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04.06.2013

09:14 Uhr

Plasberg-Kritik

Flut-Talk in der Talkshowflut

VonChristian Bartels

Die Idee, Frank Plasbergs Talkshow "hart aber fair" nicht einem Fußball-Thema, sondern sehr kurzfristig der aktuellen Flut zu widmen, entpuppte sich als ausgesprochen schlecht.

Hochwasserlage bleibt angespannt

Video: Hochwasserlage bleibt angespannt

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Häufig wird dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland vorgeworfen, einfach zu viele Talkshows zu senden: der "Talkshowflut"-Vorwurf. Die ARD wird nach langen Diskussionen ab Ende 2014 die Zahl ihrer wöchentlichen Abend-Talkshows von fünf auf vier reduzieren.

Ein Vorwurf, dem sich die Redaktionen einzelner Talkshows (die auch untereinander um Gäste, Ideen und Zuschauer konkurrieren) oft gegenübersehen, ist der, ein brisantes Thema verpasst zu haben. Deswegen werden manchmal angekündigte, vorbereitete Themen kurzfristig gegen aktuelle ausgetauscht. Am Montagabend war es wieder so weit. Eigentlich stand das Thema "Vorbild Heynckes - wer will wirklich bis Siebzig arbeiten?" auf dem Sendeplan des ARD-Talkmasters Frank Plasberg. Das wäre der dritte Fußball-inspirierte Talk-Titel in seiner "hart aber fair"-Sendung in nur sieben Wochen gewesen (nach "Festgeldkonto schlägt Echte Liebe - was lehrt uns der Bayernsieg?" und "Ausgerechnet Hoeneß - wem kann man jetzt noch trauen?"). Wegen der in vielen deutschen Regionen wütenden Überschwemmungen wurde am Nachmittag stattdessen eine Flut-Talkshow anberaumt. Das war keine gute Idee.

Überschwemmung: Wie verhalte ich mich richtig?

Wie schützt man Gefährdete sowie Hab und Gut?

Bei einer drohenden Überschwemmung ist es wichtig, sich zunächst ein aktuelles Bild der Lage zu machen, sei es durch Rundfunk, Fernsehen oder Internet. Als erstes sollten gefährdete Personen alarmiert und evakuiert werden. Wer auf Rettungsdienste wartet, darf wegen der Unterspülungs- und Abbruchgefahren auf keinen Fall Uferbereiche betreten. Auf überfluteten Straßen können gefährliche Gegenstände treiben. Betroffene sollten darauf achten, dass Fenster sowie Balkon- und Verandatüren geschlossen sind. Heizungen und elektrische Geräte im Keller sollten ausgeschaltet und gefährdete Räume mit Brettern abgedichtet werden. Auch Sandsäcke bieten Schutz. Wertvolle Gegenstände und Dokumente sollten in Sicherheit gebracht und gefährliche Stoffe wie Chemikalien abtransportiert werden, bevor die Flut einsetzt.

Welche Versicherung zahlt?

Die Kosten für Reparaturarbeiten am Wohngebäude wie beispielsweise die Gebäudetrocknung oder Instandsetzung des Mauerwerks übernimmt eine Wohngebäudeversicherung mit entsprechender Elementardeckung. Diese muss vom Kunden zusätzlich abgeschlossen worden sein. In den meisten Regionen Deutschlands ist dies kein Problem. Nur rund ein Prozent der in Deutschland stehenden Gebäude sind nicht versicherbar, weil sie fast jedes Jahr „im Wasser“ stehen. Die Elementar-Zusatzdeckung in der Hausratversicherung kommt für das beschädigtes oder zerstörtes Wohnungsinventar auf. Sollte durch Starkregen das Grundstück überflutet werden oder Wasser unter der Eingangstür durchlaufen und die Garderobe, den Wohnzimmerschrank oder das Sofa beschädigen, ersetzt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Mobiliars. Die Elementardeckung deckt nicht nur das Risiko der Überschwemmung durch Gewässer ab, sondern auch durch Starkregen und Rückstau. Daher ist diese Zusatzversicherung auch für Kunden wichtig, die fern von Gewässern leben. Läuft ein Fluss über das Ufer und setzt das eigene Auto unter Wasser, tritt die Voll- oder Teilkaskoversicherung ein. Der Schadensfreiheitsrabatt der Vollkaskoversicherung wird hierbei nicht belastet.

Was tun nach einem Schadenfall?

Nach einer Überschwemmung gilt es, das Ausmaß des Schadens zu begrenzen und so schnell wie möglich den Normalzustand wiederherzustellen. Dabei gibt es einige Punkte zu beachten:

• Erreichte Wasserstände sollten markiert und Schäden dokumentiert werden.

• Wichtig ist, den Schaden beispielsweise durch Abpumpen des Wassers, Reinigung und Trocknung des Gebäudes sowie der durchnässten Einrichtung so gering wie möglich zu halten.

• Bevor elektrische Geräte wieder in Gang gesetzt werden, sollten Betroffene diese überprüfen lassen, da im schlimmsten Fall Lebensgefahr bestehen kann.

• Die Versicherung benötigt Informationen über Verluste und voraussichtliche Kosten so schnell wie möglich. Es wird unbedingt geraten, zerstörte oder beschädigte Gegenstände erst nach Rücksprache zu entsorgen.

Wichtig bei Kfz-Schäden

Sollte das Kraftfahrzeug überflutet worden sein, helfen folgende Hinweise:

• Betroffene sollten das Wasser aus dem Fahrgastraum ablaufen lassen, indem sie die Fahrzeugtüren und den Kofferraum öffnen. Bei einigen Fahrzeugmodellen sind spezielle Auflochbohrungen vorhanden.

• Lose Fahrzeuginnenteile wie Fußmatten oder Bezüge können entfernt und an der Luft getrocknet werden. Trocknungsversuche mit Hilfsmitteln wie etwa einem Fön sind gefährlich und sollten unterlassen werden. Auch sollte die Innenverkleidung nicht ausgebaut werden, da sie verzieht und später nicht mehr eingebaut werden kann.

• Auf keinen Fall darf der Motor eines überschwemmten Fahrzeugs gestartet werden.

• Ein Fachmann muss die Batterie abklemmen.

Datenrettung nasser Datenträger

Voraussetzung für eine erfolgreiche Datenrettung nasser Datenträger ist schnelles Handeln. Im Inneren von Festplatten befindet sich nicht wie weitläufig angenommen ein Vakuum, sondern staubfreie Luft. Bei thermischen Veränderungen wird sogar über einen gefilterten Schneckengang Luft von der Außenwelt angesaugt oder in die Umgebung abgegeben. Wird eine Festplatte lange Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt, kann Wasser in das Innere der Festplatte vordringen. Am besten wickelt man die noch nassen Festplatten mit einem feuchten Tuch ein und verpackt sie in einem Plastikbeutel luftdicht. Keinesfalls dürfen die Festplatten unter Strom gesetzt oder mit einem Fön getrocknet werden. Unkontrolliertes Trocknen kann zu Korrosion führen, wodurch die Datenrekonstruktion erheblich erschwert wird.

Wichtig sind bei der Schadenmeldung folgende Daten

• Versicherungsscheinnummer

• Was ist beschädigt und in welchem Umfang?

• Eine erste Schätzung zur Schadenhöhe

• Gegebenenfalls Fotos vom Schaden, aus denen der Schadenumfang hervorgeht

• Telefonnummer für Rückfragen

Vorbeugender Überschwemmungsschutz

Wer in einem durch Überschwemmung gefährdeten Gebiet wohnt, muss grundsätzlich besondere Vorsicht walten lassen: Bei einer Überschwemmung können Heizöltanks lecken und erhebliche Schäden an Gebäuden, Hausrat, Gewässern und Nutzflächen anrichten. Behälter und Rohrleitungen sollten von vornherein gegen Aufschwimmen, Zutritt von Wasser über Befüll-, Entlüftungs- und sonstige Öffnungen sowie gegen Beschädigungen durch Treibgut und Wasserdruck gesichert werden. Wie man das am besten macht, ist in der jeweiligen Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen (VAwS) der Bundesländer geregelt. Wer ein Haus baut, sollte sich bewusst sein, dass man Schäden durch Überschwemmung auch mit baulichen Maßnahmen entgegenwirken kann. Das Gesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes vom Mai 2005 verpflichtet erstmals bundesweit einheitlich jeden, „der von Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwasser und zur Schadensminderung zu treffen“.

Quelle

Datenrettung Attingo.at/ Allianz Deutschland AG

Den kurzfristig eingeladenen Gästen ließ sich kein Vorwurf machen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) tat, was er in jeder der zahlreichen Talkshows tut, in die er eingeladen wird: Er präsentierte sich als verantwortungsbewusster und konsensorientierter Kümmerer. Er versprach sowohl den Betroffenen kurzfristige Hilfe als auch langfristige Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast hatte offenkundig verinnerlicht, was schon in so manchen Talkshows besprochen worden war (und auch gestern am länglichen Ende der Sendung wieder ausführlich besprochen wurde): Während Naturkatastrophen wüten, sollten Oppositions-Politiker nicht die Regierung attackieren, weil das auf potenzielle Wähler einen schlechten Eindruck macht. Insofern verschonte sie Altmaier mit zu viel Kritik. Sie forderte kurzfristige Hilfe für die Betroffenen und langfristige Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

Kommentare (1)

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lachlaut

04.06.2013, 11:28 Uhr

Das war wieder mal mustergültiges Bildungsfernsehen vom Feinsten. Wenn Verdummung und seichte Unterhaltung das Ziel des staatlich kontrollierten ÖR ist, dann haben sie es erreicht.

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