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28.01.2011

13:27 Uhr

Politbarometer

Zu Guttenberg bleibt der Liebling der Bürger

Schwacher Trost für Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: Während ihn die Opposition wegen der jüngsten Bundeswehr-Skandale unter Dauerbeschuss nimmt, bleibt ihm die deutliche Mehrheit der Bürger gewogen. Eine Ausweitung des Euro-Rettungsfonds zugunsten der Schuldenländer hingegen lehnen die meisten Deutschen strikt ab.

Bleibt der beliebteste Politiker in Deutschland: Karl-Theodor zu Guttenberg dpa

Bleibt der beliebteste Politiker in Deutschland: Karl-Theodor zu Guttenberg

HB BERLIN. Karl-Theodor zu Guttenberg bleibt beliebtester Politiker in Deutschland, wie das aktuelle ZDF-Politbarometer ergab. Ganz ohne Kratzer bleibt das Image des CSU-Politikers aber nicht. Nach der am Freitag veröffentlichen Umfrage sind knapp zwei Drittel der Bürger (65 Prozent) der Meinung, Guttenberg mache bei der Klärung der Vorfälle seine Sache eher gut. Diese Einschätzung werde von den Anhängern aller Parteien jeweils mehrheitlich geteilt. 24 Prozent der Befragten bescheinigten dem Minister dagegen im Umgang mit diesen Krisen eher schlechte Arbeit.

Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker erhält zu Guttenberg so auch weiter die beste Bewertung, hat sich im Vergleich zu Anfang Januar aber deutlich verschlechtert. Die Unionsparteien legten laut der Umfrage zuletzt erneut zu, während die SPD an Zustimmung einbüßte. Derzeit hätten aber weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Regierungsmehrheit. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU auf 36 Prozent (plus 1) und die SPD auf 27 Prozent (minus 2). Die FDP bewegt sich unverändert bei 5 Prozent, die Linke käme weiter auf 8 Prozent. Die Grünen hingegen würden um einen Punkt auf 19 Prozent zulegen.

Auf der Sorgenliste der Deutschen rangiert die zunehmende Preissteigerung auf dem dritten Platz - nach Arbeitslosigkeit und Politikverdruss. Mit 63 Prozent erwartet ein Großteil der Befragten, dass die Preise in diesem Jahr sehr stark (12 Prozent) oder stark (51 Prozent) steigen werden. Nur 1 Prozent geht von stabilen Preisen aus.

82 Prozent sehen Euro-Stabilität gefährdet

Trotz der Stabilisierungsbemühungen der EU-Regierungen in den vergangenen Monaten hat sich die Stimmung zum Euro geändert: Angesichts der Krise einiger Euro-Länder halten laut Politbarometer 82 Prozent der Deutschen die Stabilität des Euro für gefährdet. Lediglich 14 Prozent sehen das nicht so. Zwar ist mit 55 Prozent immer noch eine Mehrheit vom langfristigen Erfolg der Währung überzeugt. Der Anteil derjenigen aber, die pessimistisch sind, ist inzwischen auf 37 Prozent gestiegen.

64 Prozent der Befragten sind dagegen, dass Staaten wie Deutschland stärker für hoch verschuldete EU-Mitglieder haften sollen. Ebenfalls zwei Drittel der Befragten sprachen sich gegen eine weitere Kompetenzübertragung in Euro-Fragen von der nationalen auf die europäische Ebene ab. Allerdings: Gut die Hälfte der Deutschen fände es gleichzeitig gut, wenn sich Deutschland enger mit einem Teil der EU-Staaten zusammenschließen würde.

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