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02.05.2012

14:51 Uhr

Plagiatsvorwürfe

Universität will Schavans Doktorarbeit prüfen

Neuer Plagiatsvorwurf an Merkels Kabinett: Bildungsministerin Annette Schavan soll in ihrer Doktorarbeit unsauber zitiert haben. Nun will sich die Uni Düsseldorf Schavans Dissertation genauer ansehen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan: „Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen.“ dapd

Bundesbildungsministerin Annette Schavan: „Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen.“

BerlinBundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sieht sich dem anonymen Vorwurf von Plagiaten in ihrer 32 Jahre alten Doktorarbeit ausgesetzt. In einem Internet-Blog werden dazu zahlreiche Stellen aus der Dissertation aufgeführt. Sie soll demnach Quellen nicht immer ausreichend benannt haben. Schavan forderte den oder die Autoren des Blogs am Mittwoch in Berlin auf, sich zu erkennen zu geben. Zugleich versicherte sie, aufklären zu wollen.

„Ich habe heute diese entsprechende Seite mir angeschaut, es ist eine anonyme Seite, deshalb ist meine erste Antwort: Wer sich mit meiner Dissertation beschäftigt hat, mit dem bin ich gerne bereit, über diese Dissertation zu sprechen, über das Zustandekommen“, sagte sie. Sie gebe gerne jedem Rechenschaft über die Quellen. „Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen“, betonte Schavan aber.

Es geht um die Arbeit „Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung“, mit der Schavan 1980 an der Universität Düsseldorf den Doktortitel im Fach Erziehungswissenschaften erworben hatte.

In einem Internet-Blog werden zahlreiche Stellen aus der Dissertation zitiert. Schavan soll demnach Quellen nicht immer ausreichend benannt haben. Angeführt sind 56 von 325 Textseiten. Teilweise handele es sich um schwerwiegende Plagiate.

Die Promotionskommission der Uni werde sich bald mit der Doktorarbeit Schavans beschäftigen, teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch in Berlin mit. Für den Nachmittag kündigte die Universität eine Erklärung an.

Es gibt immer wieder Plagiatsvorwürfe gegen Politiker. Vor 14 Monaten war der CSU-Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister zurückgetreten, weil er an Dutzenden Stellen seiner Doktorarbeit fremde Passagen als eigene Leistung ausgewiesen hatte.

Zuletzt hatte der Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf wegen Plagiatsvorwürfen die Aberkennung seines Doktortitels beantragt. Die Entscheidung wurde am Nachmittag erwartet.

Von

dpa

Kommentare (4)

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ahja

02.05.2012, 15:14 Uhr

Die CDU/FDP isn haufen "geistiger Eigentums"-Kommunisten/Sozialisten....immer predigen wie wichtig das ist, dass wir nix anderes hätten etc.

Aber für die eigenen Leute (lol) ist das egal...siehe KT, Graf, Stoibers Tochter+Sohn, Chazimarkatis, Koch-Merin,Djir-Sarai, Pröfrock ....der ganze haufen.

XRay

02.05.2012, 15:41 Uhr

Shawahn hat als Pädagogin bestimmt rechts gehandelt.
Beeindruckend die Iniatiative :
'Schwerter zu Pflugscharen', äh nein,
'Arbeitslose als Pädagogen'

Novaris

02.05.2012, 19:36 Uhr

Warum ist der Dr.-Titel bei Politikern (Politikerinnen) so begehrt ?
weil dem Träger des Dr.-Titels von den meisten seiner Mitmenschen allumfassende Kompetenz in allen Lebenslagen unterstellt wird, die einfach jede Diskussion mit dem Titelträger überflüssig erscheinen läßt und somit in der Politik das politische Geschäft sehr vereinfacht, selbst, wenn der Titelträger offensichtlich irrelevanten "Schaum" zu einem Thema, z.B. in Talk-Shows, absondert.
Allerdings ist diese allumfassende Kompetenz nicht vorhanden; denn der Dr.-Titel soll aufzeigen, dass der Doktorand in der Lage ist, wissenschaftlich zu arbeiten, ein Thema in einer wissenschaftlichen Disziplin (Medizin, Physik, Chemie, Jura etc.etc.) wissenschaftlich abzuhandeln und wenn dann in der Dissertation Zitale "vergessen" werden, ist das inakzeptabel.
Diese Verhaltensweise entwertet in der Öffentlichkeit die Dissertationen und den Dr.-Titel all Derjenigen, die sauber und ehrlich arbeiten und deshalb ist als Sanktion die Aberkennung des Dr-Titels eigentlich zu wenig.
Die Plagiateure sollten sich besser mit dem Titel des Dr.hc bescheiden, der mit Spenden etc. gekauft werden kann.
Dieser Dr.-Titel erfordert in der Regel keine geistigen Anstrengungen und ist einem Plagiateur auch angemessen,
allerdings wird von den Inhabern dieses Titels das hc oft "vergessen", mit dem zuvor weiter oben beschriebenen Effekt in der Öffentlichkeit.




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