eine zweite Dissertation schreiben, kündigte der saarländische Europaabgeordnete in der „Saarbrücker Zeitung“ vom Mittwoch an. Die Universität Bonn will am Mittwochnachmittag entscheiden, ob Chatzimarkakis nach Plagiats-Vorwürfen seinen Doktortitel verliert. Zuvor hatten Plagiatsfahnder von der Website „VroniPlag“ eine Reihe von angeblichen Plagiaten in der Doktorarbeit aufgelistet.

Der FDP-Politiker bekräftigte, für seine politikwissenschaftliche Doktorarbeit gelte: „Keine Stelle ohne Quelle.“ Kein einziger Text sei aus einem Werk übernommen worden, das nicht in einer Fußnote oder im Literaturverzeichnis auftauche. In seinen Dissertations-Regeln stehe lediglich, „fremdes Gedankengut ist kenntlich zu machen“. Eben dies habe er schriftlich erklärt und sich dran gehalten.

Seine Zitierweise sei vielleicht missverständlich, räumte Chatzimarkakis ein. Doch diese methodische Schwäche sei bereits bei der Prüfung seiner Dissertation benannt und bei der Notengebung berücksichtigt worden. Chatzimarkakis hatte für die im Jahr 2000 vorgelegte Arbeit die Note „Drei“ erhalten. Die Dissertation trägt den Titel „Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs“.

Wegen Plagiaten in ihren Dissertationen waren zuletzt dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin ihre Doktortitel entzogen worden.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

13.07.2011, 14:02 Uhr

Als ob Deutschland, die EU und er persönlich nicht doch größere Probleme hätten, als eine kleine abgeschriebene Doktorarbeit und eine Aberkennung eines Doktortitels.

Ich schlage Herrn Chatzimakakis vor, dass er sein EU-Parlamentsmandat abgibt und sich ganz der Wissenschaft verbreibt (vollzeit, dann muss er aus Zeitmangel nicht mehr komplett abschreiben).

Es ist peinlich, wenn Politiker in Schlüsselpositionen (EU-Parlament) sich mehr um ihren eigenen Leumund und weniger um die Sorgen und Nöte der Menschen und des Finanzsystems in Europa kümmern - aber dies schein gute griechische Sitte (er hat ja griechisches Blut) zu sein.

Es ist wirklich ärgerlich, wenn er jetzt die Debatte um seine eigene Doktorarbeit weiter anheizt und die deutsche u. europäische Politik damit nur kompromitiert!

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