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26.08.2013

23:17 Uhr

Platzecks Nachfolger

Woidke ist der neue Chef der brandenburgischen SPD

Der neue Vorsitzende der brandenburgischen SPD heißt Dietmar Woidke. Der Nachfolger von Matthias Platzeck wurde am Montag mit großer Mehrheit gewählt und soll am Mittwoch auch dessen Ministerpräsidenten-Amt übernehmen.

Der neu gewählte SPD-Landesvorsitzende Dietmar Woidke (SPD) übernimmt die Nachfolge von Matthias Platzeck. dpa

Der neu gewählte SPD-Landesvorsitzende Dietmar Woidke (SPD) übernimmt die Nachfolge von Matthias Platzeck.

PotsdamDietmar Woidke ist neuer Vorsitzender der brandenburgischen SPD. Der bisherige Landesinnenminister wurde am Montagabend mit großer Mehrheit zum Nachfolger von Matthias Platzeck gewählt, der den Parteivorsitz nach 13 Jahren aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte. Auf einem Sonderparteitag in Potsdam stimmten 115 Delegierte für Woidke, fünf votierten gegen ihn. Das entspricht einer Zustimmung von gut 95 Prozent.

Platzeck hatte im Juni einen leichten Schlaganfall erlitten und als Konsequenz daraus die Aufgabe seiner politischen Spitzenämter angekündigt. Bei der Landtagswahl 2014 will er sich jedoch wieder um ein Mandat bewerben.

Von Platzeck will Woidke an diesem Mittwoch auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen. An seiner Wahl gibt es angesichts der rot-roten Koalitionsmehrheit im Landtag keinen Zweifel. Platzeck rief die SPD-Vorsitzende in seiner Abschiedsrede auf, sich weiterhin Ziele zu setzen. Dazu gehöre allerdings auch, „dem Wind nicht aus dem Weg zu gehen“.

Woidke ist seit drei Jahren Brandenburger Innenminister. Er gehört dem Landtag fast zwanzig Jahre an und war vor seiner Zeit als Innenminister fünf Jahre lang Agrar- und Umweltminister. Der 51-Jährige betonte, er werde auch „weiter mit sehr klarer Kante allen Nazis und Rassisten entgegentreten“, die das Zusammenleben bedrohten. In Brandenburg dürften Rechtsextreme „kein Bein auf den Boden bekommen“. Brandenburg müsse ein offenes Land, ein Land der Toleranz sein.

Woidke kündigte an, die Koalition mit der Linkspartei fortzusetzen, sollte er am Mittwoch vom Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die rot-rote Koalition arbeite nach Startproblemen mittlerweile erfolgreich.

Die SPD in Zahlen

Mitglieder

Ende November waren es 474.820 Mitglieder (März: 474.481). Der Höchststand wurde in der Weimarer Republik erreicht: Mit 1,261 Millionen im Jahr 1923. Das Durchschnittsalter liegt heute bei 59 Jahren – das älteste Mitglied ist 107. Die längste Mitgliedschaft betrug 88 Jahre.

Ortsvereine

Derzeit gibt es rund 9000 Ortsvereine. Nach der Wiedervereinigung waren es in den 90er Jahren bis zu 10.000.

Finanzen

2011 betrugen die Einnahmen 155 Millionen, die Ausgaben 141 Millionen – allein der Bundestagswahlkampf in diesem Jahr hat mehr als 20 Millionen Euro gekostet. Solche Jahre werden in der Regel mit einem Minus abgeschlossen.

Spenden und Beiträge

2011 erhielt die Partei zwölf Millionen Euro an Spenden, die Mitglieder zahlten zudem 70 Millionen an Beiträgen, 2010 waren es 68 Millionen. Die Spenden steigen im Wahljahr meist an. 2009 lagen sie zum Beispiel bei 18,7 Millionen Euro.

Platzeck hatte den Brandenburger SPD-Landesverband 13 Jahre lang geführt. Der 59-Jährige sagte in seiner Abschiedsrede am Montag, das gesundheitliche Risiko, sein Amt nach dem Schlaganfall mit hoher Arbeitsbelastung fortzusetzen, sei zu groß. Er müsse „ein paar Gänge herunterschalten“, auch wenn es ihm nicht leicht falle. Brandenburg brauche sowohl einen Ministerpräsidenten als auch einen SPD-Landeschef, der gesundheitlich „topfit“ sei. Er wolle seine berufliche Schlagzahl herunterfahren und am Mittwoch auch vom Amt des Ministerpräsidenten zurücktreten, das er 2002 von seinem Vorgänger Manfred Stolpe übernommen hatte.

Platzeck kündigte an, sein Abgeordnetenmandat im Landtag weiterhin wahrzunehmen. Brandenburg ist das einzige ostdeutsche Bundesland, in dem die SPD seit der Wiedervereinigung durchgehend alle Regierungen führt. Im Herbst 2014 finden dort Landtagswahlen statt. Die Landes-SPD kommt in aktuellen Umfragen auf 35 Prozent. Sie regiert seit 2009 in einem rot-roten Bündnis mit der Linkspartei.

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