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23.12.2012

15:42 Uhr

Plagiatsvorwürfe

Schavan lehnt einen Rücktritt ab

Für Annette Schavan wird die Luft in der Plagiats-Affäre dünner: Ein Uni-Gutachter sieht in ihrer Doktorarbeit eine „Täuschungsabsicht“. Rücktrittsforderungen werden laut, doch die Bildungsministerin wehrt sich dagegen.

Noch wehrt sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gegen die Vorwürfe. dapd

Noch wehrt sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gegen die Vorwürfe.

BerlinBundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) setzt sich gegen Plagiatsvorwürfe zu ihrer Doktorarbeit und gegen Rücktritts-Spekulationen zur Wehr. „Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Deshalb weise ich die Vorwürfe entschieden zurück“, sagte sie der Zeitung „Die Welt“ (Online-Ausgabe vom Sonntag, Print-Ausgabe Weihnachten).

Zugleich bestritt Schavan Rücktrittsgedanken: „Ich möchte Ministerin bleiben über die Bundestagswahl hinaus.“ Sie erfahre „ungewöhnlich viel Ermutigung und Unterstützung in der Wissenschaft, der Politik und einer breiten Öffentlichkeit“.

Zuvor war bekanntgeworden, dass der Promotionsausschuss der Universität Düsseldorf ein Prüfungsverfahren zum Entzug des Doktortitels empfiehlt. Stefan Rohrbacher, ein Gutachter der Universität, will eine „leitende Täuschungsabsicht“ der Ministerin bei ihrer 1980 fertiggestellten Arbeit „Person und Gewissen“ erkennen. Er steht dem Promotionsausschuss vor, dessen Mitglieder teilweise auch im Fakultätsrat sitzen. Am 22. Januar entscheidet der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät, ob das Verfahren eröffnet wird.

Schavan verwies darauf, dass zu einem fairen Verfahren auch Diskretion gehöre. „Deshalb habe ich in der Öffentlichkeit im Wesentlichen geschwiegen und werde das auch weiterhin tun. Wenn die Universität es anders handhabt, gilt: Jeder trägt Verantwortung für das, was er öffentlich sagt.“

Die SPD setzt Schavan derweil wegen des drohenden Verfahrens zur Aberkennung ihres Doktortitels unter Druck. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte in der „Bild am Sonntag“: „Sollte sich herausstellen, dass Frau Schavan plagiiert hat, ist sie als Wissenschaftsministerin untragbar. Wenn sie das wissenschaftliche Handwerk nicht ordnungsgemäß ausgeübt hat, muss sie Konsequenzen ziehen.“

Kommentare (35)

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Holzbirne

23.12.2012, 10:10 Uhr

Wenn ich einen über den Durst getrunken habe,
fahre ich auch Auto nach bestem Wissen und Gewissen,
ha, ha, ha......

THHL

23.12.2012, 10:15 Uhr

Wann tritt diese Tusse endlich zurück?

Account gelöscht!

23.12.2012, 10:27 Uhr

Wir sollten alle unsre Steuererklärung nach diesem schavanschen Gewissen abgeben.

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